Was sich hier für Kommentare tummeln, au Mann.
Viele Deutsche sind einfach nur Witzbolde.
„Dresden war wahrlich einer der größten Kulturschätze der Welt. ‚Florenz an der Elbe‘ genannt, war der alte Schaukasten im Herzen von Sachsen buchstäblich eine Zeitkapsel der gotischen Architektur und mittelalterlichen Kultur. An jeder Ecke jeder schmalen Pflasterstraße gab es ein kunstvolles Schloß, ein Museum, eine Kunstgalerie oder eine hoch aufragende, jahrhundertealte Kathedrale. Wie Paris, Rom und Venedig war Dresden schön, romantisch und dauerhaft. Jahrzehntelang war die Stadt eine der ‚Pflichtstationen‘ für Reisende auf dem Kontinent gewesen, besonders für jene aus Britannien und Amerika.
Seit der sowjetischen Invasion im Januar waren Millionen verängstigter Herumziehender, die verzweifelt soviel Raum wie möglich zwischen sich und die Rote Armee zu bringen versuchten, in Zügen, Autos, Fuhrwerken oder zu Fuß durch Dresden geflohen. Hunderttausende weitere wurden jedoch, verletzt, verwundet, hungernd oder einfach von ihren Familien getrennt, wie Ausgesetzte auf einer Insel in Dresden angespült. Am Hauptbahnhof war eine Stadt in der Stadt entstanden, in der Tausende Menschen, viele davon verlorengegangene oder verwaiste Kinder, eine halb dauerhafte Existenz führten.
Die siebzehnjährige Rotkreuzhelferin, Eva Beyer, bietet einen Einblick in das herzzerreißende Leid: ‚Kinder suchten ihre Eltern, Eltern suchten nach ihren Kindern, es gab ständiges Rufen und Fragen. Ein Junge von etwa neun Jahren, der seine kleine vierjährige Schwester an der Hand hielt, bat mich um Essen. Als ich ihn fragte, wo seine Eltern seien, sagte der Junge zu mir: ‚Oma und Opa liegen tot im Waggon, und Mami ist verlorengegangen.‘ Die Kinder hatten keine Tränen mehr. In einem Abteil fanden wir eine Frau. Sie hatte 23 Kinder bei sich, und nicht eines davon war ihr eigenes. Sie hatte ihr eigenes Kind drei Wochen zuvor begraben. Ihr Kind war an der Kälte und an Mandelentzündung gestorben.
Ich fragte sie, wo all diese anderen Kinder herkämen, und sie sagte mir, daß das alles Kinder waren, deren Eltern verlorengegangen oder tot waren. ‚Irgend jemand muß doch für sie sorgen‘, sagte sie. Die Gesichter dieser Kinder waren keine Kindergesichter mehr. Es waren die Gesichter von Menschen, die durch die Hölle gegangen waren. Hungernd, verletzt, verlaust, in Lumpen. Und das, was sie am meisten geschätzt hatten, die Sicherheit und Liebe ihrer Eltern, hatten sie verloren.‘
Thomas Goodrich, „Hellstorm – The Death of Nazi Germany 1944-1947“, ABERDEEN BOOKS2010, ISBSN 978-0-9713852-2, Seite 103, 104
„… Am 26. Januar trafen die ersten offiziell zusammengestellten Flüchtlingszüge aus dem Osten in Dresden ein. Über tausend Reichsarbeitsdienstmädchen warteten am Hauptbahnhof, um beim Ausladen der alten und kranken Flüchtlinge und ihres Gepäcks aus den Personen- und offenen Güterwagen zu helfen, ihnen beim Beschaffen von Verpflegung und Notunterkünften behilflich zu sein und warme Mahlzeiten verteilt. Dann fuhren die leeren Züge nach Osten zurück, um weitere Flüchtlinge zu holen. Tag und Nacht hielt das Entladen, Verpflegen und die Unterbringung der Flüchtlinge in Dresden an. Das Tempo steigerte sich immer mehr, bis schließlich Reichsarbeitsdienstmädchen, Hitlerjugendgruppen, BDM-Gruppen, NSV und die Frauenschaft zusammen im Flüchtlingshilfsdienst eingesetzt waren.
Viele der größten Mittel- und Oberschulen der Stadt waren geschlossen und in Militär- und Luftwaffenkrankenhäuser umgewandelt worden. Einige Tage nach der sowjetischen Invasion waren so die Dreikönigs-, die Vitzthum- und die Staatliche Oberschule Dresden-Johannstadt umgewandelt worden, wie auch die Mittelschulen für Jungen in Dresden-Neustadt, Dresden-Johannstadt, Dresden-Plauen, Dresden-Blasewitz sowie die Mittelschule für Mädchen in Dresden-Neustadt und die Oberschule für Mädchen in der Marschnerstraße. Die so vom Unterricht befreiten Schulkinder hatten ebenfalls auf den Bahnhöfen Flüchtlingsdienst.
