Liberal-Intellektuelle gehen am häufigsten zur Wahl Die Wahlforscher bedienten sich für Ihre Analyse der sogenannten Sinus-Milieus®, die die Bevölkerung in zehn gesellschaftliche Gruppen unterteilen – je nach sozialem Status sowie Werten und Einstellungen. Die höchste Wahlbeteiligung wies bei der Bundestagswahl 2013 das sozial starke liberal-intellektuelle Milieu auf: 88 Prozent der Wahlberechtigten dieser Gruppe gaben ihre Stimme ab. Überrepräsentiert sind neben den Liberal-Intellektuellen auch das konservativ-etablierte Milieu, das Milieu der Performer und das sozialökologische Milieu mit Wahlbeteiligungen zwischen 80 bis 83 Prozent.
In sozial benachteiligten Schichten hingegen war die Bereitschaft zur Stimmabgabe grundsätzlich niedriger. Die mit knapp unter 50 Prozent geringste Wahlbeteiligung gab es im Milieu der sogenannten Hedonisten, einer konsumfreudigen Gruppe der Unter- und Mittelschicht. Auch im prekären Milieu, das sich durch Zukunftsängste und geringe Aufstiegschancen auszeichnet, war die Wahlbeteiligung mit annähernd 60 Prozent eher gering. Mehr als jeder dritte Nichtwähler kommt aus diesen sozial schwächeren Milieus. Demgegenüber stellen sie aber nur 22 Prozent aller Wahlbeteiligten. Ihre Stimmen sind im Wahlergebnis daher deutlich unterrepräsentiert.