



Dass Einstein auch Jude war, ist hinreichend bekannt. Doch hier ging es ja jetzt um die Nationalität. Viele Deutschen waren Juden und viele von ihnen lebten gern in Deutschland. Sauerbruch war definitiv kein Nazi. Was man ihm heute u.a. vorwirft, ist die Tatsache, dass er auch Nazis behandelte und an bestimmten medizinischen Projekten mitarbeitete. Aber er hat sich keiner Verbrechen schuldig gemacht. Er war einfach und in erster Linie Arzt und wenig an politischen Abläufen interessiert. Für ihn war auch jeder Patient gleich (vom Anrecht auf eine gute Behandlung her), egal ob er ein Nazi, ein Kommunist, ein Christ oder ein Jude war. Luthers Verdienst war es vor allem, dass es durch ihn zu wichtigen Reformen im Christentum und in den Kirchen kam. Die Beispiele großer Deutscher sollten vor allem Menschen zeigen, die unserer Nation (aber auch der Welt insgesamt) wirklich dienten und mit deren Wirken große Verdienste und Errungenschaften verbunden waren. Einzelne Kritikpunkte und weniger positive Begleiterscheinungen kann man sicher bei jedem finden. Doch überwiegt bei den Genannten schon sehr deutlich das Positive. Ich bezweifle, dass Gysi und Kipping an die Verdienste der Genannten heranreichen. Gut, Kipping ist noch jung, da muss man abwarten.
Stimmt. Und wenn man das ganze Theater – siehe Ausschnitte aus einem lesenswerten Artikel dazu – verfolgt, dann weiß man auch, warum diese
„Historikerkommission“ eingesetzt wurde.
Aber egal, das Ergebnis stimmt ja nun und in N24 wurde von „bis zu 25.000 Toten“ gesprochen – es können also auch weniger sein.
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29/06 14. Juli 2006
Opferzahlen bleiben im dunkeln
Dresden: Stadtrat verweigert Historikern Geld für Fortsetzung der Forschungsarbeit / Kommissions-Vorsitzender Müller bittet Land um Hilfe
Matthias Bäkermann
“Wir waren wie vom Schlag getroffen. Das Ergebnis kam für uns völlig überraschend." Rolf-Dieter Müller, dem Vorsitzenden der Dresdner Historikerkommission zur Bestimmung der Opferzahlen der anglo-amerikanischen Bombenangriffe vom 13. und 14. Februar 1945, ist der Zorn über die Entscheidung des Finanzausschusses des Dresdner Stadtrates anzumerken. Dieser hatte Ende Juni entschieden, der Kommission die Mittel für ihre weitere Arbeit zu verwehren.
Es ging um 200.000 Euro, die eine Koalition aus CDU, FDP, Bürgeraktion und SPD gegen die Stimmen von Grünen und PDS den Wissenschaftlern nun sperrt, um deren Forschung fortzusetzen - das Geld werde, so die Stadtverordneten, für die laufenden Kosten der Schwimmbäder in der sächsischen Hauptstadt benötigt. Das hält Müller, der hauptberuflich die wissenschaftliche Leitung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) in Potsdam innehat, für eine Schutzbehauptung. "Die Entscheidung ist in vielerlei Dingen politisch motiviert", sagt er der JUNGEN FREIHEIT. Der finanzielle Aspekt sei zwar schmerzlich, aber zweitrangig. "Entscheidender ist, daß uns mit der Mittelstreichung gleichzeitig auch das politische Mandat entzogen wurde. Wir sind momentan politisch am Ende." Die Motivation der Kommunalpolitiker macht er vor allem an der Abneigung gegen die Person des suspendierten Oberbürgermeisters Ingo Roßberg (FDP) fest. Seit etwa zwei Monaten muß sich Roßberg einem Strafverfahren wegen Untreue, Vorteilsnahme und Beihilfe zum betrügerischen Bankrott stellen (JF 25/06).
Die Kommission war eine Idee des 45 Jahre alten FDP-Politikers, der damit "rechtskonservativen und neonationalsozialistischen Kreisen den Wind aus den Segeln nehmen" wollte - womit er die "dreiste und gefährliche Instrumentalisierung" einer im Umlauf befindlichen sechsstelligen Opferzahl meinte.
