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Thema: Diletant Rumsfeld

  1. #1
    Preuße aus Vernunft Benutzerbild von Stechlin
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    Standard Dilettant Rumsfeld

    Rumsfeld, das Bauernopfer der verlorengegangenen Wahlen zum US-Senat und Repräsentantenhaus, wird wohl eher unrühmlich in die Geschichte eingehen. Der Irak-Krieg wurde zu seinem persönlichen Desaster, dessen Schicksal er wohl auch mit seinem Mitganoven GWB teilen wird.

    RIA-Nowosti veröffentlichte heute eine sehr interessante Analyse über Rumsfelds Arbeit als Bushs Verteidigungsminister und seine Rolle als Initiator und Mentor des "Projektes des neuen Amerikanischen Jahrhunderts", die ich dem geneigten User hier nicht vorenthalten möchte:

    MOSKAU, 14. November (Wladimir Simonow, RIA Novosti). Präsident George Bush hat der Kritik an seinem Verteidigungsminister Donald Rumsfeld viel zu lange kein Gehör geschenkt. Ihm erschienen die Kritiker seines Favoriten als Defätisten, denen es an Patriotismus mangelt.

    Indessen beging Rumsfeld einen Fehler nach dem anderen.

    Um die Landgefechte im Irak möglichst schnell zu gewinnen, ließ er dort relativ große Verbände einsetzen. Diese aber waren für einen Partisanenkrieg völlig ungeeignet.

    Außerdem hielt es Rumsfeld für ausgeschlossen, dass die Iraker die amerikanische Besatzungsarmee hassen würden. Genau das geschah aber. Als Heerführer legte der Minister weder ein flexibles Denken noch Ausdauer an den Tag, was ihm und seinen Truppen geholfen hätte, die Taktik des Krieges gegen ein fremdes Volk in einem fremden Land vielfältiger zu gestalten.

    Im Endeffekt wurden die Misserfolge im Irak und Rumsfeld als deren Verkörperung zu einer viel zu schweren Bürde für George Bush. Damit er das endlich begriff, mussten die Republikaner die Zwischenwahlen zum Kongress verlieren. Nun glaubt Bush wohl, er habe mit der Entlassung des Ministers sich und seine Administration von der Bürde befreit. Das stimmt aber nicht.

    Es genügt nicht, einzugestehen, wie das Bush soeben gemacht hat, dass "das reale Ausbleiben von Fortschritten an der irakischen Front" zur Hauptursache des Verlustes der Kontrolle der Republikaner über beide Parlamentshäuser geworden ist. Unvergleichlich komplizierter ist es, öffentlich eine Antwort darauf zu geben, wie konkret sich nun die gescheiterte US-Politik im Iran ändern soll.

    Bush kann sich höchstens damit trösten, dass seine Rivalen aus der Demokratischen Partei kaum mehr Ideen aufbringen können, was mit Irak getan werden muss, als der Präsident selbst.

    Bevor die neue Kongress-Mehrheit damit beginnt, die zweifelhaften Entscheidungen des entlassenen Verteidigungsministers im Irak zu klären, wird sich Bush wohl bemühen, sich der Verantwortung für die früheren Fehler zu entziehen und die Debatte im Kongress auf die Zukunft zu lenken. Das Ziel ist, eine parlamentarische Untersuchung und womöglich auch ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten zu verhindern.

    Natürlich bedarf es dringend eines neuen Planes für den Irak. Kein vernünftiger Mensch ist daran interessiert, dass sich dieses Land in einen radikalen Islamistenstaat nach dem Muster des Taliban-Afghanistans verwandelt. Nach all dem, was die Vereinigten Staaten dort angestellt haben, sind sie heute nicht berechtigt, dieses zermürbte und zumindest in drei Teile gespaltene Land in das Chaos eines Bürgerkrieges zu stoßen. Wenn sich aber Amerika doch noch zu einem Abzug entschließen sollte, so darf dieser der globalen Sicherheit nicht schaden. Amerika darf keine Brutstätte des Terrorismus im Irak hinter sich lassen.

