SRF4 News aktuell / 27.07.23
Schulterschluss in Pjöngjang
Sergei Schoigu ist zu Besuch bei Kim Jong-un
Der russische Verteidigungsminister
Sergei Schoigu ist in Nordkorea von Machthaber
Kim Jong-un empfangen worden. Die beiden hätten über militärische Themen gesprochen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas. Nach russischen Angaben hat Schoigu Kim ausserdem ein Schreiben von Präsident Wladimir Putin überreicht.
Nordkorea und Russland wollen enger in Fragen der
Verteidigung zusammenarbeiten. Das hätten er und sein nordkoreanischer Amtskollege in Pjöngjang vereinbart, erklärte der russische Verteidigungsminister.
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Kim Jong-Und und Sergej Schoigu schütteln die Hände und lächeln in die Kamera
Legende: Kim Jong-un und Sergei Schoigu in Pjöngjang. (26.07.23)
NORTH KOREAN CENTRAL NEWS AGENCY (KCNA)
«Ich bin davon überzeugt, dass die heutigen Gespräche zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen unseren Verteidigungsabteilungen beitragen werden.»
Erster Besuch aus dem Ausland nach der Pandemie
Schoigu hält sich in Nordkoreas Hauptstadt anlässlich des
70. Jahrestages des Endes des Koreakrieges auf. Nordkorea begeht den
«Tag des Sieges» unter anderem mit einer Militärparade und hat dazu nicht nur Gäste aus
Russland, sondern auch aus
China eingeladen. Die Führung in Peking schickt unter anderem
Li Hongzhong nach Pjöngjang, der
Mitglied im
Politbüro der
Kommunistischen Partei Chinas ist.
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Kim Jon Un und Sergej Schoigu in einer Ausstellunghalle; ersterer zeigt letzterem etwas
Legende: Kim Jong-un zeigt dem russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu eine Waffenausstellung in Pjöngjang. (26.07.23)
Für das ohnehin weitgehend isolierte Nordkorea ist es nach dem Ende der Corona-Pandemie das erste Mal, dass ausländische Delegationen das Land besuchen. Die Regierung von Machthaber Kim Jong-un versucht, ihre Beziehungen zu China und Russland zu vertiefen und mit den Nachbarn eine gemeinsame Basis für die Rivalität mit dem Westen und vor allem den USA zu finden.
Pjöngjang sucht die Nähe zu Moskau und Peking
Die USA haben Nordkorea vorgeworfen, Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine mit Waffenlieferungen unterstützt zu haben. Unter anderem sei im November 2022 eine
Lieferung von
Infanterieraketen und
Fluggeräten an die russischen Wagner-Söldner gegangen, die an der Seite der regulären Armee kämpften. Nordkorea und Russland haben den Vorwurf zurückgewiesen.
China wiederum ist der mit Abstand
wichtigste Handelspartner seines weitgehend isolierten Nachbarlandes. Die chinesischen Exporte nach Nordkorea waren im Juni
achtmal höher als ein Jahr zuvor. Hintergrund der Isolation Nordkoreas sind die
internationalen Sanktionen wegen seiner Atom- und Raketenprogramme – für die im UN-Sicherheitsrat sowohl Russland als auch China gestimmt hatten.
Jüngste Versuche der USA und einiger europäischer Staaten,
neue Strafmassnahmen gegen Nordkorea zu erlassen, verhinderten die beiden Staaten jedoch mit ihrem
Veto. Stattdessen drangen Russland und China darauf, bestehende Sanktionen aus humanitären Gründen zu lockern, und sie versuchten, Nordkorea zur Wiederaufnahme der 2019 gescheiterten Denuklearisierungsgespräche zu bewegen.
https://www.srf.ch/news/internationa...ei-kim-jong-un