akad.ch / 22. September 2023 / von Beat Ambord
Die unsichtbare Hand: Adam Smith erfand die freie Marktwirtschaft
Als
Adam Smith (schottischer Ökonom und Moralphilosoph, 1723 – 1790) den Begriff der unsichtbaren Hand kreierte, tat er das in seinen Werken nur dreimal. Zumeist in einem
moralischen und
christlich geführten Kontext. Die
Metapher beschreibt die
Führung des Verhaltens von Menschen durch eine
unsichtbare Hand, die bei
Adam Smith zumeist als
göttliche Hand zu verstehen ist. Die grösste Bedeutung des Begriffes messen wir heute seinem Werk
«Der Wohlstand der Nationen zu», in dem Adam Smith den
theoretischen Ansatz der
freien Marktwirtschaft begründet.
Die
Idee der
freien Marktwirtschaft hat sich bis heute in
keinem Land der Welt
durchgesetzt. Die
Grundidee bleibt aber dennoch ein
interessanter ökonomischer Ansatz, der in modernen
westlichen Volkswirtschaften als
soziale Marktwirtschaft ausgestaltet worden ist.
Nach
Adam Smith lassen sich die
Grundzüge der
freien Marktwirtschaft in etwa so zusammenfassen:
Individuen verfolgen eigene wirtschaftliche Ziele
Eigentum an Produktionsmitteln
volle Freiheit in der Ausgestaltung von Preisen und Investitionen
volle Gewerbe- und Vertragsfreiheit
offene, unregulierte Märkte
Der Staat tritt praktisch weitgehend in der
Regulierung und
Kontrolle der
Wirtschaft zurück und ermöglicht die freie Entfaltung der Märkte. Dabei kommen dem Staat nur
Gestaltungsmöglichkeiten zu, die sich auf
ein funktionierendes Rechtssystem
die Bereitstellung einer Währung
die Sicherung der Eigentumsrechte
die Errichtung der Infrastruktur und
den Schutz von Haushalten und Unternehmen
beschränkt. Damit tritt der Staat in seinen Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten weit zurück und überlässt Wirtschaft und Märkte weitgehend den freien Unternehmern. Das ist dann die eigentlich unsichtbare Hand im Rahmen der freien Marktwirtschaft. Die
Vorteile einer freien Marktwirtschaft liegen eindeutig in der Aktivierung der Menschen zum eigenverantwortlichen wirtschaftlichen Denken und Handeln. Das sorgt für innovative Entwicklungen und einen dynamischen Wettbewerb. Die freie Preisbildung orientiert sich an Angebot und Nachfrage.
Die
Nachteile zeigen sich dort, wo es möglicherweise um eine
unkontrollierte Marktmacht geht.
Monopole können die gesamte Wirtschaft dominieren, mit all ihren Auswirkungen auf das Gemeinwohl. Fehlende soziale und arbeitsrechtliche Sicherungsmechanismen sorgen für hohe Einkommensunterschiede und für ein mögliches Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Spätestens an
dieser Stelle kehr sich das Prinzip der unsichtbaren Hand
ins Gegenteil um.
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