Ein zertrümmerter Schädel aus China könnte das Wissen über die menschliche Herkunft verändern. Eine neue Studie legt nahe, dass der Homo sapiens viel früher entstanden sein könnte - und auch nicht in Afrika, wie bisher gedacht.
Eine digitale Rekonstruktion eines eine Million Jahre alten Schädels könnte das bisherige Wissen über die menschliche Evolution auf den Kopf stellen. Die Rekonstruktion des 1990 in China entdeckten zertrümmerten Schädels deutet laut einer in der Zeitschrift [Links nur für registrierte Nutzer] veröffentlichten Studie darauf hin, dass sich der Homo sapiens möglicherweise 400.000 Jahre früher als bisher angenommen von anderen menschlichen Vorfahren abgespalten hat. Und sein Ursprung liegt demnach in Ostasien und nicht in Afrika.
Der Untersuchung zufolge könnte es bereits viel früher verschiedene Hominiden, darunter Neandertaler und Homo sapiens, gegeben haben. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, "dass sich unsere Vorfahren bereits vor einer Million Jahren in verschiedene Gruppen aufgeteilt haben, was auf eine viel frühere und komplexere Aufspaltung der menschlichen Evolution hindeutet, als bisher angenommen", erklärte Chris Stringer, Anthropologe am Naturhistorischen Museum in London, der Teil des Forschungsteams war.
[Links nur für registrierte Nutzer] [Links nur für registrierte Nutzer] 21.08.25
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"Große Veränderung" in der Forschung?

Die Ergebnisse erschütterten zudem die These, dass sich der Homo sapiens in Afrika entwickelt und sich der moderne Mensch von dort aus verbreitet hat, sagte der Direktor des Australischen Forschungszentrum für Menschliche Evolution der Griffith University, Michael Petraglia. In der Forschung könnte sich nun eine "große Veränderung vollziehen, da Ostasien nun eine sehr wichtige Rolle in der Evolution der Hominiden spielt".
Der Schädel war zuvor einem Homo erectus zugeord