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Thema: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

  1. #161
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Das bestreitet doch keiner, der Bürger ist ja schließlich der Staat, die Frage ist nur wie er organisiert wird und eine Organisation die zuläßt das einige Geld und Macht geile Eliten beispielsweise viele Menschen tot impfen um ihre perversen Gelüste zu befriedigen, hat versagt, hier stehen die Befürworter der so genannten "Parlamentarischen Demokratie" buchstäblich im Wald.
    Wenn es nicht gelingt Politik so zu gestalten das die Korruption und die Käuflichkeit außen vor bleiben, muß der Bürger seine Politik selber machen.
    Ich frage dich jetzt mal ganz bewusst "gestellt naiv": Bist du der Meinung, dass sich ein Rätesystem aufgrund der Herrschaft des Kapitals nicht durchsetzen konnte, es aber im Grunde die beste Organisationsform für eine Gesellschaft wäre?

  2. #162
    statt BILD Benutzerbild von -jmw-
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Ich dachte tatsächlich nicht an blosse Interessennetzwerke oder Vereine oder sowas, sondern an [Links nur für registrierte Nutzer], an Wohn-, Arbeits- und Lebensgemeinschaften, die einer Idee, einem Ethos, einer Weltanschauung, einer Lebensweise odgl. verpflichtet sind und deren Mitglieder sich an die Regeln halten müssen, wollen sie dort wohnen bleiben - was sie in gewisser Hinsicht "unfreier" macht, aber gleichzeitig "freier" in dem Sinne, als dass es eben einen Ort gibt, an dem diese oder jene präferierte Lebensweise auch tatsächlich gelebt werden kann.

    Wenn der Kibbuz, das orthodoxe Kloster, die Mennonitensiedlung oder was weiss ich dann aber von der "Anarchopolizei" zerschlagen würde, weil die lieben Leut' "nicht frei genug leben", tja...

    Das setzt aber, richtig, voraus, dass eben diese Bedürfnisse auch bestehen und also die Menschen noch nah genug dran sind am Hier und Heute, dass wir verstehen, wie "man" denn so tickt.

    Und dann kann man eben auch gut drüber nachdenken, wie's von hie nach dort gehen mag.

    Braucht es hingegen ein anderes Bewusstsein, einen "neuen Menschen", dann kann man "Anarchie", so ähnlich wie den Kommunismus, nicht einführen, sondern sie kann nur entstehen.

    Zitat Zitat von Nathan Beitrag anzeigen
    Das ist ein sehr interessanter Aspekt, die Bildung von Gruppen als Abgrenzung zur anarchischen Gesamtgesellschaft. Solche Interessengruppen sind natürlich denkbar.

    Die Frage ist, welcher Geist herrscht in dieser Gruppe? Es könnte sich z.B. eine Gruppe der Schreiner bilden, die Spaß am Holzwerken haben und allerlei praktische Dinge für den Alltag herstellen. Solange sie das ausschließlich für die Gemeinschaft tun und nicht etwa auf die Idee kommen, ihr Können als Gruppe den anderen gegenüber zu vermarkten und z.B. "gegen Aufpreis", gegen besondere Gefälligkeiten besondere Stühle herstellen und damit wieder klassifizierbare Unterschiede schaffen, ist alles in Ordnung.

    Wir kommen immer wieder auf den Punkt zurück, dass diese ganze radikale Idee nicht mit dem heutigen Bewusstsein der Menschen durchzuführen ist. Die Menschheit ist ja in erdgeschichtlichen Dimensionen noch recht jung. Wenn sie sich nur ein bisschen beherrscht hat sie viele Jahrtausende Zeit, sich weiterzuentwickeln. Deine Frage ist eine ganz typische Frage, die sich denkende Menschen aus unserer ad hoc Sicht stellen. Die Antwort kann kein festes Rezept sein, wenn die große Hauptzutat nicht die nötige Beschaffenheit aufweist.
    M
    meine Antwort lautet, dass Freiheit ein so selbstverständliches Element einer anarchischen Gesellschaft ist, dass diese Frage nicht mehr gestellt wird. Es wird diesen Begriff nicht mehr geben, denn er hat nur Berechtigung in Systemen der Unfreiheit. So wenig wie es einen "Staat" geben wird, der nur Berechtigung als Schutzmacht der Besitzenden hat, aber in einem System ohne privaten Besitz als reine Organisationsstruktur überflüssig ist.
    Aktueller Kalenderspruch, KW 8: Nicht jeder, der Gutes tut, macht nichts Schlechtes. (Michael Heymig, 021019)

