Zitat Zitat von Alter Stubentiger Beitrag anzeigen
Whittle wußte das seinem Triebwerk noch ein guter Verdichter fehlte und im Nachhinein sagte er daß er überrascht war als er auf Luftaufnahmen sah daß die Deutschen das Problem zuerst gelöst hatten. Das Problem war also bekannt und wäre so oder so gelöst worden. Neben der reinen Technik der Turbine gab es aber auch Probleme die sich aus der nicht vorhandenen Fertigungstechnik ergaben. Diese Probleme wurden erst nach dem Krieg gelöst. Die Turbine der Me262 war so schlecht daß sie nach nur 25 Flugstunden generallüberholt werden mußte. Heutige Turbinen kommen auf Intervalle von 4000 bis 12000 Flugstunden. Tatsächlich wäre ein so unsicherer Fleiger wie die Me262 unter normalen Bedingungen niemals für den Luftraum zugelassen worden. Das ist die Krux mit den ganzen überstürzten Entwicklungen im Krieg. Unter Friedensbedingungen geht das einfach besser.
Das die Turbinen der Me262 so wenig standfest waren und so kurze Inspektionsintervalle hatten, lag aber nicht in der schlechten Konstruktion.
Das Jumo 004A absolvierte Volllastläufe von 100 Stunden ohne Probleme.
Das dann später gefertigte Jumo 004B war eine Sparversion vom 004A. Da wurden dann wegen Mangels an Rohstoffen teilweise andere Legierungen verwendet und Teile aus Tiefziehblech hergestellt. Ausserdem wurde die Drehzahl vom 9000U/min auf 8700 herabgesetzt ,damit ging auch der Schub von 1000kp beim Jumo 004A auf 890kp beim Jumo 004B zurück.
Dennoch sank aufgrund der Verwendung dieser " Sparstoiffe" die Zeit bis zur Grundüberholung beim 004B auf 25 Stunden, weil häufig Probleme z.B. mit gerissenen Turbinenschaufeln auftraten.