Zitat Zitat von Virtuel Beitrag anzeigen
Don Giovanni ist jedenfalls keine Oper für Anfänger.
Die Oper hat dramatische und komödiantische Elemente, ist relativ lang und erfordert Konzentration und Ausdauer von den Zuschauern.
Musikalisch und auch darstellerisch ist sie eine Herausforderung für Sänger, Regisseure und das Publikum, da es um tiefe Emotionen, komplexe Charaktere, verschiedene Handlungsstränge und dramatische Wendungen geht.. Außerdem werden moralische Fragen und gesellschaftliche Normen thematisiert, was - wie Du zu Beginn sagtest - zeigt, daß diese keine Erfindung der Neuzeit sind.
Der Titel hätte auch anders lauten können: "Donna Annas Rache". In dem Stück werden zwei thematische Stränge verfolgt, zum einen das Leben des großen Aufreißers, daneben der Rachefeldzug einer vergewaltigten und dem damaligen Verständnis nach entehrten Frau.

Schaut man sich die Oper etwas genauer an, sehen und hören wir die meiste Zeit vier Personen, die darüber jammern, wie böse ihnen vom Leben mitgespielt wird, Anna, Ottavio, Elvira und Masetto.

Don Giovanni selbst hat nur wenige Nummern, wo er als Variante Giacomo Casanovas glänzen kann, am meisten noch im Finale des zweiten Aktes, und dort wird er zuletzt vom Teufel geholt.

Will man eine herausragende Vorstellung produzieren, was selbst in Versailles nur teilweise gelungen ist, braucht man sieben hervorragende Sänger. "Bei Mozart gibt es keine Nebenrollen", (Erika Köth).

Diese sieben muß man erst mal finden, engagieren und dann auch bezahlen.

Auch für den Intendanden ist dieses Werk eine Aufgabe, die ihm schlaflose Nächte bereiten kann.

Für die Traviata beispielsweise reichen drei hervorragende Sänger, Sopran, Tenor und Bariton.