    Neben dem Irak sollten sich aber sowohl die Republikaner als auch die Demokraten über andere "Erbstücke" von Rumsfeld Gedanken machen. Immerhin war der Ex-Verteidigungsminister einer der wichtigsten Inspiratoren und Praktiker des sogenannten "Projekts des Neuen amerikanischen Zeitalters". Der Sinn seiner 1997 konzipierten Theorie besteht darin, dass die USA heute über eine Stärke verfügen, die für die Bildung einer neuen Weltordnung ausreicht, die ausschließlich die amerikanischen Prinzipien und Interessen bedienen würde.

    Erinnert sei allein schon daran, wie Washington im November 2003 einen "Vormarsch von Demokratie und Freiheit" in die Region des Großen Nahen Ostens deklariert hat. Die an fossilen Brennstoffen reiche urislamische Region sollte in ein Versuchslabor zum Implantieren westlicher Werte gemacht werden.

    Das gelang nicht. Das Irak-Debakel, der israelisch-libanesische Konflikt und nun auch noch die schwere Wahlniederlage der Rebublikaner - nicht zuletzt eben wegen dem Irak - haben deutlich gezeigt, wie zweifelhaft derartige Pläne sind.

    Es war durchaus Zeit, das Rumsfeld-Kapitel abzuschließen. Noch dringlicher aber wäre die Entscheidung, das Projekt des Neuen amerikanischen Zeitalters ad acta zu legen. Man kann zwar Länder wie Iran oder Nordkorea als Schurkenstaaten abstempeln und zu den bösesten Feinden der Vereinigten Staaten erklären, man kann sie aber nicht mit Gewalt besiegen, wie das unter anderem das Beispiel Irak zeigt. Amerika muss endlich lernen, in Harmonie mit der internationalen Völkergemeinschaft zu leben.[Links nur für registrierte Nutzer]
    Geändert von Stechlin (14.11.2006 um 18:38 Uhr)
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    Otto von Bismarck. Schmied des Deutschen Reiches

  2. #2
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    Standard AW: Diletant Rumsfeld

    Wieso das denn ?

    Er hat doch während seiner Amtszeit genug Kohle gemacht.

    Allein der Wert seines Aktienpaketes bei Gilead Science (Tamiflu !) hat ihm einen mind. 2stelligen Millionen-Zuwachs beschehrt !

    Old Donald kann jetzt ein paar Lokalrunden im Puff schmeißen !!

  3. #3
    Hup holland hup! Benutzerbild von Biskra
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    Standard AW: Diletant Rumsfeld

    Ach, NITUP, deine RIA-NOVOSTI-Propagandaweiterverbreitungen finde ich fast so spannend wie Antisalamis P.I.-Hofberichterstattung.

    P.S: Es heißt Dilettant.

    Godwin's Law: As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.

  4. #4
    Preuße aus Vernunft Benutzerbild von Stechlin
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    Standard AW: Dilettant Rumsfeld

    Zitat Zitat von Biskra Beitrag anzeigen
    Ach, NITUP, deine RIA-NOVOSTI-Propagandaweiterverbreitungen finde ich fast so spannend wie Antisalamis P.I.-Hofberichterstattung.
    Sage mir lieber, was Du an dieser Analyse für falsch hältst. Das mit den Drei-Zeilen-Kommentaren ist Just Amys Aufgabe hier.

    P.S: Es heißt Dilettant.
    Danke. Auch ein Genie kann sich mal irren.
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    Otto von Bismarck. Schmied des Deutschen Reiches

  5. #5
    Wir müssen wachsam sein! Benutzerbild von Grotzenbauer
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    Standard AW: Diletant Rumsfeld

    Zitat Zitat von KrascherHistory Beitrag anzeigen
    Wieso das denn ?

    Er hat doch während seiner Amtszeit genug Kohle gemacht.

    Allein der Wert seines Aktienpaketes bei Gilead Science (Tamiflu !) hat ihm einen mind. 2stelligen Millionen-Zuwachs beschehrt !

    Old Donald kann jetzt ein paar Lokalrunden im Puff schmeißen !!
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    Korrektur: Der Impfstoff heisst genau «Gopfer-Tamiflu» und brachte ihm über 2 Milliarden Dollar in die Westentasche!/

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