1. September 2006
Streubomben in Libanon: Tödliches Spielzeug
Sie sehen aus wie harmloses Spielzeug, sind jedoch eine tödliche Gefahr: Streubomben. Im Gespräch mit stern.de schildert ein Beobachter seine Eindrücke aus dem Krisengebiet...
Nach internationalem Recht ist der Einsatz von Streubomben in Wohngebieten verboten. Denn die Waffe hat zwei Eigenschaften, die sich verheerend auf die Zivilbevölkerung auswirken. Zum einen sind die Bomben nicht zielgerichtet. Der Behälter, abgeworfen etwa aus einem Flugzeug, setzt hunderte kleiner Sprengkörper frei, die sich über ein großes Gebiet verteilen. Ein viel größeres Problem für die Zeit nach dem Bombardement stellt jedoch der große Anteil der nicht-explodierten "Bombletten" dar. "Die Streubomben haben eine sehr hohe Fehlerrate. Bei manchen liegt sie bei 20 bis 30 Prozent", sagt Thomas Gebauer, Geschäftsführer von "medico international" zu stern.de. "Durch diese Fehlerquote wirken sie defacto wie Anti-Personen-Minen, weil sie oft sofort bei der Berührung explodieren."....
Untersuchung gefordert
Die UN haben mittlerweile eine Stellungnahme von Israel über den Einsatz der Streubomben eingefordert...
Auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat gefordert, die UN sollten den Einsatz von Streubomben durch Israel untersuchen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich von dieser Forderung ausdrücklich distanziert, der Zentralrat der Juden hatte Wieczorek-Zeul deshalb sogar anti-israelische-Stimmungsmache vorgeworfen. Aber auch Thomas Gebauer unterstützt die Ministerin. "Ich halte das für vernünftig, denn es könnte ein Verstoß gegen die Genfer Konvention bedeuten...
http://www.stern.de/politik/ausland/...ug-569035.html