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Guten Morgen Herr Hochstapler. Amnesty International schreibt...

  • Israel verweigert Palästinensern Zugang zu Wasser
  • 200.000 Menschen ohne Zugang zu fließendem Wasser
  • Israel beansprucht Großteil der Wasserressourcen für sich

Wasserraub als Mittel zur Vertreibung der einheimischen Bevölkerung
27. Oktober 2009 - "Wasser bedeutet Leben. Ohne Wasser können wir nicht überleben, ebenso wenig unsere Tiere und Pflanzen," klagt eine Bewohnerin des palästinensischen Dorfes Susya. Die Zisternen des Dorfes wurden in den Jahren 1999 und 2001 von der israelischen Armee zerstört. Die palästinensischen Bewohner müssen seitdem weite Wege zurücklegen um Wasser zu besorgen. Dieses ist oft von zweifelhafter Qualität und überteuert. Viele Dorfbewohner sahen sich gezwungen ihre Heimat zu verlassen.

"Israel gesteht der palästinensischen Bevölkerung nur einen Bruchteil der gemeinsamen Wasserressourcen zu, die zum großen Teil unter der besetzten Westbank liegen. Durch die Blockade des Gazastreifens hat sich die angespannte Versorgungslage auch dort weiter verschlechtert," erklärte Donatella Rovera, Expertin für Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete bei Amnesty International.

Israel beansprucht mehr als 80 Prozent des Wassers vom Berg Aquifer. Dies ist die einzige Wasserressource für die Palästinenserinnen und Palästinenser in der Westbank. Im Gegensatz dazu verfügt Israel über weitere Quellen und beansprucht auch das Wasser aus dem Fluss Jordan. Während der palästinensischen Bevölkerung pro Person täglich knapp 70 Liter Wasser zu Verfügung stehen, sind es in Israel mehr als 300 Liter, mehr als viermal so viel. In einigen ländlichen Gegenden überleben Palästinenserinnen und Palästinenser mit kaum mehr als 20 Litern. Das entspricht der Wassermenge, welche die Weltgesundheitsorganisation WHO in Notfallsituationen als täglichen Minimalbedarf empfiehlt.
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Vom stolzen Jordan zum stinkenden Rinnsal

....Heute quält sich ein stinkendes, nur wenige Meter breites Rinnsal die 200 Kilometer vom See Genezareth bis zum Toten Meer.

Da Israel seit 1964 den See Genezareth für sein Trinkwassersystem anzapft, wurde der Jordanabfluss aus dem See gesperrt. Gespeist wird das gewundene Flussbett vor allem von Abwasserrohren und salzigen Quellen, die um den See herumgeleitet werden...

Umweltaktivisten stellen dabei klar: Israel trage die Hauptverantwortung an der Entwicklung. Bis zu 500 Millionen Kubikmeter pumpt die israelische Wassergesellschaft jährlich aus dem See Genezareth. In riesigen Rohren wird es die Küste entlang zu den großen Städten geleitet, bis in die Wüste Negev.

Laut amnesty international verbraucht ein Israeli im Schnitt an die 300 Liter Wasser pro Tag
, während einem Palästinenser nur 70 Liter, in armen Regionen lediglich 20 Liter pro Person und Tag zur Verfügung stehen. Ähnliche Zahlen nennt die Weltbank in ihrem jüngsten Lagebericht. Wobei laut Messerschmid 60 Prozent des israelischen Wasserverbrauchs in die Landwirtschaft fließen, während palästinensische Dörfer überteuertes Wasser aus Tanklastern zukaufen müssen.
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Drei Kilometer weiter südlich endet der saubere Jordan plötzlich. Ein Damm aus Erdreich quert den Fluss. Unterhalb des Damms führt ein Betonrohr braunes und Blasen schlagendes Wasser in das leere Flussbett: Abwasser aus den nahen israelischen Gemeinden. Der gesamte Lauf des unteren Jordan bis zum Toten Meer wird aus nur mangelhaft oder gar nicht geklärtem Wasser gespeist.
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