
Zitat von
Pommes
Zunächst einmal wünsche ich dir ein frohes neues Jahr.
Danke, ebenso!
Und nun zu deinen Unklarheiten, ich zitiere hier mal auszugsweise meine Quelle:
Das Problem der freien Marktwirtschaft beschrieb er folgendermaßen: Kapitalisten, die er auch die Bourgeoisie nennt, besitzen Fabriken, Maschinen, Land und eben das gesamte Kapital, das zur Produktion von Waren benötigt wird. Der Arbeiter hingegen hat lediglich seine Arbeitskraft anzubieten, die er dem Kapitalisten verkauft. Da es sehr viele Arbeiter gibt, die einfache Fabrikarbeit machen können, hat ein einfacher Arbeiter eine äußerst schlechte Verhandlungsposition. Verlangt ein Arbeiter mehr Gehalt, kann der Kapitalist mühelos einen anderen finden, der den Job für noch weniger Geld macht. Und: Da ein Unternehmen wegen des Wettbewerbs an freien Märkten immer unter Preisdruck steht, versucht es, seine Kosten zu senken, indem es seinen Arbeitern so wenig wie möglich zahlt.
Für dieses Problem gab es aus Sicht von Karl Marx nur eine Lösung: die Verstaatlichung der Produktionsmittel. Wenn Fabriken, Land und Maschinen nicht mehr einzelnen Personen gehörten, sondern den Arbeitern selbst, dann würden die Arbeitsbedingungen besser und die Löhne fairer sein. Marx und Engels formulierten genau das in ihrem kommunistischen Manifest und riefen zur Revolution der Arbeiterklasse auf.
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Da hat JEMAND eine "story" geschrieben und versucht sie zu verbreiten !!!
Also eine neue Wirtschaftsordnung ohne die Marxens abstruse sozialistischen Träume eh nicht hätten umgesetzt werden können.

Zitat von
Pommes
Marx hat in erster Linie ne knallharte Wirtschaftsordnung verkauft, seine Zentralverwaltungswirtschaft, die Enteignung des Privatbesitz am Produktionsmittel war der Kern der Sache. [...]
Dann lies mal, was Marx/Engels im "Manifest" geschrieben hat.
Von "Zentralverwaltungswirtschaft" habe ich im "Manifest" nicht gefunden, nur "... in den Händen des Staates"
(dafür einiges über "Sozialismus", genauer über "die Sozialismen")
Anm.: Das "Manifest" wurde hier sogar schon als "kleines Nebenwerk" bezeichnet:

Zitat von
Klopperhorst
[...] Marx hat erst mal nur eine Analyse das kapitalistischen Systems geschrieben (Mehrwerttheorie, Kapitalakkumulation usw.).
Das Kommunistische Manifest von Marx/Engels war ein kleines Nebenwerk. [...]
nun soll es doch die Grundlage sein, in der er seine "knallharte Wirtschaftsordnung verkauft" ???
doch DU weißt es nicht von Marx, sondern hast es von einem übernommen, der über Marx geschrieben hat.
Im Manifest steht einiges über die Aufhebung von "bürgerlichem Eigentum"
>> ...Was den Kommunismus auszeichnet, ist nicht die Abschaffung des Eigentums überhaupt, sondern die Abschaffung des bürgerlichen Eigentums.
Aber das moderne bürgerliche Privateigentum ist der letzte und vollendetste Ausdruck der Erzeugung und Aneignung der Produkte, die auf Klassengegensätzen, auf der Ausbeutung der einen durch die andern beruht.
In diesem Sinn können die Kommunisten ihre Theorie in dem einen Ausdruck: Aufhebung des Privateigentums, zusammenfassen. ...
<<
Es ist jedoch wenig Konkretes zu finden, wie die "kommunistische Wirtschaftsordnung" funktionieren soll.
>>Wir sahen schon oben, daß der erste Schritt in der Arbeiterrevolution die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie ist.
<<
Oh je, man hat's erlebt !
>> Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.
Es kann dies natürlich zunächst nur geschehen vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung über sich selbst hinaustreiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich sind.
Diese Maßregeln werden natürlich je nach den verschiedenen Ländern verschieden sein.
Für die fortgeschrittensten Länder werden jedoch die folgenden ziemlich allgemein in Anwendung kommen können:
1. Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu Staatsausgaben.
2. Starke Progressivsteuer.
3. Abschaffung des Erbrechts.
4. Konfiskation des Eigentums aller Emigranten und Rebellen.
5. Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.
6. Zentralisation des Transportwesens in den Händen des Staats.
7. Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung aller Ländereien nach einem gemeinschaftlichen Plan.
8. Gleicher Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders für den Ackerbau.
9. Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmähliche Beseitigung des Unterschieds von Stadt und Land.
10. Öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder. Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion usw.
<<
"Plan" ist einzig in Punkt 7 (für "Urbarmachung und Verbesserung aller Ländereien") genannt
und "Zentralisation" in 5. und 6. bei "Kredit" und "Transportwesen"
Was soll eine "Starke Progressivsteuer", wenn die Bourgeoisie enteignet ist und "Privateigentum an Produktionsmitteln" (also auch "Gewinne" daraus) angeschafft ???
("Kredit" wäre auch hinfällig, wenn spätere Kommunisten "Geld abgeschafft" hätten)
auch "alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats" ist mehr ein "Gemeinplatz" als eine "Wirtschaftsordnung"
(spätere Kommunisten nannte es "Staatskapitalismus" und "der Staat" war nicht "das Proletariat" sondern "die Partei" bzw. deren "Führung")
("in den Händen des Staats" trifft doch auf die "Ölscheichtümer" auch zu)
Generelle "Planwirtschaft" etc. (mit allen dafür erforderlichen "Behörden") war Schlussfolgerung von anderen.