Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
Im deutschen Idealismus gibts Gott nicht außerhalb als transzendente Existenz, sondern Gott ist die Welt selbst.
In der Evolution und Geschichte lernt sich dieser Gott selbst kennen, kommt zu Bewusstsein.

Nur so ist die Ungerechtigkeit und das Leid zu erklären, das ja immer als Argument gegen Gott verwendet wird.

Wenn Gott aber die Welt selbst ist und sich durch Evolution selbst erkennt, muss er also auch Fehler und Leiden erzeugen.

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Ja, das ist die Vorstellung, welche die meisten Religionen bzw. Menschen von einem Gott haben. Auch Einstein wollte quasi glauben das Gott das Universum ist. Hat sich davon aber am Ende des Lebens etwas entfernt.
„Meine Religion besteht in meiner demütigen Bewunderung einer unbegrenzten geistigen Macht, die sich selbst in den kleinsten Dingen zeigt, die wir mit unserem gebrechlichen und schwachen Verstand erfassen können. Die tiefe, emotionelle Überzeugung von der Anwesenheit einer geistigen Intelligenz, die sich im unbegreiflichen Universum öffnet, bildet meine Vorstellung von Gott.“
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Weil Einstein hat zwar an einen Gott als Etwas geglaubt, aber nicht an einen Gott als Person.

Einsteins Metaphysik:
In jedem Fall steckt aber in der Physik ein ideelles Moment, sei es auf der Subjekt- oder auf der Objektebene. Einstein sagt: „Zur Aufstellung einer Theorie genügt niemals das bloße Zusammenbringen registrierter Erscheinungen – es muss stets eine freie Erfindung des menschlichen Geistes hinzukommen, die dem Wesen der Dinge näher auf den Leib rückt. Der Physiker darf sich nicht begnügen mit der bloßen phänomenologischen Betrachtung, die nach der Erscheinung fragt, sondern muss vordringen zur spekulativen Methode, welche die Existenzform sucht.“ Genauso wie im Folgenden könnte das auch Hegel gesagt haben: „Die brauchbaren mathematischen Begriffe können durch Erfahrung wohl nahe gelegt, aber keinesfalls aus ihr abgeleitet werden. Erfahrung bleibt natürlich das einzige Kriterium der Brauchbarkeit einer mathematischen Konstruktion für die Physik. Das eigentlich schöpferische Prinzip liegt aber in der Mathematik. In einem gewissen Sinn halte ich es also für wahr, dass dem reinen Denken das Erfassen des Wirklichen möglich sei, wie es die Alten geträumt haben.“ Positivismus ist das nicht. Einsteins metaphysischen Protest gegen eine allzu enge, empiristisch und materialistisch vorgehende Wissenschaftstheorie sollte man sehr ernst nehmen. Physik ist ohne Metaphysik nicht zu haben.
Danach können wir von der Wissenschaft her mit bestem Wissen und Gewissen sagen: „Es gibt keinen Gott, und es gibt auch kein Leben nach dem Tode.“ Diese Urteile folgen aus einer engen, sensualistisch interpretierten Physik. Wenn wir der Meinung sind, dass sinnliche Erfahrung nicht nur – wie bei Kant – der Ausgangspunkt unserer Theoriebildung, sondern auch schon ihr Inhalt ist, dann beschreibt die Physik nur das, was wir im Prinzip auch anfassen können. Dann verhält sich die Physik zur alltäglichen Sinneserfahrung, wie sich nach Freud die Kunst zur Sexualität verhält: Kunst ist sublimierte Sexualität, so wie Physik nur sublimierte Sinneserfahrung ist. Die großen Physiker haben niemals so simpel gedacht. Für sie drückte sich im mathematischen Schema der Sinn der Natur aus, der sich als Einheit in der Vielheit offenbart. So sagte Heisenberg einmal im Gespräch mit Einstein: „Ich muss zugeben, dass für mich von der Einfachheit und Schönheit des mathematischen Schemas, das uns hier von der Natur suggeriert worden ist, eine ganz große Überzeugungskraft ausgeht. Sie müssen das doch auch erlebt haben, dass man fast erschrickt vor der Einfachheit und Geschlossenheit der Zusammenhänge, die die Natur auf einmal vor einem ausbreitet und auf die man so gar nicht vorbereitet war.“ Für die genannten Physiker war die Welt ein ideendurchtränktes Phänomen. Daher war Einstein, ebenso wie Planck, Pauli oder Heisenberg, kein Atheist. Ganz allgemein sollte es die szientifischen Materialisten nervös machen, dass viele sehr bedeutende Physiker von Galilei über Newton bis Einstein, Schrödinger und Heisenberg tief gläubige Menschen waren. Wenn der Atheismus eine natürliche Konsequenz der Physik wäre, könnte dieses Phänomen nicht auftreten.

Allerdings entsprechen die Gottesvorstellungen der meisten Physiker nicht dem, was die Bibel lehrt. Einstein sagt: „Ich glaube an Spinozas Gott, der sich der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit den Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.“ Das heißt: Einsteins Gottesbild ist, wie übrigens auch das von Planck, nicht personal. Der Physiker Steven Weinberg, der nach einer „Weltformel“ sucht, war der Meinung, dass man lieber gleich Atheist werden sollte, als an einen lieb- und leblosen Gott zu glauben. Er sagt dementsprechend: „Die Weltformel wird mit uns Menschen nichts zu tun haben. Sie wird uns die Welt kalt und unpersönlich erscheinen lassen“ („Es gibt keinen Beweis für Gott“, in: Bild der Wissenschaft, Nr. 12/1999).
Wesentlich bleibt trotzdem, dass Einstein die religiöse und metaphysische Sphäre eröffnet hat gegenüber einem weit verbreiteten Positivismus und Materialismus, der sich zu Unrecht in Übereinstimmung mit der Physik wähnt. Einstein ist groß nicht nur als Physiker, sondern auch als Metaphysiker. Er sagt: „Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestation tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinn und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen.“
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