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Gleich zu Beginn der Arbeit der Forscher erwies er diesen einen Bärendienst. Geradezu erleichtert über die geringere Dimension der von der sächsischen NPD-Fraktion als "Bombenholocaust" dargestellten Katastrophe vom Februar 1945 posaunte er die Zahl von 25.000 heraus und warf damit ein schlechtes Licht auf die Wissenschaftlichkeit der Kommission. Vielen Kritikern lag der Verdacht nahe, daß die Kommission unter dieser politischen Präjudizierung nur mehr der Wunschzahl des Bürgermeisters das Futter andienen und dazu eine wissenschaftliche Aura verleihen sollte. Müller, in dessen Anwesenheit diese Zahl 2004 verkündet worden war, fühlt sich denn auch falsch zitiert. "Aufgrund der damaligen Kenntnis konnten wir die Zahl der 25.000 als hieb- und stichfeste Größe sicher nachweisen. Aus diesem Grund hatte ich die Opferzahl 25.000 plus x genannt." Eben gerade die Bestimmung dieser Variable x sei schließlich der Zweck der Kommission gewesen.
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"Viele Zeitzeugenberichte wurden dokumentiert, auch der immer wieder aufgeworfenen Frage der Tiefflieger sollte mittels Kampfmittelräumdienst nachgegangen werden." Doch nun fehlen die nötigen 7.500 Euro, um in den Elbauen und an anderen Stellen die Erde nach Bordwaffenmunition zu durchspüren.
Ebenso muß die Untersuchung der für die Opferzahl wichtigen Frage nach der Präsenz der Flüchtlinge aus den deutschen Ostprovinzen in der Elbmetropole einer Aufarbeitung harren. Mit Hilfe des Suchdienstes des Roten Kreuzes und der Vertriebenenverbände sollte der Militärhistoriker Rüdiger Overmans ein Gutachten erstellen. Dafür fehlen nun die Mittel. "Wir müssen alle größeren Projekte jetzt einstellen", ist Müller deprimiert. Dazu zählen selbst Anstrengungen von Stadtarchäologen, die zum Beispiel an mehreren Orten den Untergrund nach Rückwirkungen des Feuersturms in der Innenstadt untersuchen sollten.
Nicht nur die Mittel aus dem städtischen Etat fehlten nun. "Durch den uns entzogenen politischen Auftrag sind auch Gelder Dritter gefährdet. Beispielsweise hängen 30.000 Euro, die die Thyssen-Stiftung zugesagt hat, praktisch in der Luft." Gegenwärtig könne allenfalls auf "Sparflamme" geforscht werden. So werde dank der Fürsprache seines Leiters Thomas Kübler das Dresdner Stadtarchiv an der Opferzahlbestimmung weiterarbeiten - mit deren begrenzten Mitteln allerdings eher "ergebnisoffen".
Eine Umkehr des Entschlusses hält Müller für unwahrscheinlich. Es sei "tragisch", daß man in der seit Verkauf ihrer kommunalen Immobilien schuldenfreien Stadt der Erforschung seiner größten Katastrophe so wenig Interesse widme. Die politisch motivierte Blockade müsse man daher von einer übergeordneten Instanz korrigieren lassen. Hoffnungen knüpft Müller an den Landtags- und Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU). "Ich habe in mehreren Schreiben, unter anderem an den Landtagspräsidenten Erich Iltgen, um Hilfe ersucht", sagte Müller der JF. Noch vor der Parlamentspause solle diese Angelegenheit dort bestenfalls behandelt werden. Denn die Zeit drängt. "Sollte in diesem Jahr politisch nicht reagiert werden, ist die Kommission endgültig am Ende", ist er sich sicher. Damit würde dann der Vorhang fallen, und alle Fragen blieben offen.
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie - SPIEGEL 52/1999)
Hast Du eigentlich einigermaßen eine Vorstellung davon, wieviel 25 000 Menschen sind? Du tust hier so, als wären 25 000 Tote wenige. Dann stelle Dich mal in ein Fussballstadion mit 25 000 Zuschauern oder nimm mal an einer Demonstration mit 25 000 Teilnehmern teil oder schau Dir mal eine Stadt mit 25 000 Einwohnern an oder stelle mal 25 000 Menschen nebeneinander in eine Reihe. Dann wirst Du feststellen, dass 25 000 Menschen doch sehr viele sind. Bei manchen hat man den Eindruck, dass sie sich unbedingt noch eine viel höhere Todeszahl für Dresden wünschen und an einem Überbieterwettbewerb teilnehmen. Welchen Sinn hat das? Sind 25 000 Tote nicht genug? Mit 25 000 Toten liegt Dresden bei den zerbombten Städten des zweiten Weltkriegs immer noch sehr weit vorn. Auch 20 000 oder 15 000 Tote wären im Vergleich zu anderen Städten noch sehr viel.
