Ich hab nie was gegen Putin gehabt. Was aber nichts daran ändert, dass die Putinverehrung hier mitunter peinliche Ausmaße annimmt. Früher gab es auch überhaupt keinen Anlass, ihn zwangsweise gegen irgendwas verteidigen zu müssen. Er war ja lange eingerahmt von Staatenlenkern im Westen, die ganz gut bis sehr gut mit ihm auskamen. Chirac, Bush, Schröder, Sarkozy, teilweise freundschaftliche, teilweise neutrale Verhältnisse. Das hat sich teilweise etwas geändert, seitdem Obama gewählt wurde und ganz schlimm ist es, seitdem ein ´wildgewordenes Gutmenschentum in den Medien Hetzkampagnen lostritt, wie zu schlimmsten Zeiten des Kalten Krieges. Ob da ein Zusammenhang besteht, weiss ich nicht, vielleicht ist es nur eine Generation freidrehender gestörter Linksintellektueller, die durchdreht weil es in Moskau keine Arschparade und durchdrehende Feministinnen gibt. Wobei es mir gar nicht drum geht, dass ich das jetzt alles zwangsweise gutheiße, nur die Reaktion völlig aus den Fugen geraten ist.
Schon mit diesem Pussy Riot Kram war das grotesk. Da randalieren irgendwelche Punkerinnen im Gotteshaus und werden deswegen überwiegend zu Bewährungsstrafen verurteilt (härteres Strafmaß als in Deutschland, aber nichtmal grundsätzlich anderer Strafrahmen) und irgendwelche grünversifften lila Latzhosenträger fangen an zu kläffen, als hätten die die Todesstrafe bekommen und als wären ihre Familien in Sippenhaft genommen worden. Meist diegleiche Klientel, die Respekt für den Islam einfordert.
Wenn sich meine Beiträge pro-Putin gemehrt haben, dann nur, weil es diese Hetze in den Mainstreammedien vor 10 Jahren noch nicht gab.
Sehr vernünftige Einstellung. Wenn meine "Putinverehrung hier mitunter peinliche Ausmaße annimmt", liegt das überwiegend an meiner Neigung, Dummbeutelsgehilfen auf die Schippe zu nehmen. So hat mir z.B. das Friedensengelthema eine diebische Freude gemacht.
„Die Windflügel sind Sakralbauten für ein neues Glaubensbekenntnis.“ (Hans-Werner Sinn)