Beschreibung
Es handelte sich hier um eine
Bell 212 als
leichten Transporthubschrauber (LTH) der Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz). Der Hubschrauber war bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel Nord (Küste) in Fuhlendorf (Bad Bramstedt / Schleswig-Holstein) stationiert.
Geschichte der Bell 212:
Der Ursprung dieses Hubschraubers geht auf die ab
1955 entwickelte
Bell 205 zurück. Der Erstflug dieses leichten Transporthubschraubers der Firma Bell, entwickelt für die US Army, erfolgte 1956 mit einer
Avro Lycoming T53 Wellenturbine. Die erste Auslieferung der auch als
HU-1A (Helicopter Utility, Nickname: „Huey“) bezeichneten Maschinen fand ab
1959 statt.
Die Weiterentwicklung zur
Bell 205 (UH-1D „Iroquois“) bestand in einer
leistungsgesteigerten Gasturbine und einer
verlängerten Kabine. Dieses Modell flog
1961 erstmalig und es wurde von Bell und anderen Herstellern
in Lizenz über
2000 Stück dieses Helikopters verkauft.
In Deutschland wurde die
Bell 2025 UH-1D vor allem von der Bundeswehr und in geringem Umfang vom Bundesgrenzschutz eingesetzt. Insgesamt wurden
350 Maschinen ab
1965 erworben.
Zwei davon wurden komplett bei Bell gebaut, vier wurden bei
Dornier (Oberpfaffenhofen / Bayern) endmontiert und die restlichen
344 Stück in Lizenzherstellung bei
Dornier, die Triebwerke bei
KHD (Klöckner Humboldt Deutz AG, Oberursel) bis
1971 gefertigt und ausgeliefert.
Die Konstruktion der Bell 205 ist mit zwei Längsträgern (tragende Elemente für Triebwerk, Getriebe, Lasthaken, Kufen, Heckausleger) und Querspanten relativ einfach. Ab
1988 wurde zur Nutzungsdauerverlängerung bei der Bundeswehr die Zelle der UH-1D
verstärkt und
neue Rotorblätter montiert.
Die
Bell 212 ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der ab
1968 konzipiert wurde. Der Hubschrauber gilt ist eine
Weiterentwicklung der
Bell UH-1 Huey. Im Jahre 1966 baute Bell Helikopter einen Prototyp der 212 aus Teilen der Bell 205 zusammen. Nach dem Bau eines Versuchsmusters mit einer als Model 208 „Twin Delta“ bezeichneten Version wurde das Modell zur 212 weiterentwickelt.
Der Erstflug des Hubschraubers erfolgte im April
1969, die Zulassung 1970 und 1971 begann die Serienauslieferung. Die militärische Variante des
Bell 212 erhielt die Bezeichnung
UH-1N Iroquois oder alternativ als
Twin Huey bezeichnet. Zwischen
1971 und
1988 wurde die Maschine im
texanischen Werk von Fort Worth gebaut, ehe die Produktion ins
kanadische Mirabel verlegt wurde. Im Jahre 1972 erhielt
Agusta die Lizenzvereinbarung von Bell zum Nachbau der Maschine, die auch unter der Bezeichnung
Agusta-Bell AB 212 bekannt wurde und sich nur unwesentlich unterschieden.
Die
Bell 212 wurde mit einem
Zweiblattrotor produziert, erhielt im Gegensatz zur Bell UH-1D ihren
Heckrotor jedoch auf der
rechten Seite des Heckauslegers, obwohl der Hauptrotor nach
links dreht. Anders als die UH-1, die über nur eine Turbine verfügt, wurde die
Bell 212 mit
zwei Triebwerken versehen, die merklich erhöhte Leistungsreserven bieten. Der
Hauptrotor der
Bell 212 wird von einem
Pratt & Whitney Canada PT6T-3 Twin-Pac angetrieben, der aus
zwei gekoppelten PT6-Turbinen besteht, die ein gemeinsames Getriebe antreiben. Sie können bis zu 1.342 kW an Leistung produzieren. Wenn ein Motor ausfällt, kann der verbleibende Motor 30 Minuten lang 900 PS (671 kW) oder kontinuierlich 765 PS (571 kW) liefern, wodurch die Bell 212 die Reiseleistung bei maximalem Gewicht aufrechterhalten kann. Der Vorteil des Twin-Pac-System liegt in einer Gewichts- und Größenreduktion gegenüber zwei komplett getrennten Turbinen. Die Maximalgeschwindigkeit und die Reisegeschwindigkeit der Bell 212 sind im Vergleich zur Bell UH-1D jedoch unverändert.
Der
Hubschrauber wird heute noch besonders von staatlichen Stellen für Aufgaben wie Luftrettungs- und Polizei-Missionen eingesetzt. Insgesamt stand der Hubschrauber in mehr als
30 Ländern im Einsatz. In Deutschland war die
Bell 212 vor allem beim Bundesgrenzschutz und dessen Nachfolgeorganisation, die Bundespolizei sowie das deutsche Bundesministerium des Innern im Einsatz, alle Maschinen sind jedoch mittlerweile außer Dienst. Die
Bell 212 war bis dahin auch die einzige amerikanische Maschine, die
1979 in die Volksrepublik China
exportiert werden konnte.
Zwischen 1971 und 1998 wurde die Bell 212 in seinen verschiedensten Varianten produziert. Im Jahr 1998 lief die letzte Bell 212 vom Band. Die Bell 212 wurde auch in
Lizenz, z.B. bei
Augusta in
Italien hergestellt. Ab 1979 wurde zuerst zu Testzwecken ein Vierblattrotor an einer 212 verwendet und dann daraus als Weiterentwicklung die Bell 412 bis 1981 zugelassen. Diese Variante hat eine nahezu unveränderte Kabine, den Vierblattrotor, stärkere Wellentriebwerke und eine bessere Avionik-Ausrüstung.
Die Bell 212 bei der Bundespolizei:
Ab
August 1973 erhielt der Bundesgrenzschutz (später Bundespolizei genannt) insgesamt
20 Bell 212 diese waren in olivgrün oder in einem orangen Farbton lackiert. Die Hubschrauber wurden zuerst für die GSG-9 Einheit und dann auch für den Einsatz über See und im Rettungsdienst eingesetzt. Die Maschinen wurden bis
2011 durch EC-155 ersetzt.
Leistungsmerkmale:
Hersteller: Bell Helicopter (Textron-Konzern)
Typ: Bell 212
Triebwerke: 2x Pratt & Whitney Canada PT6T-3B
Dauerleistung, je Triebwerk: 597 kW, insgesamt 1194 kW
Höchstgeschwindigkeit: 223 km/h
Reichweite: 439 km
Leergewicht: 2.961 kg
Maximales Abfluggewicht (MTOW): 5.080 kg
Maximale Nutzlast: 2.119 kg
Länge über alles: 17.430 mm
Spannweite: 14.460 mm
Höhe: 3.830 mm
Reiseflughöhe: 6.100 m
Ausrüstung:
Optional Rettungswinde /Winsch (außen angebaut oder ausschenkbar innen verbaut)
Optional Notschwimmersystem (Emergency Flotation System/ EFS)
Optional Wetterradar
Farbe:
Dunkelgrün RAL-6012 (BGS-Grün)
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