Daran sehen wir sehr klar, daß hinter der englischen Duldung von Bismarcks Reichsgründung und den späteren Vernichtungskriegen das gleiche außenpolitische Konzept der Balance of Power gestanden hat: sich immer mit der zweit- oder drittstärksten Kontinentalmacht gegen die stärkste oder potentiell stärkste zu verbünden.
Hätte man die Drohung ernstgemeint, hätte man die betreffenden Gebiete - wie oftmals geschehen - annektieren können, ohne entsprechende Kompesationen.
Geschenkt, das wäre ein anderes Thema.
1871 war noch nicht abzusehen, was aus diesem neuen Deutschen Reich denn nun werden sollte und ob es überhaupt Bestand haben würde. Es wurde zwar aufmerksam beobachtet, aber tatsächlich erst einmal in Frieden gelassen, so weit d'accord. Die Briten hatten zu der Zeit ganz andere Schuhe, die sie weitaus mehr drückten. Dass spätestens nach Faschoda eine andere linie verfolgt wurde, die immer mehr darauf abzielte eine weitgehende Isolation des in jeder Hinsicht als Konkurrenten und Bedrohung wahrgenommenen Deutschen Reiches durchzusetzen ist allerdings kaum zu bestreiten, oder?
Die Nibelungentreue zu Habsburg war in der Tat fatal. Der Österreichisch-Ungarisch/Serbische Konflikt ist ebenfalls unbestreitbar. Nur hätte dies eben nicht zum Weltkrieg führen müssen.
NITUP hat sehr klar belegt, dass es vielleicht im interesse eines Teils des deutschen Generalsstabs, aber keinesfalls im Interesse des Kaisers lag, dass der Konflikt sich ausweitete. Ihn einzudämmen, ja zu verhindern dass er zum Flächenbrand wird, hätte vor allem auch England in der Hand gehabt, das aber nichts dergleichen unternommen hat, im Gegenteil. Man muss also davon ausgehen, dass ein gerüttelt Mass an Kriegswillen auch auf den Inseln jenseits des Ärmelkanals vorhanden war, ansonsten hätte man doch alle Hebel der Diplomatie in Bewegung gesetzt, um die Lage zu beruhigen.
Davon ist aber nichts, rein gar nichts erkennbar. Wenn du indessen Belege hast, die das Gegenteil zeigen, so bin ich dafür sehr dankbar, denn ich gehe durchaus nicht von einer alleinigen Kriegsschuld Englands aus, oder gar davon das England der Hauptkriegstreiber war. im Falle des WK I sehe ich perönlich eher Frankreich in der Hauptrolle, und Großbritannien als den lachenden Dritten. Was nicht heißen soll, dass Frankreich allein den Schwarzen Peter in der hand hat, der Erste Weltkrieg hatte fraglos viele Väter, das Land, das am wenigsten Interesse gehabt haben sollte ihn zu führen war indessen ohne Frage das Deutsche Reich.
Der Großteil der Deutschen Hochseeflotte war wegen ihrer starken Panzerung und geringen Geschwindigkeit und Reichweite für einen Seekrieg gegen GB auf den Atlantik gar nicht gebaut worden.
Sie sollten die deutsche Küste an Nord- und Ostsee schützen.
Dafür war der Kaiser Wilhelm Kanal gebaut worden.
Hochseeflotte
Ausland
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Sehr schön gemachte Seite.
Ostasiengeschwader (Vizeadmiral Graf Spee):
* Panzerkreuzer Scharnhorst (Flaggschiff)
* Panzerkreuzer Gneisenau
* Kleiner Kreuzer Emden
* Kleiner Kreuzer Leipzig
* Kleiner Kreuzer Nürnberg
* Kanonenboot Iltis
* Kanonenboot Jaguar
* Kanonenboot Tiger
* Kanonenboot Luchs
* Flusskanonenboot Vaterland
* Flusskanonenboot Otter
* Flusskanonenboot Tsingtau
* Torpedoboot S 90
* Hilfskreuzer Cormoran (nach Kriegsbeginn)
Mittelmeer-Division (Konteradmiral Souchon):
* Schlachtkreuzer Goeben
* Kleiner Kreuzer Breslau
* Stationsschiff Lorely
auf ostamerikanischer Station liegend:
* Kleiner Kreuzer Karlsruhe
* Kleiner Kreuzer Dresden
auf ostafrikanischer Station liegend:
* Kleiner Kreuzer Königsberg
* Vermessungsschiff Möwe
auf westafrikanischer Station liegend:
* Kanonenboot Eber
auf Südseestation liegend:
* Ungeschützter Kreuzer Geier
* Vermessungsschiff Planet
Geändert von Michel (24.01.2011 um 23:20 Uhr)
Man darf nicht vergessen,England und Frankreich führten 300 Jahre Krieg mal mehr mal weniger,und nach Napoleon hat sich Frankreich mit der Rolle des junior Partners abgefunden.Was anderes sollte es gegen das deutsche Reich auch nicht sein,nur andere Zeiten andere Waffen.
