Zum Dank dafür wurde die Wiederwahl Boris Jelzins im Jahr 1996 wesentlich durch sieben Oligarchen ermöglicht, zu denen unter anderem Boris *Beresowski, Wladimir *Potatin sowie Michail Chodorkowski gehörten. Es war die Zeit, in der staatliche Ölfirmen wie Yukos, Sibneft, Surgut Neftegas, Teile von Lukoil, der Nickelproduzent Norilsk Nikel und andere nahezu unkontrolliert verramscht (= zu Schnäppchenpreisen «privatisiert») wurden. Für Russland hatte das dramatische Folgen, der Staat geriet mehr und mehr in den Einfluss des organisierten Verbrechens.
Der britische Publizist David Pryce-Jones beschrieb diese Phase in seinem Buch «Der Untergang des sowjetischen Reiches» so: «In den letzten achtzehn Monaten ihres Bestehens wurde die Sowjet*union zu einem Paradies für wagemutige und skrupellose Geschäftemacher; ihr gesamtes Produktionsvermögen, alle ihre Ressourcen und Warenlager wurden geplündert. Wieder wurde eine riesige Beute neu verteilt. Es war der Ausverkauf einer Nation.»
Auch Chodorkowski nutzte seine politischen Verbindungen im In- und Ausland sofort und mit allen Konsequenzen. Wladimir Putin war es dann, der den Oligarchen konsequent Einhalt gebot. Er warnte vor weiteren Einmischungen und drohte mit rückwirkenden Untersuchungen über die Herkunft der Vermögen. Beresowski und Gussinski zogen die Konsequenz und verliessen Russ*land. Beresowskis Familie ging nach Israel, er nach Grossbritannien. Gussinski wurde israelischer Staatsbürger und baute in Israel ein Medienimperium auf. Chodorkowski blieb und wollte Putin die Stirn bieten. Er zeigte bei jeder Gelegenheit, dass er sich mit dem Westen verbunden fühlte. Als er die strategisch wichtigen Konzerne Yukos und Sibneft (gehörte dem Oligarchen Romas Abramowitsch) fusionieren und dann an ExxonMobile (Rockefeller) verkaufen wollte, reichte es Putin, nachdem er bei einem persönlichen Streit mit Chodorkowski von diesem verbal bedroht wurde. Putin liess die Akte Chodorkowski untersuchen und ihn selbst festnehmen. Die Chodorkowski angelasteten Straftaten wären auch im Westen strafbar.
Dabei hatte Chordorkowski fest damit gerechnet, dass ihn sein unermesslicher Reichtum und seine Freunde im Westen wie Kissinger, Rockefeller, Rothschild und die Israel-Lobby in den USA vor jeder *Verantwortung und Verfolgung schützen würden.