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Die Einladung für den hübschen Ausflug und anschließendem Kaffee trinken überreichte der russische Außenminister Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow am 12. November 1940 höchstpersönlich.
Die Forderungen Molotows im November 1940 im einzelnen:
Finnland, die Donauausgänge zum schwarzen Meer, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Türkei Dardanellen, Iran, Griechenland, Jugoslawien, der große und kleine Belt, Öresund, Kattegatt und Skagerrak, Spitzbergen.
Das bedeutete im Umkehrschluss, die totale wirtschaftliche und militärische Abhängigkeit des Deutschen Reiches von der Sowjetunion und ihrer zukünftigen Haltung gegenüber dem Reich! Schon im Sommer 1940 hatte die Sowjetunion die als Interessensphären anerkannten Staaten des Baltikums kurzum militärisch besetzt und zu Sowjetrepubliken erklärt.
Molotow forderte sämtliche wichtige Rohstofflieferanten des Deutschen Reiches als Interessens- und Einflusssphäre. Das hieß in der bis dahin geübten Praxis nicht weniger als die militärische Besetzung und Sowjetisierung dieser Länder. So wurden Ungarn und Rumänien direkt als „neue Sowjetrepubliken“ eingefordert.
Bulgarien sollte ebenfalls Sowjetrepublik werden. Finnland sei in der Folge von der Sowjetunion militärisch zu besetzen. Finnland versorgte das Deutschen Reich mit für die Rüstungsbetriebe benötigtem Nickel.
Forderungen die einer Einkreisung des Deutschen Reiches gleichkamen.
Soviel zum Unternehmen Barbarossa.

Wie auch immer...auch wenn Du die These vom Vernichtungskrieg um Lebensraum vertrittst...wie kann man das barbarische Verhalten der Alliierten durch die angebliche deutsche Kriegsschuld begründen oder gar tolerieren?
Diese Forderungen ... naja... du weißt aber auch, daß sie aus einer Zeit stammen, als die Sowjetunion (vorübergehend) der beste Freund für GröFazens Untergangsfirma war? Man fordert immer mehr als man weiß daß man bekommt. Das ist in der Diplomatie allgemein üblich. Weil man sich dann am Verhandlungstisch in der Mitte trifft. Was schon mal impliziert, daß die deutschen 'Forderungen' an diesem Verhandlungstisch auch nicht gerade Lollies für kleine Jungs gewesen sein können ... sondern nett verpackte Unverschämtheiten. Nichts wollte die UdSSR mehr als einen dauerhaften Frieden mit dem Reich, hätte sie den bekommen (wir wissen wer ihn nicht gewährt hat), hätte euer Schicklhuber vielleicht sogar den Krieg gewonnen. Na ja, aber wie ich früher schon mal an anderer Stelle ausführte, sind alle Nebenkriegsschauplätze für den Bärtchenträger nur Mittel zum Zweck, und er war nun mal auf den Ostraum und die Kolonisation fixiert (seit mindestens 1925). Keine These, sondern Plan des NS. Wesentlicher Plan.
Die deutsche Kriegsschuld ist sowas von schuldig, da braucht man doch keine Diskussion drum aufzurollen und ein 'angeblich' vorne dran stellen. Noch ein Träumerchen! Was den Ersten Weltkrieg angeht, lasse ich mit mir reden, das ist weitaus diffuser abgelaufen, aber der Zweite Weltkrieg läßt überhaupt keinen Relativierungs- und Umdeutungsspielraum. Nur für Brownies ist die Welt weiterhin braun. Davon könnt ihr natürlich nicht abrücken, denn wenn der Berg erst mal zu bröckeln anfängt, stürzt alles an Selbstbeweihräucherung und Opferkonstrukt in sich zusammen.
Tja, um sich so richtig geprügelt und vernichtet vorzukommen reicht nicht mal das Ausmaß des Grauens, das infolge der hier besprochenen Abläufe über Deutschland, diese vom NS so schwer mißbrauchte und mißkreditierte Nation (was dich natürlich nie anfechten würde, du siehst ja keine Trennung), hereingebrochen war. Denn es hätte wahrhaftig noch viel schlimmer kommen können. Ich finde den Umgang der Allierten nach dem Krieg mit dem Besiegten, also uns (obwohl hier fast nur Spätergeborene schreiben), noch für reichlich nachlässig. Was hätte sie davon abhalten können die gesamte Bevölkerung abzumurksen? Wenn man euch so liest, scheint ihr den Willen dazu ja geradezu als bewiesen anzusehen. Warum aber ist das nicht passiert? Warum hat man stattdessen mit 'sauberen' Einheimischen sofort neue Verwaltungen aufgebaut, sogar ihnen lokale Macht zurückgegeben (in Gestalt von Polizisten), warum hat man sie ernährt und mit Care-Paketen versorgt, während teilweise in den eigenen Ländern noch Rationalisierung herrschte? Warum hat man so bald die Kriegsgefangenen nach Hause entlassen (außer die Schlimmeren natürlich, sofern bekannte Taten vorlagen)? Für alle diese Fragen gibt es eine passende Antwort: weil es eben die Allierten waren und nicht der NS der gewonnen hatte. Man möchte sich nicht ausmalen, wie der als Sieger die Besiegten behandelt hätte. Ihr schon, träumt nur weiter. Ich finde diesen Ausgang des Krieges, so schmerzlich das alles war, für absolut nötig. Na gut, Ost-West-Konflikt ist eine neues Drama, aber das ist ein anderes Thema.