Lebenslauf Robert Habeck (Auszug aus einem Handelsblatt)
Robert Habeck wird 1969 in Lübeck geboren und wächst in Heikendorf in Schleswig-Holstein auf. Seine Eltern führen dort eine Apotheke. Der junge Robert spielt im
Gymnasium Schultheater, engagiert sich in der Schülervertretung und wird Mitherausgeber der Schülerzeitung. Nach dem Abi 1989 leistete er seinen
Zivildienst beim Hamburger
Spastikerverein und betreut
Schwerstbehinderte.
Robert Habecks Studium: Doktor der Philosophie
Danach geht’s in den Süden, zum
Magister-Studium der Fächer Germanistik, Philosophie und Philologie an der Uni Freiburg. Als 31-Jähriger verteidigt er an der Universität Hamburg seine Doktorarbeit mit dem Titel
„Die Natur der Literatur: Zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität“.
Während andere Studenten das Nachtleben erkunden, vergräbt sich der Student Habeck zeitweise komplett in der Bibliothek und widmet sich der Philosophie. Doch dieses Leben als „radikaler Philosoph“ tut seinem Sozialleben nicht gut, ein Umbruch muss her. „Ich floh mit einem Erasmus-Stipendium von Freiburg nach Dänemark“, verrät Habeck in einem Interview mit der Zeit. Da habe er sein Leben wieder auf die Spur gebracht. „Ich kann ihn genau datieren, diesen Moment: 2. September 1991, 18.30 Uhr.“ Das Leben in Dänemark habe ihm gezeigt, dass man alles auch anders sehen kann und dass man nicht glücklich werde, wenn man andere Sichtweise ignoriere.
Diese Erfahrungen machen aus dem Schöngeist den Schriftsteller. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch, die er während des Studiums kennenlernt, entwirft er erste
Erzählungen, später auch
Romane und
Jugendbücher und teilte sich mit ihr Beruf und Windelnwechseln.
Ohne die Politik wäre es bequemer gewesen, schreibt Habeck über sich selbst. Doch 2002 wird er Mitglied der Grünen, weil er, wie er selbst sagt, begann „auf die blöden Politiker zu schimpfen“. Als er 2002 eine Kreismitgliederversammlung der Grünen Schleswig-Flensburg besucht, kommt er als Kreisvorsstandssprecher nach Hause – die erste Stufe der politischen Karriereleiter ist erklommen.
Robert Habecks Politik-Karriere: aus Schleswig-Holstein zum Grünen-Vorsitzenden
2004 folgt der Landesvorsitz in Schleswig-Holstein und ein Jahr später führt Habeck die Grünen in den Landtagswahlkampf 2005. 2012 wird er dann „Draußenminister“ und stellvertretender Ministerpräsident für Schleswig-Holstein. Seine Ehefrau Andrea Paluch beschreibt ihn als jemand, der lösungsorientiert sein könne, aber trotzdem in der Lage, Mehrheiten herzustellen.
Alles Eigenschaften, die ihm schon auf Landesebene helfen, tiefgreifende Konflikte zu lösen, wie etwa zwischen Naturschützern und Muschelfischern.
Anderthalb Jahre verhandelt Habeck zwischen beiden Gruppen, um gemeinsam einen Kompromiss für die
Nutzung von Miesmuscheln zu finden. Damit verhindert Habeck weitere Gerichtsverfahren und geht als derjenige in die schleswig-holsteinische Geschichte ein, der den
Muschelfrieden schloss.
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