  3. #163
    libertär Benutzerbild von Vitalienbruder
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Die Ursache für Herrschaft ist der Zinseszins, dann Macht und Herrschaft läßt sich nur aus Schuld generieren und besagter Zinseszins ist nicht zu bedienen, bestes Beispiel "Jesuspfennig".
    Erst wenn die Menschen das begriffen haben wird man den Psychopathen in den Arsch treten können.
    Sklaverei/Herrschaft sind älter als der Zins. Sie werden mit der Androhung und Anwendung von Gewalt durchgesetzt. In der Evolution der Gesellschaftsformen haben aber die Bankiers die klassischen Formen der Herrschaft gekapert und kompromittiert (siehe Link unter "intelligentesten"). Seitdem kontrollieren die Bankierdynastien die Regierungen. Man spricht deshalb von den Regierungen als die Marionetten/Politikdarsteller der Bankster.
    1. Psychopathen streben nach Macht und besetzen die meisten Posten, unabhängig von der Staatsform.
    2. Alle Staaten verschuldet? - Wie das verzinste Schuldgeldsystem die Weltwirtschaft versklavt.
    3. Wie die Hochfinanz das Weltgeschehen steuert.

  4. #164
    GESPERRT
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Das bestreitet doch keiner, der Bürger ist ja schließlich der Staat, d....
    Halt! ich bestreite, dass der Staat grundsätzlich etwas Gutes für den Menschen ist. Ist er für mich nicht. Er ist in jeder kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung einfach unverzichtbar. Das auf jeden Fall. Die Schutzmacht des Kapitals, sozusagen. Alle Mittel des Staates zielen darauf ab, eine Ordnung zu garantieren, innerhalb derer die Inhaber der Produktionsmittel in Ruhe ihre Kapitalakkumulation betreiben können... hehe, so würde es ein Altkommunist beschreiben.

    Wie dem auch sei, ich stelle mir eine Gesellschaft vor aus einsichtigen Menschen, denen man keinen Staat überstülpen muss um sie vor sich selbst zu schützen.

  5. #165
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von luggi69 Beitrag anzeigen
    Fürher waren es de Häuptlinge, die Dorfältesten, die über das Wohlergehen ihrer Bewohner meist sachlich entschieden. Je älter jemand, um so erfahrerner.

    Derzeit wird Dummland von nach Fast-Kindern und Studienabbrechern nicht unwesentlich regiert.
    Früher war es die qualitative Führungsfähigkeit, die einen auf seine Position brachte und ihn dort hielt; konnte er die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen, bezahlte er in nicht wenigen Fällen mit seinem Leben...

    Heute wird Versagen in ebenfalls nicht wenigen Fällen zuweilen auch noch "vergoldet"...

  6. #166
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Vitalienbruder Beitrag anzeigen
    Sklaverei/Herrschaft sind älter als der Zins. Sie werden mit der Androhung und Anwendung von Gewalt durchgesetzt. In der Evolution der Gesellschaftsformen haben aber die Bankiers die klassischen Formen der Herrschaft gekapert und kompromittiert (siehe Link unter "intelligentesten"). Seitdem kontrollieren die Bankierdynastien die Regierungen. Man spricht deshalb von den Regierungen als die Marionetten/Politikdarsteller der Bankster.
    ich erinnere mich noch an Ackermann auf dem Schoß der Kanzlerin beim Jour Fix zum Frühstück. Grauenvoll. Dennoch ist das Bild schief. Ackermann wurde aus dem Tempel gejagt. Der hat dann gar nichts mehr kontrolliert. Sein Nachfolger versucht es erst gar nicht. Das Märchen von den bösen Bankern ist auch so alt wie der Böhmerwald. Gleich hinterher kommen dann die bösen Juden, denen die Banken gehören... das Manöver war schon immer viel zu durchsichtig.

  7. #167
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von amendment Beitrag anzeigen
    Früher war es die qualitative Führungsfähigkeit, die einen auf seine Position brachte und ihn dort hielt; konnte er die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen, bezahlte er in nicht wenigen Fällen mit seinem Leben...

