
Zitat von
frundsberg
Welcher Unterschied besteht eigentlich noch zwischen der Politik/Agenda der Bundesrepublik und solchen Texten (s.u.)?
"Gerade in Kreisen des Kommunistischen Bundes wurde immer ein militanter Antinationalismus gepflegt, der die Auffassung vertrat, die Linke müsse den Haß auf die eigene Nation schüren und das deutsche Volk in einer ‚multikulturellen Gesellschaft‘ auflösen, da sich in Deutschland alle Übel der Welt vereinten. So im Monatsblatt KONKRET, 1992:
‚Die Deutschen seien ein schlimmes Gesindel, besonders die Bewohner der fünf neuen Länder hätten mit ihren Montagsdemonstrationen gezeigt, daß sie ihre westlichen Brüder und Schwestern noch an Dummheit, Feigheit, Raffgier, Fremdenhaß und Chauvinismus überträfen.‘
Die skandierte Parole ‚Deutschland verrecke‘ bzw. ‚Deutschland halt’s Maul‘ drückte die haßerfüllte Stimmung gegen den nationalen Aufbruch der Jahre 1989/90 aus.
Jürgen Elsässer gehört dabei zu den vehementesten Anti-Nationalisten in der Riege der KONKRET-Autoren. Im Januar 1994 machte er in seinem Artikel ‚Die Nazis kommen‘ seine Abneigung gegen Deutschland deutlich, das er nur mit ‚Barbarei‘, ‚Mord‘, ‚Terror‘, ‚Krieg‘ und ‚Auschwitz‘ gleichsetzt. Die Forderung nach einem ‚Selbstbestimmungsrecht der Völker‘ sei zudem eine ‚Kannibalenparole‘. Nur im Falle des Staates Israel könne das ‚reaktionäre‘ Prinzip vom Recht auf nationale Selbstbestimmung ausnahmsweise gerechtfertigt werden. 1992 wurde von Elsässer in einer Sondernummer der Zeitschrift ATOM die deutsche Wiedervereinigung als ‚fataler‘ Weg zu Rassismus und Antisemitismus abgewertet. Elsässer resümiert: ‚Was jetzt zu tun bleibt? Natürlich, jeder vernünftige Mensch muß das Denken in den Kategorien von Volk und Nation blamieren und jede Politik in dieser Richtung nach Kräften sabotieren.‘"
Quelle: Claus-M. Wolfschlag, „Das ‚antifaschistische Milieu‘ …“, Stuttgart, 2001