Am 1. Februar begann der Großeinsatz von Schulklassen im Bahnhof von Dresden-Neustadt. Die größeren Schuljungen mußten die ganze Nacht hindurch von 19 Uhr 55 bis 8 Uhr morgens die kranken Flüchtlinge versorgen, die mit jedem Zug aus dem Osten eintrafen.
Im Laufe der Massenevakuierung des Ostens waren die Gebiete um Glogau, Fraustadt, Guhrau, Militsch, Trebnitz, Groß Wartenberg, Oels, Namslau, Kreuzberg, Rosenberg und die Gebiete östlich von Oppeln und Brieg fast völlig von deutschen Zivilisten geräumt worden. Die vorhandenen Transportmittel nach Westen waren hoffnungslos überfüllt, aber die NSV konnte in gewissen Abständen entlang der Bahnlinie nach Dresden einigermaßen funktionierende Verpflegungsstellen einrichten, um die durch Hunger und bittere Kälte hervorgerufene Not zu lindern.
David Irving, „Der Untergang Dresdens – Feuerstum 1945“, ARNDT-Verlag 2006, ISBN 3-88741-068-8, Seite 99, 100
Die Stadt, die in Friedenszeiten 630.000 Einwohner hatte, war bis zum Vorabend des Luftangriffes so überfüllt mit Schlesiern, Ostpreußen und Pommern aus dem Osten, mit Berlinern und Rheinländern aus dem Westen, mit alliierten und russischen Kriegsgefangenen, mit Gruppen evakuierter Kinder, mit Zwangsarbeitern vieler Nationalitäten, daß die Bevölkerung jetzt auf eine Million zweihunderttausend bis eine Million vierhunderttausend Einwohner angestiegen war, von denen verständlicherweise einige Hunderttausend kein richtiges Zuhause hatten und nicht in eigenen Luftschutzkellern Schutz suchen konnten.
Am Nachmittag des 12. Februar erreichte Dresden mit der Ankunft der letzten offiziellen Flüchtlingszüge aus dem Osten seine höchste Einwohnerzahl. Die ersten offiziellen Flüchtlings-züge nach dem Westen sollten einige Tage später eingesetzt werden. Noch immer strömten die Flüchtlingskolonnen zu Fuß und dichtgedrängt auf Pferdewagen nach Dresden hinein, ein ununterbrochener Menschenstrom wälzte sich auf der Autobahn aus Richtung Osten heran. Diese endlosen Flüchtlingskolonnen bestanden nicht nur aus Zivilisten. Es waren auch einige Soldaten darunter, die ihre Einheiten an der Front verloren hatten.
Am Stadtrand waren Militärpolizeistreifen stationiert, um den Rückstau Ost der Flüchtlinge zu überwachen und um die Soldaten auf Sammelplätze umzuleiten. Die Flüchtlinge wurden ebenfalls um die Stadt geleitet, da die Zufahrtsstraßen inzwischen durch lange Schlangen von Pferdewagen verstopft waren. Flüchtlinge zu Fuß konnten die Stadt zwar betreten, wurden jedoch aufgefordert, sie innerhalb von drei Tagen wieder zu verlassen. Die Londoner Zeitungen berichteten über die Schreckensszenen in ostdeutschen Städten, die sich abspielten, als die Flüchtlinge aus Breslau und Schlesien sowie aus Ostpreußen vor dem Ansturm der russischen Armee Zuflucht suchten."
David Irving, „Der Untergang Dresdens – Feuerstum 1945“, ARNDT-Verlag 2006, ISBN 3-88741-068-8, Seite 116-118
„Dr. Harry O’Flanagan, der während der größten Bombardierungen im Jahre 1945 gegen deutsche Städte als Sanitätsoffizier auf einer Hauptbasis des britischen Bomber Command Dienst tat: ‚Keiner unserer Piloten hatte an diesem Nachmittag vor der Einsatzbesprechung auch nur die leiseste Ahnung, daß das Ziel Dresden sein sollte‘. Der Nachrichtenoffizier eröffnete seine Befehlsausgabe mit den Worten, die vielen Soldaten als barbarisch erschienen: ‚Sie sind in die Air Force eingetreten, um Deutsche zu töten, und genau das werden Sie heute nacht tun!‘ Er fuhr dann mit der Erklärung fort, daß durch den Zusammenbruch der Ostfront Flüchtlinge auf der Suche nach Schutz vor der Winterkälte nach Westen strömten. Dresden sei die einzige Stadt mit unbeschädigten Häusern, welche die Menschenmassen aufnehmen konnte, und es war zu erwarten, daß sie bis obenhin voll war. Der Nachrichtenoffizier weiter:
‚In dieser Nacht hat das Unternehmen nur einen Zweck, die Stadt und ihre Bevölkerung zu vernichten!‘”
Franz Kurowski, „Bomben über Dresden“, Tosa Verlag, Wien, 2001, ISBN 3-85492-163-2, Seite 125, 126
O’Flanagan, Dr. Harry: Bericht über Dresden, in: Journal of the Irish College of Physicans and Surgeons, Ausgabe 12/1992



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