Zitat Zitat von Chronos Beitrag anzeigen
Der Atomausstieg der Merkel hatte nur sehr vordergründig etwas mit dem Fukushima-Desaster zu tun. Du unterschätzt die Gerissenheit der Merkel aber ganz gewaltig.

Die Merkel hatte ganz genau beobachtet, dass die Grünen durch Fukushima kräftige Stimmenzuwächse bekamen und hielt es dsehalb für dringend geboten, sowohl den Grünen Wind aus den Segeln zu nehmen wie auch allen anderen Kritikern der Kernkraft entgegen zu kommen und sie für die CDU zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass die Merkel kurz vor Fukushima sogar einen sogenannten Stresstest aller Atomöfen in Deutschland durchführen ließ, der dann nur für einige wenige Meiler das Aus bedeutete, aber dem größeren Rest gute Werte erteilte.

Das war gekonnter Stimmenfang von Merkel am grünlinken Rand, sonst nichts.

Weshalb halten eigentlich so viele Zeitgenossen die Merkel für dumm?
Merkel ist eine Schülerin von Kohl, „Kohls Mädchen“. Schon Kohl hat sich nicht für Deutschland interessiert sondern nur für Kohl, und Merkel hat es im gleich getan. Die Frau ist sicher vieles Unangenehmes, aber blöd ist sie nicht, nie gewesen. Die wusste sehr genau, wie man 16 Jahre an der Macht bleiben kann und sich Wählerstimmen organisiert wo sie eben schnell zu haben sind.

So war das Abschalten der AKW ein Projekt des Stimmenfangs, daran kann kein Zweifel bestehen. Aber nun, lieber Chronos, einen Schritt weiter gedacht: Stimmenfang bedeutet, etwas zu tun, was Wählern so gefällt, dass man dafür gewählt wird. Das bedeutet nichts anderes als Wählerwillen umzusetzen. Sind nicht Politiker genau dazu verpflichtet? Bedeutet „Demokratie“ nicht systemtypisch „Unterdrückung der Minderheiten“ zugunsten einer Mehrheit?
Kann man Merkel daraus wirklich einen Vorwurf machen?