    Heute wird Versagen in ebenfalls nicht wenigen Fällen zuweilen auch noch "vergoldet"...
    Das ist der Regelfall... ich wundere mich immer wieder.

  8. #168
    libertär Benutzerbild von Vitalienbruder
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Nathan Beitrag anzeigen
    ich erinnere mich noch an Ackermann auf dem Schoß der Kanzlerin beim Jour Fix zum Frühstück. Grauenvoll. Dennoch ist das Bild schief. Ackermann wurde aus dem Tempel gejagt. Der hat dann gar nichts mehr kontrolliert. Sein Nachfolger versucht es erst gar nicht. Das Märchen von den bösen Bankern ist auch so alt wie der Böhmerwald. Gleich hinterher kommen dann die bösen Juden, denen die Banken gehören... das Manöver war schon immer viel zu durchsichtig.
    Als Kommunist musst du das wohl so sehen, denn der Kommunismus wurde von den Bankstern als gesteuerte Opposition geschaffen, um die Ignoranz gegenüber dem [Links nur für registrierte Nutzer] zu fördern und stattdessen die Schuld an der Massenverarmung den Unternehmern in die Schuhe zu schieben.
    1. Psychopathen streben nach Macht und besetzen die meisten Posten, unabhängig von der Staatsform.
    2. Alle Staaten verschuldet? - Wie das verzinste Schuldgeldsystem die Weltwirtschaft versklavt.
    3. Wie die Hochfinanz das Weltgeschehen steuert.

  9. #169
    Freiwirtschaftler Benutzerbild von Pommes
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von amendment Beitrag anzeigen
    Die Ursache für Herrschaft leitet sich soziologisch definitiv anders ab als über die Existenz eines Zinseszins! Ich empfehle, dich diesbezüglich über die "Neolithische Revolution" einzulesen; da wirst du auf der Suche nach den Gründen für Herrschaft definitiv fündig.
    Das erspare ich mir, einfach deshalb weil Herrschaft nur dann möglich ist wenn jemand Macht ausüben kann und das wird heute über nicht zu bedienende Verbindlichkeiten arrangiert und der Zinseszins ist so eine, der Beweis liegt doch vor, die Nationen sind über die Halskrause verschuldet und die großen Vermögensverwalter und die Banken haben die Macht.
    Wer es vorzieht seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen. Silvio Gesell

    !Die Natürliche Wirtschaftsordnung! Silvio Gesell

  10. #170
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Anarchie - eine geeignete Gesellschaftsform?

    Zitat Zitat von Nathan Beitrag anzeigen
    ich erinnere mich noch an Ackermann auf dem Schoß der Kanzlerin beim Jour Fix zum Frühstück. Grauenvoll. Dennoch ist das Bild schief. Ackermann wurde aus dem Tempel gejagt. Der hat dann gar nichts mehr kontrolliert. Sein Nachfolger versucht es erst gar nicht. Das Märchen von den bösen Bankern ist auch so alt wie der Böhmerwald. Gleich hinterher kommen dann die bösen Juden, denen die Banken gehören... das Manöver war schon immer viel zu durchsichtig.
    Eine korrekte Richtigstellung, besten Dank.

    Der Kapitalismus ist per se nichts Schlechtes, so lange man ihn bei seiner ursprünglichen Funktion belässt und diese zu kontrollieren vermag. Das war bei der sozialen Marktwirtschaft - eine Erfindung von uns Deutschen! - noch gegeben.

    Sobald aber der Kapitalismus soziologische Funktionen übernimmt - und das tut er, weil ihm die unregulierte Ausbreitung immanent ist - dann entwickelt sich eine gesellschaftliche Härte und "Kälte"; Reichtum bzw. das Streben danach drückt jegliche "konkurrierenden Werte" beiseite.

    Dem Kapitalismus gehören im Grunde nur "die Flügel gestutzt": Gewinne machen: ja, aber permanent nur auf Gewinnmaximierung aus sein: nein.

    Der Kapitalismus braucht im übertragenen Sinne so etwas wie "Anstand" - und dafür sorgt m. E. nur der Staat. Hier auf "Selbstregulierungskräfte" zu hoffen, widerspräche dem Wesen des Kapitalismus.

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