Abgesehen von dem philologischen Problem (decolare - delocare) in dem genannten konkreten Fall, bei dem ich nicht auf dem aktuellen Stand der Forschung bin - viele historische Gesellschaften wie auch die germanische waren von einer Alltagsgewalt gekennzeichnet, die wir nicht kennen, weil's uns erstens viel zu gut geht und wir zwotens die Sippe als rechtlich-politische Einheit vor Ewigkeiten zugunsten des Staates hinter uns gelassen haben.
D.h. wir wissen nicht, wie die lieben Leut' sich bei, k.A., zwanzigfacher Bevölkerungsdichte o.s. verhalten würden und ob ihre spezifische Kultur, ihre spezifische Art und Weise der Konfliktregelung damit klarkäme. Schaue ich mir das Verhalten von Zuwanderern aus sippenbasierten Gesellschaften an, ahne ich Probleme!
Umgekehrt ist natürlich auch richtig, dass mit ihrer spezifischen Kultur und Lebensweise so eine moderne Gesellschaft ja auch gar nicht entstehen könnte. Es ist dies eine quasi symbiotische Entwicklung: Gesellschaft, Kultur, Recht, Staat, alles zusammen bewegt sich und wie es sich anders hätte bewegen können und wohin, das ist sehr spekulativ.
(Ich hatte dazu noch einen Gedanken, aber der ist grad verschwunden...)
Nachtrag: Fiel mir wieder ein, gibt da sogar einen Begriff, Genetic Pacification: Modernisierte Institutionen mendeln demnach Gewaltgene aus der Bevölkerung heraus.




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