Zitat Zitat von Kurti Beitrag anzeigen
Es ist die blanke Not, welche die Venezolaner zwingt ihr Land zu verlassen.
Ab und an sehe ich mir youtube-Videos über die U-Bahn in Caracas an. Dieses Video ist laut youtube zwei Monate alt:



und dieses drei Monate:



Ist wahrscheinlich nach Ansicht der Sondermüll-Köppe aus der BRD wahrscheinlch alles Fake-News. Alles Staatsangestellte, die da mit der U-Bahn fahren.

Zitat Zitat von Kurti Beitrag anzeigen
Niemand verlässt sein Land, wenn es ihm dort gut geht. Und schon gar nicht ins benachbarte Ausland, wo die Flüchtlinge kaum eine Perspektive haben. Ich schildere die brasilianische Sichtweise der derzeitigen Situation in Venezuela - die US-amerikanische, EU- oder gar russische interessieren mich allenfalls am Rande.
Hier in Peru sieht man vielen Venezolanern schon am Gang und am Gesichtsausdruck an, dass sie sicher keine Mittelschicht sind.

Trotzdem haben sie hier in Lima die Stellen für Kellner und Kellnerinnen in den meisten Restaurants besetzt, so schlecht kann es ihnen also nicht gehen. Ich hatte letztes Jahr für einige Monate auch eine venezolanische Angestellte. Mit der sprach ich kaum über Privates und über Venezuela noch seltener. Einmal meinte sie nur, dass "die Leute" zwar nichts zu essen hätten, aber vor den Spirituosengeschäften oder das, was man hier "bodega" oder "licorería" nennt, immer Menschen stünden und die Diskotheken auch immer voll seien.

Ansonsten gibt es besonders an einigen Stellen, z.B. dem Busbahnhof Gran Terminal Terrestre neben dem Einkaufszentrum Plaza Norte im Distrikt Independencia, auch einige Bettler, die absolut nichts anbieten, sondern nur die Hand aufhalten und irgendetwas von Venezuela erzählen. Solch eine Form des reinen Bettelns ohne jegliche Gegenleistung war vorher hier in Peru die absolute Ausnahme, weil es einfach der Moral der Leute hier widerspricht.

Ich vermute einmal, dass gerade viele Arbeitsscheue unter den jungen Leuten, diese Venezolaner hier sind zu 95% unter 30 Jahren, auf diese regierungsfeindlichen Demonstartionen gegangen sind und deshalb ausser Landes gehen. Meiner Ansicht wären "solche Leute" aber in den USA besser aufgehoben.

Letztes Jahr und Anfang dieses Jahres kannte ich ja auch noch einige Venezolanerinnen, die allesamt knapp unter dem Mindestlohn hier in Peru in verschiedenen Bereichen wie Gastronomie, Lebensmittelhandel und auch in Bars als Animierdame arbeiteten. Hier zwei von denen:



Gerade einmal wollte eine von denen, dass ich eine geringe Summe von etwa EUR 40 im Gegenwert zu Familienangehörigen nach Kolumbien überweise. Wenn du weisst, was in Peru eine "zorra" ist, also eine Frau, die auf das Geld des Partners (von denen sie dann gewöhnlich noch mehrere hat) aus ist, dann ist das geradezu lächerlich im Vergleich zu dem, was sie hier in Lima für ihre eigenen persönlichen Belange ausgegeben hat: z.B. zwei Tätowierungen, Kleidung, Restaurants. Was alles ich bezahlt habe. Sie hätte ja auch verlangen können, dass wir diese Geldausgaben sparen und ich die gleichen Beträge an ihre Familie "in Not" überweise. Ebenso wie die einmalige Überweisung vorher.

Und das ist bei den übrigen Venezolanern, die ich über Bekannte oder Parties kenne, genauso. Alle scheinen knapp bei Kasse zu sein, aber niemand hat bisher auch nur einmal gesagt, dass man statt einem weiteren Kasten Bier lieber für arme Venezolaner in Venezuela oder auch Kolumbien sammeln solle. Und Bier ist in Peru sehr teuer. Weitaus teuerer als in der BRD z.B. Ein Kasten der billigsten Marke Cristal mit 12 Flaschen a 650 ml kostet umgerechnet EUR 15 !