
Zitat von
Durkheim
Die Geschichtsklitterung besteht wohl eher darin, dass einige Diskutanten behauptet haben, die Türkei hätte grossen Druck ausgeübt und hätte gar Deutschland bedroht, damit türkische Gastarbeiter nach Deutschland kommen. Als ich kritische Argumente dazu brachte, dass die Türkei garnicht in der Lage gewesen sei, so eine Position einzunehmen oder gar durchzusetzen, wurde es bereits kurz danach relativiert, nach dem Motto, die USA hätten Deutschland aus geostrategischen Gründen unter Druck gesetzt. Auch Dein Posting geht nun in diese Richtung und ist daher etwas komplett anderes als die zuvorigen Behauptungen.
Vielleicht kann jemand interessehalber den Handelsaustausch zwischen Deutschland und Türkei aus jener Zeit posten, da ich mit gutem Grund annehmen kann, dass es in den 60er/70er Jahren kaum eine relevante Grösse gewesen sein kann.
Zu all den Thesen und Verschwörungstheorien wird ein einziges Buch präsentiert, das, soweit ich das erkennen kann, schon seit langem nicht mehr erhältlich ist. Im übrigen basieren die Recherchen auf Regierungsdokumente, wo keiner davon ausgehen kann, dass dabei eine selbstkritische Dokumentation erfolgt sein kann. Insbesondere im Hinblick auf die Rolle der deutschen Politik im Schatten der deutschen Industrielobbyisten. Alleine auf dieses Buch zu verweisen, wo quasi sich der eigentliche Verantwortliche (Politiker, Regierung) vom Bock zum Gärtner macht, wird hier als einzig glaubwürdige Quelle für Schuldabweisungen und Reinwaschung von Verantwortlichen Politikern herangezogen.
Im übrigen gibt es dabei einen grossen Widerspruch. Die Türkei soll also mit Hilfe der USA die deutsche Innenpolitik bestimmt haben. Wenn dem so ist, wieso hatte die Türkei ab der 80er Jahre insbesondere bei den illegalen Einwanderern, insbesondere den Kriminellen, Terroristen und Staatsfeinden, die zu hundertausenden nach Deutschland strömten keine Handhabe bei Auslieferungsersuchen? Wieso musste sich die Türkei höhnische Kommentare von deutschen Behörden und Justiz anhören, wo der Türkei stets klar gemacht wurde, dass Deutschland selbst entscheiden würde, ob sie Auslieferungsersuchen von Kriminellen nachkommen oder nicht.
Das ging so weiter bis Ende der 90er Jahre.
Dieses Problem hat die Türkei nicht nur mit Deutschland, sondern auch anderen EU-Staaten.
Also ich finde es äusserst merkwürdig, dass die Türkei angeblich Zuwanderung von türkischen Gastarbeitern, laut euren Behauptungen, ENTGEGEN der deutschen Regierung durchsetzen konnte, aber gleichzeitig konnte die türkische Regierung bei keinem anderen Thema, unter anderem auch Auslieferung von Kriminellen und Terroristen nicht durchsetzen.
Insgesamt ein grosser Widerspruch wie man sich präsentieren möchte und die schlussendlichen Realitäten.
Es gibt noch ein weiteres, etwas aktuelleres Buch zu dieser Thematik als die Quelle aus Wikipedia:
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Aus der Sicht der Türkei, die ihre eigenen Interessen vertritt absolut legitim. Entscheidend ist nicht, welche Interessen die Türkei vertreten hat, sondern was deutsche Politiker taten!
Und hier wird es nun interessant. Luft ist übrigens der Buchautor, dessen Name nachfolgend mit einem Fazit genannt wird:
Somit kommen wir am Ende wieder auf dasselbe hinaus, was ich zuvor schrieb. Die Gewinne der Unternehmen bzw. Industrie wurden privatisiert und die Kosten verstaatlicht. Dabei waren es die Unternehmerverbände, die mit ihrem Lobbyismus das entscheidende Zünglein an der Waage gewesen sind.
Auch an den Asylanten haben Unternehmer eine goldene Nase verdient, die schliesslich im Staatshaushalt als grosser "Kosten"block gelistet werden. Alleine hier die Einkünfte von deutschen Privatunternehmen zu den Asylbewerberunterkünften:
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Mit solchen Wucherpreisen wie im Artikel beschrieben haben deutsche Unternehmer den deutschen Staat ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.
Zwei Tage nach der Buchveröffentlichung von Sarrazin gab es diese Nachricht in den Medien:
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Wer steckt nun wieder dahinter? Türkei? USrael? Welche Ausreden hat man jetzt wieder parat?
Die Antwort ist ganz einfach, die Industrielobbyisten und Vertreter machen das was sie schon seit Jahrzehnten tun. Durch Migration auf dem Arbeitsmarkt eine künstliche Konkurrenzsituation zu schaffen, um am Ende das allgemeine Lohnniveau zu drücken.
100.000 von Deutschland ausgebildete Fachkräfte verlassen regelmässig das Land. Diese sind für die Industrielobbyisten uninteressant, finden keine Erwähnung, da sie höhere Löhne bedeuten als die forcierte Zuwanderung, die diese Abwanderung nun auf niedrigerem Lohnniveau ersetzen soll. Bereits jetzt plädiert man den Mindestlohn für Fachkräfte zu senken bzw. ganz abzuschaffen, da dies angeblich ein Grund sei, weswegen kaum einer von ihnen nach Deutschland kommen mag. Auf den Unsinn muss man erst einmal kommen. Klar, Fachkräfte, die es sich international aussuchen können in Zeiten des Globalismus und Mobilität, suchen sich natürlich die Länder aus, wo sie am wenigsten verdienen. Klingt logisch! Die reinste Volksverdummung.
Mit Niedriglöhnen kriegt man nicht die besten, sondern eher den Rest, die sonstwo keine Chancen haben. Aber um Qualität geht es bekanntlich der Industrie nicht, sondern Quantität, nur so kann man künstlichen Druck auf den Arbeitsmarkt ausüben (die Gewerkschaften somit Matt setzen), eine entsprechende Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt und niedrige Löhne als Endziel schaffen.