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"Wenn es um die ganz großen Verbrecher geht, gibt es für die Polizei nur eine Aufgabe: Ihnen Schutz zu gewähren!"
Kriminalkommissar Jensen
Ich verstehe deinen Punkt ehrlich gesagt gut. Als kriegsgeil abgestempelt zu werden, nur weil man eine harte oder unbequeme Position vertritt, ist unerfreulich und oft eher ein Diskussionsabbruch als ein Argument.
Gleichzeitig – und das meine ich wirklich ohne Häme – passiert da etwas, das man aus vielen Debatten kennt: Die Zuschreibung, über die man sich ärgert, funktioniert nach genau demselben Muster wie die, die man selbst zuvor benutzt hat.
Als Du mir kürzlich empfohlen hast "geh zu deinen Genossen" , war das ja auch keine inhaltliche Auseinandersetzung, sondern eine Etikettierung. Ein Wort, das den anderen in eine Schublade schiebt und damit das Gespräch abkürzt.
Wenn man so kommuniziert, muss man leider damit rechnen, dass das Echo ähnlich ausfällt – nur mit anderem Label. Heute ist es Genosse, morgen kriegsgeil. Beides sind politische Kampfbegriffe, keine Beschreibungen.
Meine ehrliche Meinung: Viele reagieren weniger auf das, was gesagt wird, als auf das Wie. Scharfe Bilder, harte Zuschreibungen, Lagerbegriffe – das triggert. Dann hören Leute nicht mehr zu, sondern werfen zurück. Das ist menschlich, auch wenn es unerquicklich ist.
Du bist also nicht automatisch kriegsgeil, nur weil du eine bestimmte Haltung hast. Aber wenn man selbst mit zugespitzten Zuschreibungen arbeitet, lädt man andere ein, genau das Gleiche zu tun. Das ist keine moralische Wertung, eher eine Beobachtung aus Erfahrung: Rhetorik erzeugt Resonanz. Und manchmal leider die, die man am wenigsten gebrauchen kann.




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