Zitat Zitat von Dima Beitrag anzeigen
Sehr vereinfacht dargestellt.

Das ukrainische Volk ist sehr heterogen. West- und Ost-Ukrainer unterscheiden sich extrem. Und beide mögen sich nicht besonders. Westukrainer halten Ostukrainer für ungehalten, frech und faul und kritisieren sie, weil sie oft nur Russisch reden. Ostukrainer spaßen über die biederen und zugeknöpften katholischen Westukrainer, die fast wie Polen sind.

Es gibt viele pro-russische Ostukrainer, viele davon leben bei uns in der Oblast Rostow, sie sind 2014/2022 aus ihrer Heimat geflohen, weil sie Angst um ihr Leben hatten.

Demgegenüber sind Westukrainer meist west-loyal und russophob.

Kann aber auch andersrum aussehen. Es gibt russophile West- und extrem russophobe Ostukrainer.

Das aber nur als kleiner Exkurs ohne Anspruch auf Wertung.


Es gibt m.W. keinen Unterschied zwischen einer russischen und einer ukrainischen Ethnie, wohl aber eine Verbreitung des muttersprachlichen und allgemeinen Gebrauchs des Russischen in der Bevölkerung der ukrainischen Oblasten. Die untere Grenze wird bei 40% angegeben, mit bis zu, teils über 80% in den östlichen und südöstlichen Regionen.

Die Verwendung der Sprachen im Alltag geht noch weiter. Russisch ist Lingua franca im ukrainischen Ethniengemisch, bis etwa 2016 wurde auch in der Rada praktisch nur Russisch gesprochen, in der tertiären Erziehung waren und sind zum Teil noch wissenschaftliche Grundlagen- und Spezialwerke nur in russischer Sprache verfügbar. In der UdSSR gab es mehr ukrainischsprachige Veröffentlichungen, der neoliberale Kurs der ukrainischen Regierungen seit 1991 führte zum Zusammenbruch dieses subventionierten Sektors.

Erst ab ca. 2016 gewann die hysterische Kampagne für die „Mowa“ etwas an Moment. Selensky sprach sich in seiner Wahlkampagne für die Gleichstellung des Russischen aus (es gibt Videos, in denen er die russische Sprache und Kultur pries).

Die amerikanischen Meinungsforschungsinstitute Gallup und Pew haben mehrfach für Umfragen unter ihrem repräsentativen Sample Fragebögen verschickt bzw. auswählen lassen, in Ukrainisch und Russisch, je nach Oblast auch Ungarisch, Rumänisch und Griechisch. Über 80% der Befragten wählten den Bogen mit Russisch.

An der Front bei der Armee kommt Ukrainisch praktisch nicht vor.

Erinnert sei auch an Adventdement´s dümmliche Aussage hier, es gäbe kein Verbot der Russischen Sprache in der Ukraine.

Das Gesetz des Verbots der Russischen Sprache in der Ukraine umfasst 38 engbeschriebene Seiten und greift praktisch in jeden Lebensraum hinein.

Der Verlust der Muttersprache bedeutet immer auch Verlust der Identität. Sprechverbote sind IMMER ein Instrument der Unterdrückung: z. B. bei Kolonialisierung, Assimilationspolitik oder Zwangsumsiedlungen.