Zitat Zitat von phantomias Beitrag anzeigen
Was die linke Kraft angeht, stelle ich mir eine starke sozialdemokratische Partei vor, wie wir sie aus der alten Bundesrepublik kennen. In diese wäre die Linke mit ihrem pragmatischen Flügel zu reintegrieren. Die sozialistischen Kader der Linken dürfen ihr Glück dann wieder am linken Rand versuchen. Es gibt zwar die Arbeiterschaft wie früher nicht mehr, aber unsere Gesellschaft braucht eine Vertretung für diejenigen, die im Laufe der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft einen immer schwächeren Stand haben werden. Wer soll das machen, wenn nicht eine linke Partei?

Zum Waffenrecht: Natürlich hängt die Waffengewalt von der Verfügbarkeit von Waffen ab. Deutschland und die europäischen Staaten sind mit dem Gewaltmonopol des Staates immer gut gefahren. Welchen Sinn macht es, wenn in privaten Haushalten Kriegswaffen bevorratet werden? Unfälle, psychische Störungen und kriminelles Handeln sorgen in den USA jedes Jahr für Zehntausende Tote und Verletzte, weil Waffen überall bereitliegen. Wie oft werden dagegen durch privaten Schusswaffenbesitz Verbrechen verhindert?
Zu "linke Kraft":
Zum Einen gibt es nach wie vor eine Arbeiterschaft (irgendwer muss ja schließlich den ganzen Krempel bauen, warten, instandhalten, reparieren, etc.), zum Anderen sehe ich nicht, wie ausgerechnet die Sozialdemokraten die Arbeiter "vertreten" hätten; es sei denn, man versteht "vertreten" im Sinne eines Staubsaugervertreters, der verkauft nämlich seine Staubsager, anstatt sich für deren Rechte einzusetzen.

Zum Waffenrecht:
Nein, die Waffengewalt hängt immer von der kriminellen Energie ab.
Wenn ich jemanden erschießen wollte, besorgte ich mir eine Schußwaffe, völlig schnurz, ob mir ein wie auch immer formuliertes Waffengesetz das gestattete oder nicht; schließlich stellte ein solcher Verstoß gegen ein Waffengesetz nur eine Kleinigkeit gegenüber dem mit der dann illegalen (!) Waffe verübten Verbrechen dar.
Mit Blankwaffen (daher brachte ich auch im vorherigen Kommentar das Beispiel mit dem Messer in den Bauch eines Polizisten) ist das noch einfacher: Wenn Kampfmesser verboten sind, nimmt man halt beispielsweise ein handelsübliches Küchenmesser oder, etwas handwerkliches Geschick vorausgesetzt, bearbeitet man einen metallenen Gegenstand (z.B. eine Feile oder einen Spaten) derart, dass er sich als Stich- und/oder Schnittwaffe eignet.
Also, warum unbescholtenen und gesetzestreuen Bürgern, die nicht gerade Psychos sind, die Waffen wegnehmen?
Oder glaubst Du etwa, dass wenn man den gesetzestreuen Amis ihre legalen Waffen wegnähme, dass sich dann Bloods und Crips und andere Gangs nicht mehr gegenseitig über den Haufen ballern oder vermittels Blankwaffen abstechen würden, von den Opfern auf Polizeiseite ganz zu schweigen?
Desweiteren, wenn man sich schon als Europäer über das US-amerikanische Waffenrecht (was es eigentlich nicht ist, da jeder Bundesstaat diesbezüglich sein eigenes Süppchen kocht) echauffiert, werfe man einfach mal einen Blick nach Kanada, das ähnlich liberale Waffenvorschriften wie viele US-Bundesstaaten hat; dort passieren nämlich in relativen Zahlen nicht annähernd so viele Morde, Raubüberfälle und dergleichen Verbrechen, die mit oder unter Zuhilfenahme von Waffen durchgeführt werden.

Dazu kommt, dass eine "Waffe" an sich harmlos ist, denn sie schießt nicht, sticht nicht zu, schneidet keine Gliedmaßen ab, etc. Dies alles macht derjenige, der sie entsprechend führt und einsetzt. Kurz: Der Mensch ist die eigentliche Waffe, die "Waffe" dagegen ist nur sein Werkzeug.
Denke hierbei u.A. an den Völkermord in Ruanda, an die Messerattacken seitens der Goldstücke in der BRD (hat ein sehr strenges Waffenrecht, so nebenbei), an die Schießerei im Bataclan, usw. usf.
Kein Waffengesetz der Welt hätte diese Ereignisse verhindern können!

Wenn man dann noch Deine Logik mit "Kriegswaffen" weiter spinnt, muss man schlußendlich und logisch zwingend zu der Auffassung kommen, dass es in früheren Zeitaltern, als es all diese heutigen "Kriegswaffen" noch nicht gab, keine Gewaltverbrechen gegeben hätte. War das der Fall? Ich denke nicht, schließlich wurde beispielsweise Julius Caesar mit einem Griffel (einem Schreibwerkzeug!) abgestochen; auch wüsste ich nicht, dass man dann aufgrunddessen im Römischen Reich Schreibgriffel verboten hätte, a la "so kefärlich, die pöhsen Grüffel, nä!".

Zur Verhinderung von Verbrechen gab es hier in der BRD vor einigen Jahren den Fall, dass ein älterer Herr den sich im Hause verirrthabenden Einbrechern ein paar Ladungen mit seiner Schußwaffe verpasste, dadurch musste der Einbruch und Raub abgebrochen werden und das Einbruchsopfer blieb vor eventueller weiterer Gewalt verschont. Das ging damals in den Medien rauf und runter, wobei sich Leute mit einer bezüglich Waffenrechts Dir ähnlichen Haltung besonders hervortaten, nämlich im Schutze der eigentlichen Täter und Verurteilung des Einbruchsopfers (ohne Dir das unterstellen zu wollen, versteht sich!).