Zitat:
Die Anfänge der Muslimbruderschaft in Deutschland gehen bis in die Nachkriegszeit zurück. Sie sind das Resultat einer Folge von politischen Prozessen, die sich nach dem Ende des Kolonialismus in der islamischen Welt ereigneten. Einige Führer der neuen unabhängigen Staaten verfolgten einen säkularen Modernisierungskurs und beschränkten die Macht der religiösen Eliten. Die religiöse Opposition, die an der Idee eines islamischen Staates festhielt, wurde mit repressiven Mitteln unterworfen, und viele islamistische Aktivisten verließen ihre Heimat, um einer Gefängnisstrafe oder sogar Hinrichtung zu entgehen.
Auf den Sitzungen diskutierte man Möglichkeiten, den Islam gegen den Säkularismus und die Scharia gegen die Menschenrechte durchzusetzen. Es ging konkret um die Ablehnung von Frauenrechten, um die Verteidigung von Körperstrafen wie der Steinigung und dem Abhacken von Gliedmaßen und um die Verankerung der Scharia als Quelle der Gesetzgebung in islamisch geprägten Ländern. Auch Maßnahmen zur globalen Verbreitung des politischen Islam wurden erörtert, wobei explizit Europa als Missionsgebiet genannt wurde. Interessant ist, dass betont wurde, es werde erst Frieden geben, wenn die Prinzipien des Islam überall in der Welt durchgesetzt sein würden.
Ramadan war ein polyglotter Organisator und agierte in Syrien, Jordanien und dem Libanon. Er besaß zudem ausgezeichnete Verbindungen zu südasiatischen Islamisten wie Sayyid Abdul Ala Maududi (1903–1979), der Zeit seines Lebens für die Umwandlung Pakistans in einen islamischen Staat gekämpft hatte. Ramadan unterstützte solche Bestrebungen ganz offiziell im Auftrag der Bruderschaft. In den späten 1950er-Jahren gelangte der umtriebige Funktionär nach Deutschland, wo er 1959 an der Universität zu Köln mit einer Arbeit über islamisches Recht promoviert wurde. Doch es war nicht die Wissenschaft, der sein Herz gehörte, sondern die Bruderschaft, für die er Strukturen zu schaffen gedachte.
Wahrscheinlich ist, dass er finanzielle Mittel aus Saudi-Arabien für eine breit angelegte islamische Missionskampagne in Europa erhielt.
....wollte man eine große Moschee in München errichten und schuf dafür 1957 mit Unterstützung der deutschen Politik eine »Moscheebau-Kommission«.Der erste Vorsitzende der Kommission wurde Nuredin Namangani, ein ehemaliger SS-Führer aus Usbekistan, der bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes mitgewirkt hatte. Doch die Zentralasiaten blieben nicht die einzigen Muslime in Deutschland. Aus arabischen Ländern kamen Hunderte Studenten und Angehörige der Muslimbruderschaft, die ins Ausland flohen, um einer Festnahme zu entgehen.
....spielten in Aachen Vertreter der syrischen Muslimbruderschaft die entscheidende Rolle.
Konvertiten als Speerspitze des deutschen Islamismus
abei spielten deutsche Konvertiten wie Axel Ayyub Köhler, Ahmad von Denffer, Tilman Schaible oder Fatima Grimm, die sich seit den 1980er-Jahren teilweise in einem Münchener »Treffen Deutschsprachiger Muslime« versammelten, eine tragende Rolle. Auffällig ist bei diesen Personen ebenso wie bei den frühen arabischen Funktionären der Muslimbruderschaft in Deutschland, dass sie ihr mehr als problematisches Islamverständnis ohne Scheu verkündeten.
Ayyub Axel Köhler, der von 2006 bis 2010 den »Zentralrat der Muslime in Deutschland« leitete, betonte Meining zufolge in einem 1981 herausgegebenen Buch, dass die Demokratie als Staatsform dem Islam fremd sei,....
.... sollten auch nichtmuslimische Europäer überzeugt werden, den Islam anzunehmen, um eine einheimische Basis für das große Projekt zu schaffen. Da Muslime sich in Europa in der Minderheit befänden, sollten sie Strategien erarbeiten, um die nichtmuslimischen Mehrheiten zu einer Akzeptanz der Islamisierung zu bewegen.
Er schrieb: »Natürlich anerkennt jeder Mensch, der in Deutschland lebt, die Tatsache als Realität an, dass er hier in einer säkularen Demokratie lebt. Aber das bedeutet doch nicht, wie der ZMD es hier behauptet, dass damit diese Tatsache und Realität als begrüßenswert oder gar erstrebenswert anerkannt wird.
Auf von Denffer geht auch die heute immer wieder behauptete Vorstellung zurück, Muslime würden aufgrund ihrer Religion in Deutschland verfolgt, schlimmer noch, sie seien die »nächsten Juden«.