Und selbstverständlich ist da Reinhold Beckmann, der Gastgeber, der sich entschieden hat, mal wieder den kritischen Journalisten zu geben, indem er T
hilo Sarrazins Monologe immer wieder konsequent unterbricht - was den aber wiederum in die Lage versetzt, sich immer wieder als Opfer zu gerieren, das nicht ausreden darf.
So wird das nichts. Aygül Özkan versucht es anders. Sie kritisiert, dass Sarrazins Buch nicht die großen Leistungen der vielen Migranten in Deutschland würdige, die es doch auch gebe. D
iese Argumentation läuft ins Leere. Denn es ist ja kaum anzunehmen, dass Sarrazin nichts von diesen Leistungen weiß. Er hat sich nur eben entschieden, sie nicht zu thematisieren.
Renate Künast verheddert sich leider ein wenig
in ihren eigenen Sätzen, als sie Sarrazin etwas langwierig logische Widersprüche in seiner Argumentation nachweisen will und verstolpert so wichtige Punkte.
Am meisten verspricht der Ansatz Yogeshwars: Detailliert erklärt er an Beispielen, wie überholt die Thesen Sarrazins sind, kontert dessen Studien mit anderen Studien. Und schleudert Sarrazin noch hin, sein Werk sei wie "nasse Dackelhaare".
Aber auch so kann man Sarrazin nicht schlagen. Denn für die schöne Formulierung mit den Dackelhaaren bedankt sich der sogleich. Und inhaltlich ist bei ihm sowieso kein Blumentopf zu gewinnen. Er habe nun mal Recht, Intelligenz sei vererbbar, Zuwanderung von Muslimen eine Gefahr, davon ist er überzeugt und Punkt.