Zitat Zitat von Buchenholz Beitrag anzeigen
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Im Ausland ist man hingegen selbst Ausländer und hat die damit verbundene emotionale Distanz zu den Einheimischen. Gelingt es einem sich dort eine materiell abgesicherte Nischenexistenz aufzubauen, idealerweise abseits der Ballungsräume, dann kann einem als Dauergast alles egal sein. Ruinieren die Einheimischen auch dort ihr Land und ihre Lebensgrundlagen, dann ja nicht mehr das eigene Land, daß sie zerstören. Sicher, auch kein ideales Leben, da ohne tieferen Sinn, aber eines, daß sich für die begrenzte Lebenszeit zumindest noch aushalten lässt. Und es gibt doch noch einige lebenswerte Länder, deren Völker nicht annähernd so krank und totgeweiht sind wie die Deutschen.
(gekürzt Mütterchen)

Ein interessanter Beitrag ( ich lese deine Posts sowieso gerne), aber ich habe, auch wenn nicht an mich gerichtet, doch einige Fragen dazu. Bzw. Anmerkungen.


Findest du es ok, sich als Einwanderer als " Dauergast mit emotionalem Abstand" in der neuen Heimat zu installieren? Das ist nämlich gerade das, was ich bei so vielen Migranten kritisiere. Eine Einwanderung sollte für mich immer damit verbunden sein, sich tatsächlich auch als Teil der neuen Heimat zu sehen, sich solidarisch mit ihr zu verbinden. Gerade wenn man Kinder hat bewerte ich es als fatal, wenn sich diese nicht mit dem Land identifizieren zu dürfen, in dem sie aufwachsen.
Dieses Festhalten an der Vergangenheit kann die Verwurzelung in die neue Heimat nur verhindern.
Ich weiß nicht ob ich ein guter Einwanderer wäre, weil ich sehr an meiner Heimat hänge. Andererseits bin ich ja auch keiner, würde aber auch an mich den Anspruch stellen, mich in das neue Land mit seiner Kultur einzufügen, Teil davon zu werden.
Welches Land würdest du denn als "lebenswert" sehen? Ein Land in dem man "Zukunft" hat? Junge Menschen oder Familien mit Kindern suchen ja keinen Alterssitz mit materiell abgesicherter Nischenexistenz bis zum absehbaren Lebensende. Wer auswandert, will ja auch oft in die Zukunft investieren, vielleicht nicht mal für sich, sondern für Kinder und Kindeskinder.
Die besten Möglichkeiten hat man meiner Meinung nach in einem klassischen Einwanderungsland. Ich bin ja selbst jemand, der der Überfremdung Deutschlands sehr kritisch gegenübersteht. Trotzdem muss ich auch zugeben, dass es auch für sehr integrationswillige Migranten schwer sein kann. Man sieht oft nur den "Ausländer" und übersieht sein Bemühen, Teil der Gesellschaft zu sein. Den Schuh muss ich mir auch anziehen. Trotzdem darf ich auch sagen, dass meine Heimat gerade zerstört wird und ich mit dieser massiven Überfremdung nicht glücklich bin. Und ich behaupte mal, sehr viele der Menschen, die in dieses Land eingewandert sind, z.B. die Türken, befürworten hier zwar multikulturelles Leben ( logischerweise), sehen das aber für ihre " emotionale" Heimat, die Türkei eben ( von der sie sich nicht wirklich trennen wollen und können), ganz anders. Die Türkei soll türkisch bleiben. Ich kann das den Leuten gar nicht mal übel nehmen, aus dem gleichen Grund hätte ich ja gerne, dass Deutschland deutsch bleibt.
Aber D ist eben auch kein klassisches Einwanderungsland. Aber, um nochmal auf die Frage zu kommen, in welchem Land sähest du Zukunft?