Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans auch nimmermehr - könnte man da sagen. Aber ich habe selbst eine Menge Sympathien für Amerika, wenn auch schon lange nicht mehr für seine Politik. So einen Sinneswandel aber auf G.W. Bush zurück zu führen, das ist ein Indiz dafür, dass man sich vorher, warum auch immer, nicht ehrlich mit dem Thema beschäftigt hat. An der imperialen Grundausrichtung der US-Außenpolitik hat sich seit Überwindung des Isolationismus eigentlich gar nichts geändert, bis heute nicht. Bush hat es allenfalls schlechter "verkauft", als es seine Vorgänger und Nachfolger taten.
Es ist auch ein Trugschluss, dass Europa nur die Option bliebe, wieder engen "Schulterschluss" - soweit das in kriechender Haltung denn geht - mit den USA zu suchen. Europa hat durchaus das Potenzial zu einer eigenständigen Außen- und Sicherheitspolitik, es macht nur nichts daraus! Ecksteine so einer Politik müssten England (seit über 50 Jahren nur noch ein US-Anhängsel), Frankreich (noch nicht über die Hegemonial-Ambitionen in Europa hinweg) und Deutschland (Zustand bekannt) sein, und stützen müsste sie sich, so unpopulär das ist, auf ein starkes Militär - inklusive der nuklearen Option. Das, und nichts anderes, ist es, was den USA ihren Weltmachtstatus sichert, und das wird von offizieller Stelle auch offen zugegeben. Nach dem "Ende" des kalten Krieges wäre der ideale Moment gewesen, um eine eigene europäische Position in der Welt zu definieren und zu beziehen. Passiert ist leider absolut gar nichts. Europa hat nicht mal den Versuch gemacht, sich ernsthaft auch gen Osten zu öffnen und sich aus seiner US-Abhängigkeit und US-Hörigkeit zu lösen. Du sprichst Snowden (und damit die NSA-Affäre)an, diese Affäre ist ein perfektes Beispiel, wie unselbstständig Europa ist, und wie ängstlich es versucht, den Welt-Paten nicht zu erzürnen.
Die Ukraine ist nur einer der bestehenden und künftigen Schauplätze, auf denen um eine Isolierung Russlands und seine Ausschaltung als Machtfaktor auf dem europäischen Kontinent gerungen wird. Und dieses Ringen dient einzig US-Interessen, um die Ukraine selbst, oder gar die Menschen, die dort leben, geht es dabei niemandem, auch den USA nicht.








