
Zitat von
smersch
Im Grunde geht es dabei um einen Konflikt zwischen Polen und Finnen. Die Kleinrussen (Ukrainer) haben sich teilweise mit den Polen vermischt. Die späteren Großrussen haben sich dagegen schon vor dem Mongolensturm intensiv mit den "Finnen" vermischt gehabt. Die Finnen gehören zu einer eurasischen bzw. zu der Uralischen Sprachfamilie. Zudem hatte sich während der Goldenen Horde die großrussische Oberschicht teilweise mit den Tataren gemischt. Angeblich sollen die Großrussen bzw. Russen den "asiatischen Despotismus" dann von den Mongolen übernohmen haben. Die Rurikiden bzw. die europäischen Dynastien waren allerdings genauso grausam, wie die russischen Romanows. Zumal nicht jeder Zar gleich war. Was allein die Despotismusunterstellung ad absurdum führt. Jedenfalls sehen sich rassebewusste Ukrainer als die wahren Erben der Rus an. Die Russen haben sich in ihren Augen von den Rus zu sehr entfremdet gehabt. Die Russen wollen dagegen eine Gemeinschaft aller Ostslawen (Russen, Weißrussen, Ukrainer, Russinen), weil in ihren Augen die Gemeinsamkeiten deutlich überwiegen.
„Schon vor dem Mongolensturm sind russische Menschen in großer Zahl, um äußeren Gefahren oder inneren Schwierigkeiten zu entgehen, in die Zone der großen Wälder abgewandert. … Dieses neue Rußland der Wälder, es ist nicht vergleichbar mit der Pracht, dem Reichtum, dem Ruhm Kiews, aber es ist von größerer geschichtlicher Bedeutung. Hier entstand im zähen Ringen gegen die großen Wälder, in der Mischung der Einwanderer mit finnischen Stämmen, die wenig zahlreich in den Wäldern saßen, das Großrussentum, etwa zwei Drittel des heutigen Russentums umfassend. Ohne Zweifel zeigt es in der körperlichen und geistigen Gestaltung Spuren finnischen Wesens, aber in der Hauptsache ist es doch echtes Russentum geblieben.“
Richard Moeller: Von Rurik bis Stalin, Leipzig 1941, S. 25
„Bis zu sechs Stunden hintereinander hat Zar Aleksej in der Kirche gestanden, dabei mehr als tausendmal niederkniend, mit dem Haupt die Erde berührend. Barmherzigkeit mit den Bettlern, überreichliche Almosensprenden, Besuchen und Trösten der Gefangenen, der >>Beleidigten<< und Unterdrückten, fast göttliche Verehrung der Geistesschwachen und >>Gottesnarren<< finden wir bei den ersten Romanows – kurz alles das, was uns die großen russischen Dichter des 19. Jahrhunderts als so besonders >>russisch<< aufgezeigt haben, jene zarten seelischen Züge...“
Richard Moeller: Von Rurik bis Stalin, Leipzig 1941, S. 55f