Kann ich nachvollziehen. Wenn man die heutige Medienlandschaft mit der z.B. in den 80ern vergleicht, dann ist das durchaus korrekt beschrieben. Damals waren die Nachrichten im ÖRR quasi als "Wahrheit" aufgefasst worden - so hoch war die Glaubwürdigkeit. Durch das quasi Infomonopol musste man sich schon wirklich bemühen eine andere Sichtweise zu entwickeln, als diejenige, die im Fernsehen als Mainstream verkauft wurde.
Ergebnis: Jedes Dorf hatte einen Dorfdeppen, aber die kannten sich nicht gegenseitig. Vielleicht waren auch nur alle anderen verblödet, nur er nicht - meist aber eher andersrum.
Heute ist alles vernetzt. Fernsehen hat als primäre Infoquelle abgedankt. Wer politisch interessiert ist, der ist im Internet aktiv - in den unterschiedlichsten Medien. Und egal wie absonderlich deine Meinung ist, google findet diejenigen, die genauso einen Unsinn denken wie du. Niemand ist mehr alleine - jedem noch so großen Deppen wird das Gefühl vermittelt in Wahrheit zu einer Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören.
Mir macht das große Sorge. Es gibt nunmal viele Leute, die nicht in erster Linie nach einem "richtigen" Standpunkt suchen, sondern die letztendlich IHREN Standpunkt bestätigt wissen wollen. Das ist auch normal, aber es wird einem durch die Vernetzung sehr einfach gemacht. So jedenfalls erkläre ich mir diese Blasenbildung.



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