Warst Du überhaupt schon mal in Dresden? Hast Du Dir die zerstörte Fläche mal angesehen und sie mit anderen Städten verglichen? Die zerstörte Fläche war in Dresden gar nicht so groß. In anderen Städten ist eine viel größere Fläche zerstört worden. Z.B. wurde in Chemnitz, dass kleiner wie Dresden ist, eine fast dreimal so große Fläche wie in Dresden zerstört. Trotzdem gab es dort viel weniger Tote. Die Todeszahl in Dresden war vor allem deshalb im Vergleich mit anderen Städten so hoch, weil sich während der Angriffe viele Flüchtlinge in der Stadt aufhielten. Die Zahl 25 000 ist schon realistisch, auch angesichts der Tatsache, dass der Großteil der Stadtfläche überhaupt nicht zerstört wurde, dass auch in der zerstörten Fläche nicht wenige Menschen in Luftschutzkellern und anderswo überlebten und dass die Einwohnerzahl der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg nur unwesentlich sank.
Was ist denn daran so natürlich? Welchen Nutzen hätten die Nazis denn davon gehabt, so unzulänglich wie sie 1939 bewaffnet waren? Die Engländer wußten das und genau deshalb haben sie ungeduldig auf den Krieg gedrängt, bevor Deutschland hinreichend gerüstet war, um seinen Feinden genügend Widerstand entgegensetzen zu können.
Auf jedem Platz, in jedem Arbeitsbereich, in jeder Gruppe und innerhalb jeder Partei kann ein Mensch etwas Verdienstvolles leisten. Ganz egal, ob er Politiker, Wissenschaftler, Lehrer, Ökonom, Betriebswirt, Banker, Arzt, Sozialpädagoge, Landwirt, Anwalt, Psychologe, Krankenpfleger, Metallarbeiter, Tischler, Gewerkschafter, Manager, Trainer, Sportler, Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Musiker, Komponist, Dirigent, Priester, Christ, Buddhist, Moslem, Hinduist, Jude, Shintoist, Taoist, Bahaii, Sikh, Atheist, Humanist, Konstruktivist, Konservativer, Kommunist, Liberaler, Demokrat, Bürgerrechtler, Umweltaktivist, General, Polizist, Pilot, Astronaut, Europäer, Inder, Amerikaner, Chinese, Afrikaner oder Mitglied der CDU, der SPD, der FDP, der Grünen, der CSU oder der Linkspartei ist. Und da Kipping eine Frau ist, die noch jung ist, hat sie logischerweise auch noch die Chance, sich zu bewähren und positiv in Erscheinung zu treten. Für mich ist es aber völlig irrelevant, zu welcher Gruppierung ein Mensch gehört, welche Weltanschauung er hat und wie er sich bezeichnet. Entscheidend ist für mich nur, was dieser Mensch tut und welchen positiven Einfluss er hat. Das Beispiel von Kipping kam übrigens nicht von mir. Ich kenne durchaus bessere Politiker in allen Parteien und hätte sie nicht an vorderster Stelle genannt. Ich habe lediglich gesagt, dass sie noch jung ist.
Es ist völlig irrelevant, ob Du mich pervers oder nicht findest oder ob Du in mir einen Linksfaschisten siehst. Genauso könnte ich Dich als Rechtskommunist oder als mittleren Demokraten bezeichnen. Doch welchen Sinn hat das? Wen interessiert das? Relevant ist es hier nur, was Du an sachlichen Argumenten beizutragen hast. Doch da ist in Deinem obigen Beitrag nicht viel zu sehen. Was Du zustande gebracht hast, ist, den Inhalt meiner Beiträge zu verdrehen und mir Aussagen zuzuschreiben, die ich so nirgends getroffen habe. Z.B. die Aussage "Ich und Goethe, was wollt ihr Nazis von mir." Das habe ich nirgends geschrieben. Ich habe lediglich geschrieben, dass Goethe wirklich zu denen gehört, die man als einen großen Deutschen mit großen Verdiensten für unsere Nation und die Menschheit bezeichnen kann. Im Gegensatz zu den Nazis, die unserer Nation geschadet haben und durch deren Wirken unsere Nation zerstört und geteilt wurde, Land verlor, in Verruf geriet, sowie von vielen Menschen in der Welt gehasst wurde. Das sind die Verdienste der Nazis. Und deshalb sind sie auch die wahren Antideutschen, die ihre Nation verraten und nur nach ihren egoistischen Interessen und rassistischen Ideologien gehandelt haben.
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