Nun in den Mittleren Osten. Nach dem Angriff proiranischer Aktivisten auf die US-Botschaft in Bagdad hat Präsident Trump die Entsendung von 750 zusätzlichen Kräften in die Region angekündigt. Für die
BERLINER MORGENPOST ist klar: „Eine Strategie steckt nicht dahinter. Trump setzt vielmehr Amerikas Politik der Irrtümer in der explosivsten Region der Welt fort. Der neuesten Eskalation liegt ein Katz-und-Maus-Spiel zugrunde. Die von Teheran ausgerüstete schiitische Miliz Kataib Hisbollah soll eine irakische Militärbasis nahe der Stadt Kirkuk angegriffen und dabei einen US-Zivilisten getötet haben. Amerika reagierte mit Luftschlägen gegen die Miliz, bei denen 25 Kämpfer getötet wurden. Kurz darauf flammten die Unruhen vor der US-Botschaft in Bagdad auf. Die iranischen Provokationen reihen sich ein in die Attacken gegen vier westliche Öltanker im Mai und Juni sowie eine Ölanlage des amerikanischen Alliierten Saudi-Arabien im September. Es bleibt die bittere Erkenntnis: Der Westen ist schwach, weil er keine koordinierte Linie gegenüber dem Iran hat. Trump will die Mullahs in die Knie zwingen, aber nicht zum Preis eines militärischen Schlagabtauschs“, bemerkt die
BERLINER MORGENPOST.
„Im Irak droht ein Showdown zwischen den Erzfeinden Washington und Teheran“, befürchtet die
STUTTGARTER ZEITUNG. „Beide Seiten pokern hoch – und haben viel zu verlieren. Trump will im Wahlkampf damit punkten, er habe seine Soldaten aus dem nahöstlichen Morast nach Hause geholt. Zugleich aber gäbe er damit amerikanischen Einfluss preis und öffnete in Europas Nachbarregion neue Spielräume für die Ambitionen von Moskau und Peking. Sein iranischer Widersacher, der 80-jährige Ali Chamenei, will eine Nation hinterlassen, deren hegemoniale Vormacht unangefochten ist. Seit den Massenprotesten im Libanon und im Irak jedoch weht Teheran der Wind scharf ins Gesicht. Die arabischen Völker haben das Treiben der schiitischen Milizen satt. Entsprechend düster sind die Prognosen: Die Erosion des nahöstlichen Staatengefüges wird fortschreiten“, ist sich die
STUTTGARTER ZEITUNG sicher.