
Zitat von
amendment
Sorry, wenn ich das so sage, aber du "pendelst" etwas bei deiner Argumentation, verlierst ein wenig die Stringenz.
Der gleichnisartige Vergleich mit dem Schachbrett sollte eben nicht "strukturelle" Zwänge oder gar Handlungsautomatismen oder "Zugmechanismen" verdeutlichen! Es ging auch nicht um die Unbeschränktheit der Optionen, sondern um deren Vielfalt. Und deren mathematische Dimension beim Schachspielen ist dir natürlich bekannt. Auch das Thema "Wertigkeit" (von "Zügen", Handlungen) haben wir doch gar nicht erörtert bzw. tangiert...
Aber ich gehe gerne auf dein "Kostenargument" ein.
Dass lediglich nur ein (Macht-)Potential für sich alleine noch lange keine Macht bedeutet sondern erst die Umsetzung ebenjenes, habe ich doch schlüssig dargelegt. Russland befindet sich ökonomisch bereits auf "Kriegsmodus", der Westen bzw. die Europäische Union noch nicht einmal ansatzweise. Das versuchte ich zu erklären. Und genau deshalb ist Russland daran gelegen, die politische Meinungsbildung mit allen Mitteln zu fragmentieren anstatt die "vielen Willen" des Gegners zu fusionieren!
Nun behaupte ich aber, das genau das Gegenteil eintritt: Russlands aggressive Politik trägt zu unserer Fusionierung bei, lässt uns stärker und einiger werden als je zuvor. Und das auch noch "katalytisch beschleunigt". Russland gibt uns das strategische Feindbild, das wir brauchen. Russland wird zum politischen Vehikel für den europäischen Einigungsprozess!
Deine Behauptung, dass Demokratien verzögert reagieren - und das auch oft erst nach Schocks - ist ja korrekt. Aber wenn man Demokratien dann die Zeit danach zur Erholung lässt, so halte ich das aus Sicht eines autokratischen Aggressors für großen einen Fehler und das zeugt zugleich für eine Unterschätzung der gegnerischen Möglichkeiten.
Seit wann hat man beim Schachspielen alle Zeit, die man will?
Lass uns mal die Ergebnisse des EU-Gipfels abwarten und dann sehen wir weiter.