Seine anti-westlichen Tiraden und Verschwörungstheorien liest man von ihm verstärkt seit 2014, seit der Krim-Krise. Ich fragte mich damals, was sollen diese Polit-Agitationen in Finanzkolumnen? Da gibt es dann drei mögliche Erklärungen. Er will im Bildzeitungsleser-Milieu neue Kunden für seine Fonds gewinnen. Er generiert als bezahlter Kreml-Troll ein Zusatzeinkommen, oder er tickt wirklich so. Auch bei Dirk Müller, der mit seinem Fonds ebenfalls keinen nennenswerten Zusatzwert generiert, gibt es immer wieder ähnliche Polit-Agitationen. Wenn sie sich mehr um Finanzen, um Bilanzanalysen u.ä. kümmern würden, und weniger um Politik und Verschwörungstheorien, dann hätten sie eine bessere Chance, einen Mehrwert für ihre Anleger zu schaffen. Wobei ich bei Müller ohnehin bezweifele, dass er als ehemaliger Bankkaufmann und Börsenhändler zu tief gehenden Bilanzanalysen fähig ist. Für mich ist der nur noch ein "Schwätzer" mit dem erwähnten Bildzeitungsleser-Klientel als Zielgruppe.
Ottes Stellungnahmen zu Wirecard kannte ich bisher nicht, weil ich schon seit Jahren keine Zeit mehr damit verschwende, von solchen Leuten, die in der Finanz-Praxis nichts liefern und zu viel politisieren und sich zu viel mit Verschwörungstheorien beschäftigen, Kolumnen und Kommentare zu lesen. Und nach Deiner Schilderung liegt tatsächlich der Verdacht nahe, dass er zu wenig Bilanzanalyse betreibt.
Ich lese ab und zu noch die Kommentare von Bert Flossbach und seinem Mitarbeiter Thomas Mayer, dem ehemaligen Chef-Volkswirt der Deutschen Bank; wobei bei Letzterem mich weniger Geldanlageempfehlungen interessieren - die er ohnehin kaum gibt - sondern mehr die volkswirtschaftlichen Analysen. Flossbach hat mit seinem Mischfonds über 10 Jahre tatsächlich einen Mehrwert geschaffen, auch die Sharpe Ratio-Werte waren gut. Auch muss man von Flossbach und Mayer nicht diese völlig überflüssigen und deplazierten Polit-Agitationen wie bei Otte und Müller lesen. Flossbachs Fonds wird allerdings zunehmend unattraktiver. Das liegt aber schlicht am gigantischen Fondsvermögen von mittlerweile knapp 20 Mrd. Euro. Erstens ist so ein Fonds wie ein Öltanker viel schwerer zu steuern, und zweitens - was der wichtigere Grund sein dürfte - kann so ein Fonds in Micro Caps praktisch gar nicht mehr investieren und in Small Caps und Mid Caps nur noch im geringen Umfang. Das Small Cap-Premium geht so verloren.
Ja, Volkswirte sind als Fondsmanager nicht so gut geeignet.




Mit Zitat antworten
