Selbst das finsterste Mittelalter muß ein Goldenes Zeitalter der Aufklärung gewesen sein gegen unsere infantile Mediengesellschaft. Die Leute haben schlicht kein Urteilsvermögen mehr, auch wenn es um ihr und ihrer Kinder Leib und Leben geht. Sie überlassen das Urteil den Medien, und wenn die nicht warnen, dann ist alles in Ordnung. Und je "studierter" und gebildeter, desto dümmer.
Sie vergießen bittere Tränen wegen irgendwelcher echter oder vermeintlicher Einzelschicksale, von denen sie eh am nächsten Tag nicht mehr genau wissen, ob sie sie im Tatort oder in der Tagesschau gesehen haben. Aber für das reale Leid von uns allen sind sie blind, arbeiten im Gegenteil beseelt mit am Umbau unserer Gesellschaft in eine kontakt- und gesichtslose Hygiene-Hölle.
Wenn der Faktencheck, der Fernseher und der Experte für was auch immer sagt, daß die Maske nicht schadet, dann schadet sie nicht, auch wenn jeglicher Menschenverstand dagegen spricht und mein Kind schon halb erstickt ist. Selbst Sprints mit Maske – kein Problem. Wenn Maskenlose ab morgen standrechtlich erschossen werden - sie werden Beifall klatschen. Wenn die Zeitung morgen gegen das Virus empfiehlt, wir sollen unseren Kindern einen Holzpflock durchs Herz treiben - sie werden es tun. Menschen, die ich eigentlich meine Freunde nennen würde, wenn ich nicht sowieso sehr sparsam mit diesem Begriff wäre.
Der Fernseher hat es gesagt, es muß stimmen. Die zurechtgezimmerten "Begründungen" sind egal und sollen Denkfähigkeit vorgaukeln, wo keine ist. Auf meine jüngste Brandmail im (nun z.T. ehemaligen) Freundeskreis war es fast ausschließlich: Ich kenne um drei Ecken jemanden, der an C. gestorben ist. Das ist dann die Begründung eigentlich höchst intelligenter Menschen, daß 80 Millionen Menschen sich tagtäglich selbst freudig wie Aussätzige behandeln sollen.







