Zitat Zitat von Sven71 Beitrag anzeigen
Du maßt Dir also an, die Produktionsbedingungen im Einzelnen zu kennen? Gehst davon aus, daß die nächste JVA um die Ecke liegt und gerade Kapazitäten hat? Bist ambivalent genug, hier den Mindestlohn gutzuheißen, aber regst zugleich die Verlagerung der Produktionsstätte an? Für derartige Schlußfolgerungen fehlen schlicht ausreichende Daten. Wenn das Unternehmen tatsächlich wichtige Entscheidungen versäumt oder falsch getroffen hat oder über Jahre hinweg mißwirtschaftete, hat es die Pleite in der Tat als Konsequenz zu tragen. Es kann ebenso gut sein, daß die Margen für derartige Dekoprodukte einfach begrenzt bleiben, die Chinesen längst selbst die billigeren Kopien produzieren und die einzige Chance auf den Erhalt der Arbeitsplätze der ist, daß die Personalkosten unten bleiben. Das mag unerfreulich sein, ist aber m. E. besser als gar keinen Job zu haben.
Falsch. Du darfst von mir aus gerne für einen Dreckslohn arbeiten, wenn du darauf stehst. Aber das solltest du nicht von anderen verlangen.

Wer es besser findet, solche Unternehmen dem Sozialstaat zu opfern, indem Mitarbeiter lieber zum Geld fürs Nichtstun animiert werden und dieser Transfer aus der Schere zwischen Brutto und Netto abzüglich der Gehälter für die Umverteiler finanziert wird, der mag das tun. Sollte sich aber klar darüber sein, daß es diese Zwangsabgaben sind, die überhaupt erst zur Mindestlohnforderung führen, weil deswegen netto nicht mehr genug übrig bleibt. Deswegen begeistert sich Skorpi ja auch so sehr dafür, weil es die gesicherten Abgaben aus dem Mindestlohn sind, die seinen leistungslosen Umverteilerposten füttern.
Skorpi hat keinen "Umverteilerposten". Aber das nur am Rande.

Geringverdiener zahlen gar keine Einkommenssteuer. Deswegen kann es kaum die Steuer sein, die daran schuld ist, dass am Ende wenig übrig bleibt.
Schuld sind die zu geringen Bruttolöhne! Deswegen ist der Mindestlohn genau die richtige Maßnahme.