
Zitat von
derNeue
Wer auf Marc Faber gehört hat, hat in den letzten 15 Jahren nur Geld verloren. Wenn einer permanent die Weltwirtschaft kurz vor dem Crash sieht, hat er naturgemäß irgendwann einmal einen Treffer. Die übrigen 90% der Situationen nicht. Für die Anhänger gilt er dann trotzdem als der Guru. Dabei suchen diese Dauerpessimisten eigentlich nur jemanden, den sie verehren können, um ihre eigene Meinung bestätigt zu sehen. Diese Rolle füllt Faber gut aus. Das funktioniert psychologisch ganz simpel: Faber sagt (überspitzt): "morgen geht die Welt unter". Sie geht dann aber nicht morgen unter, sondern in 10 Jahren. Die Anhänger sehen sich bestätigt und denken: Faber ist ein Genie, er hat es vorhergesagt. Die anderen haben vorher 10 Jahre lang Geld verdient.
Faber hat immer gut klingende Argumente aber nie recht. Bzw.: extrem selten recht. Noch schlimmer in dieser Hinsicht ist Claus Vogt. Immerhin ist Faber kein Sprücheklopfer oder Polemiker, er argumentiert sachlich, das muß man ihm zugute halten.
Grundsätzlich ist es ganz einfach: willst Du an der Börse Geld verdienen, dann darfst Du nicht auf Dauerbären hören. Wenn Du aber der Meinung bist, Aktien sind sowieso Teufelszeug, ist Faber der richtige.
Seriös sind für mich grundsätzlich nur Leute, die weder dauerhaft Bullen (Heiko Thieme) noch dauerhaft Bären (Faber) sind, sondern die flexibel genug, ihre Weltsicht nach beiden Seiten offen zu halten.