Diese Deutschen Angebote fielen in die gleiche Zeit. Und die eigentliche Relevanz für die Ereignisse 1914 war halt die Habsburgische Großmannssucht und Anxeion Bosniens. Dazu eben ein schwacher Kaiser, milde ausgedrückt, unfähige Generale und Politiker. Auch dir rate ich dazu mal etwas über Gneisenau und Scharnhorst zu lesen.
Zu Punkt 1: es war eine Wahl zwischen Scylla und Chraybdis, das wackelige Bismarcksche Bündnissystem konnte angesichts der wachsenden Konfliktsituation zwischen Österreich-Ungarn und Russland nicht mehr beibehalten werden. Die Entscheidung mag die falsche gewesen sein, aber entscheiden musste man sich, um sich nicht vollständig zu isolieren.
Zu Punkt 2: Ich denke der Panslawismus datiert etwas früher als die Annexion Bosnien-Herzegowinas. Der begriff geisterte jedenfalls schon Jahrzehnte früher durch viele, auch politisch einflussreiche, Köpfe.
Zu Punkt 3: Natürlich war man mit dem Osmanischen Reich verbündet. Der "kranke Mann am Bosporus" war ein potentielles Schlachtopfer, auf das sich viele begehrliche Blicke richteten, seien es nun die der Franzosen, der Engländer oder der Russen. Die fröhliche Aufteilung des Kuchens nach 1918 - im Falle der Russen ein wenig durch interne Querelen blockiert - spricht Bände. Selbstredend war auch da Zündstoff de luxe vorhanden. Und ganz handfeste, brutale, imperiale und ökonomische Interessen. Das Bündnis des mächtigen Deutschland mit dem schwächelnden Osmanischen Reich konnte für die Alliierten, welche es in Gedanken bereits filetierten, nur ein schmerzender Dorn im Auge sein.
Mußt deine eigenen Quellen- buehler-, schon lesen Kamerad:
Weder die Abrüstungsbemühungen auf der 1. Haager Friedenskonferenz noch ein britisches Bündnisangebot im Gefolge der britisch-französischen Faschoda-Krise 1898/1901) konnten eine Abkehr von der Rüstungspolitik bewirken. Auch weitere Britische Bündnisangebote wurden in völliger Verkennung der Lage und in eklatanter Selbstüberschätzung immer wieder abgelehnt.
Wenn man sowas bringt, muß ja erstmal unisono mit der unbedingten Notwendigkeit übereinstimmen, Deutschland müsse in Anbetracht einer gigantischen, englischen Flotte unbedingt weiter abrüsten, bwz. eine Abkehr von der Rüstungspolitik einleiten, weil die Quelle sieht das ja als Faktum an- Deutschland rüstet zu hoch, muß abrüsten. macht es das nicht- hat es Krieg mit England, dass sich das nicht bieten lassen will.
Die Quelle redet einseitig englischen Befindlichkeiten nach dem Munde und sonst gar nix. Das was du und Gero übrigens auch machen. Ihr findet englische Erpressung gegenüber dem Reich als das normalste der Welt, bei dem imperialen Hintergrund des Empire und seiner gigantischen Kriegsflotte ! Na warum redet ihr eigentlich nicht Brüssel nach dem Mund, das von Deutschland unentwegt Geld abpresst, in der Annahme das sei das normalste der Welt? Gibt ja auch genug Deutsche, die bezüglich Brüssel in dieser Frage eure Position einnehmen- bücken und erfüllen was der Moloch von einem will, ob Geld oder Abrüstung ist egal. Freiheitliches und souveränes Denken sieht aber anders aus
"Um zu lernen, wer über dich herrscht, finde einfach heraus, wen du nicht kritisieren darfst."Voltaire (1694-1778
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