BILD FAND SIE IN SPANDAU
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Alle wollen mit dieser
Flüchtlings-Familie reden
VON TIL BIERMANN
Berlin – Das Schicksal der irakischen Flüchtlingsfamilie Al-Amirij bewegt die Welt. Vater Laith Majid (44), Mutter Neda (43), Mustafa (18), Ahmed (17), Taha (9) und die kleine Nour (7) sind berühmt.
Seit dem BILD-Bericht hört Nedas Handy nicht mehr auf zu brummen. Journalisten sind dran. Aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Dänemark, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Schweden.
Grund: Die „New York Times“ hatte ein ikonisches Foto von Vater Laith Majid mit Nour auf dem Arm veröffentlicht. Das war am Strand der griechischen Insel Kos. Knapp waren sie zwischen Bodrum (Türkei) und Kos dem Tod durch Ertrinken entkommen – Laith weinte vor Erleichterung.
Der Fotograf Daniel Etter hat das Foto in der Morgendämmerung aufgenommen.
Ihm hatten die Al-Amirijs erzählt, sie seien aus Syrien. Aus Angst, als Iraker in ihre verlorene Heimat zurückgeschickt zu werden. Seitdem suchten Journalisten nach der Familie. Vergeblich.
BILD fand die Familie dann in der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau. Zufällig! Neda hatte das Foto von Kos auf ihrem Smartphone gezeigt.
„Königin“ Angela Merkel „wie eine Mutter“
Neda sagte, die „Königin“ Angela Merkel sei „wie eine Mutter“ für sie. Nach einem Monat Flucht aus Bagdad, einer Fahrt im geschlossenen Lastwagen von Athen nach Berlin, war die Familie in der Spandauer Flüchtlingsunterkunft angekommen. Hier schlafen sie seitdem in drei Doppelstock-Betten.
► Im Stundentakt kommen jetzt Schreiber und TV-Teams nach Spandau. „RTL“, „Canal Plus“, „Daily Mirror“, „Buzzfeed“, „Der Spiegel“.
Der News-Sender „Sky Arabia“ (fast sieben Millionen Facebook-Fans) lud die Familie und BILD-Reporter Til Biermann ein. Gemeinsam sollten sie am Brandenburger Tor im Herzen Berlins mit dem TV-Sender aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sprechen. Die Familie erzählte die Geschichte ihrer Flucht. Der Reporter, wie er die Al-Amirijs fand und wie Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden.