Zitat Zitat von Haspelbein Beitrag anzeigen
Das Problem ist, dass man dies weder Trump noch Biden zuschreiben kann. Die Kehrtwendung der Wirtschaft kam auch schon unter Trump, und setzte sich unter Biden fort. Diese fiel relativ stark aus, da die Corona-Auflagen in den USA ziemlich milde sind. Die Inflation wurde auch durch einen Zusammenbruch der Lieferketten, mit einer sich erholenden Nachfrage ausgelöst. (Dies ist auch keine Frage des Geldpolitik.) All das war jedoch keine Frage des Präsidenten.

Jedoch passt das nicht zu der Politik, die Biden sich am Beginn seiner Präsidentschaft zurechtgelegt hatte. Die Inflation ist in aller Munde, und auch durch die Bank deutlich spürbar. Er schiebt dies manchmal auf irgendwelche Konzerne und finsteren Mächte, und wirkt in diesen Momenten fast schon wie Trump, der auch gern nach einem Schuldigen suchte.
Dabei ist die derzeitige Situation wirklich problemlos mit den Folgen einer jahrzehntelangen Handelspolitik und den Corona-Massnahmen weltweit zu erklären. Es ist eine "cost push inflation", wie es sie auch in den 70er Jahren gab, d.h. sie ist durch eine Verringerung des Angebots begründet, und irgendwann verselbständigt sich die Erwartungshaltung, d.h. die Inflation wird bei der Preisgestaltung in Unternehmen und bei Lohnverhandlungen angenommen.

Darauf hat Biden keine Antwort, und auch wenn er sich gerne mit FDR vergleicht, so ist von den derzeit von den Umständen her Carter deutlich ähnlicher.
Was anderes, als finstere Mächte verantwortlich zu machen, kann Biden ja auch nicht, schließlich muß er sich erklären und da im permanenten US-Wahlkampf nichts ausgelassen wird, um die Gegenseite zu attackieren, muß er halt die Vorwürfe umleiten. Das macht diese aber nicht lächerlicher, es sei denn man hat bei der FED übermäßig viel gedruckt seit Januar.