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Hat hier eigentlich schon jemand die Ursache des Magnetismus erklärt?

Wie kann es sein, dass der Elektronen-Spin bei Gold keine magnetischen Felder erzeugt, bei Eisen oder anderen ferromagnetischen Metallen aber schon?

Oder weshalb es diamagnetische, paramagnetische und ferromagnetische Materialien gibt?

Auf fundierte Erklärungen dieser Phänomene wäre ich extremst neugierig!
Boah, fiese Frage. Das ist tiefste Quantenmechanik und hat damit zu tun, wie die Orbtiale gemäss Pauli-Prinzip und relativistischen Effekten besetzt wird. Gold hat ein abgeschlossenes d-Orbital und somit heben sich die Spins auf. Die Wikipedia fasst die Erklärung für Ferromagnetismus so zusammen:

Träger der elementaren magnetischen Momente sind die Elektronen[Links nur für registrierte Nutzer]. Wie bei anderen kooperativen [Links nur für registrierte Nutzer]Phänomenen ist auch beim Ferromagnetismus die magnetische Dipol-Dipol-[Links nur für registrierte Nutzer]viel zu schwach, um für die Ordnung der Spins verantwortlich zu sein. Sie hat aber, im Gegensatz zur Austauschwechselwirkung (siehe unten), sehr große Reichweite und ist deshalb trotzdem für die Anwendungen wichtig. Bei der ferromagnetischen Ordnung kommt noch hinzu, dass die parallele Ausrichtung magnetischer Momente für die Dipol-Dipol-Wechselwirkung energetisch ungünstig ist. Verantwortlich für die parallele Spinordnung des Ferromagneten ist die quantenmechanische [Links nur für registrierte Nutzer], die mit der Existenz von [Links nur für registrierte Nutzer] bei Zwei-Elektronen-Systemen zu tun hat und mit dem [Links nur für registrierte Nutzer] zusammenhängt. Es handelt sich also um ein [Links nur für registrierte Nutzer], das nicht einfach zu verstehen ist:
Im Detail muss nach dem Pauli-Prinzip für eine antisymmetrische Ortswellenfunktion die zugehörige Spinwellenfunktion symmetrischsein (z. B. bei parallelen Spins im Zwei-Elektronen-System). Man kann zeigen, dass der durchschnittliche Abstand der beiden Teilchen bei einer antisymmetrischen Ortswellenfunktion größer ist und damit für Teilchen gleicher Ladung deren Coulomb-Abstoßung geringer. Die Austauschwechselwirkung bewirkt hier also eine effektive Absenkung der potentiellen Energie. Andererseits können sich die Elektronen mit parallelem Spin nach dem Pauli-Prinzip nicht im selben Ortszustand befinden und müssen sukzessive höhere Niveaus besetzen, wodurch ihre kinetische Energie zunimmt. Die spontane Parallelstellung der Spins und damit eine ferromagnetische Ordnung wird also nur zustande kommen, wenn die Absenkung der potentiellen Energie die Erhöhung der kinetischen Energie überkompensiert. Das ist der Grund, weshalb nur die wenigen genannten Materialien ferromagnetisch sind, die breite Mehrheit aber nicht.
Paramagnetisch sind die Stoffe, die ungepaarte Elektronen besitzen und Diamagnetismus tritt fort auf, wo ein Stoff weder Para- noch Ferromagnetisch ist