Artgerechte Haltung ist wichtig für den Hund. Man darf aber den seit tausenden von Jahren sich dem Menschen mehr oder weniger freiwillig angepaßten und mittels experimenteller Evolution (Züchtung) geformten Hund dabei nicht mit dem Wolf verwechseln. Einen Chihuahua im Winter bei -10°C Tag und Nacht im Hof zu halten, wäre alles Andere als artgerecht. Es wäre absolute Tierquälerei, die der Winzling wahrscheinlich nicht überleben würde.
Was das Vermenschlichen betrifft, Hunde "vermenschlichen" sich zum Teil gerne selbst, wenn sie etwas für vorteilhaft halten und lassen ihren Hundetrieben freien Lauf, solange der Mensch sie nicht stoppt oder ihnen gewisse Grenzen einzuhalten gelehrt hat. Mal ein kleines Beispiel, wie sich ein Hund selbst "vermenschlicht". Eine Hündin springt auf die Couch, legt sich hin und legt ihren Kopf auf ein Kissen. Sie wird dann von der Halterin zum anderen Ende der Couch geschickt. Der Aufforderung folgt sie prompt, sie schnappt sich dabei aber auch das Kissen und trägt es zum anderen Ende der Couch, um wieder ihren Kopf darauf legen zu können. Sie findet es so einfach bequemer

Die Hündin (Magyar Vizsla) gehört übrigens meiner Tochter und ich habe diese Verhalten schon oft mit eigenen Augen gesehen. Was ist die Folge? Mein Labrador hat sich dieses Verhalten von ihr angeeignet
Was die Hierarchie betrifft, ein richtig erzogener und in die Familie integrierter Hund strebt nicht ständig nach der "Weltherrschaft". Er betrachtet seine Menschen nicht als Hunde und die Familie somit auch nicht als Rudel. Er wird sich mit der ihm zugedachten Sonderstellung am Ende der Familie zufrieden geben. Nur inkonsequente oder gar keine Erziehung sind Schuld daran, wenn (meist kleine) Hunde versuchen, sich über einzelne Familienmitglieder (meist Kinder) zu stellen.