Wer bis 3 zählen kann, sollte sich vorstellen können, dass man weder die Sonne noch Wasserstoff-Bomben
einfach herunterskalieren könnte. Unterhalb einer Minimalgröße funktionieren beide einfach nicht.
Druckbare Version
Wer bis 3 zählen kann, sollte sich vorstellen können, dass man weder die Sonne noch Wasserstoff-Bomben
einfach herunterskalieren könnte. Unterhalb einer Minimalgröße funktionieren beide einfach nicht.
Warum musst Du Dich eigentlich dauernd blamieren, Dildolutscher?! Wir wissen mittlerweile alle, dass dein IQ einstellig ist.
Der entscheidende Punkt ist, dass in einem Fusionsreaktor die extrem hohe Temperatur des Plasmas niemals direkt mit einem technischen Bauteil in Kontakt kommt. Die Millionen Grad existieren ausschließlich als Maß für die mittlere kinetische Energie einzelner Teilchen in einem extrem dünnen Plasma, das magnetisch im Vakuum schwebt. Diese Temperatur ist kein „heiße Oberfläche“, sondern eine statistische Größe. Sie sagt fast nichts darüber aus, wie viel Wärme tatsächlich übertragen werden kann.
Die nutzbare Wärme entsteht an einem völlig anderen Ort. Bei der gebräuchlichsten Fusionsreaktion, der Deuterium-Tritium-Fusion, wird der größte Teil der Energie von schnellen Neutronen getragen. Diese Neutronen sind elektrisch neutral und verlassen das Magnetfeld ungehindert. Erst wenn sie in der mehrere Dezimeter dicken Wand um das Plasma – dem sogenannten Blanket – abgebremst werden, geben sie ihre Energie ab. Dort verwandelt sich die Fusionsenergie in ganz gewöhnliche Wärme, so wie man sie aus anderen Hochleistungsreaktoren kennt.
Entscheidend ist: Diese Wärme entsteht nicht bei Millionen Grad, sondern bei Temperaturen im Bereich einiger hundert Grad Celsius. Genau dort, wo heutige Werkstoffe, Kühlkreisläufe und Wärmetauscher problemlos arbeiten können. Das Blanket wird aktiv gekühlt, meist mit Wasser, Helium oder flüssigen Metallen, und diese Kühlung transportiert die Wärme aus dem Reaktor heraus. Erst außerhalb des Plasmas, fern von Magnetspulen und Vakuumkammer, wird die thermische Energie über einen konventionellen Wärmetauscher an Wasser oder einen anderen Arbeitsstoff abgegeben und schließlich zur Stromerzeugung genutzt.
Der Unterschied zur Kernspaltung liegt also nicht darin, dass man plötzlich Wärmetauscher für Millionen Grad bräuchte, sondern darin, wo die Energie entsteht. Bei der Spaltung wird der Brennstoff selbst heiß und gibt seine Wärme direkt an Hüllrohre ab. Bei der Fusion bleibt der Brennstoff berührungslos, und die Energie wird durch Neutronen in massive Strukturen getragen, die bewusst so ausgelegt sind, dass sie bei technisch beherrschbaren Temperaturen arbeiten. Das eigentliche Problem der Fusion ist daher nicht die Wärmeübertragung, sondern die Materialbelastung durch Neutronen, Strahlenschäden und die Langzeitstabilität der Bauteile – nicht die Existenz von „Millionen-Grad-Wärmetauschern“, die es schlicht nicht gibt.
Sie haben einen Neutronenwärmetauscher aus Ihrer Traumwelt beschrieben.
Das Millionen Grad heiße Plasma muss elektromagnetische Wellen im Megawattbereich abstrahlen.
Diese zerstören jede Materie innerhalb von Sekunden.
Dass bei der Deuterium-Tritium-Fusion zugleich noch Unmengen schneller und energiereicher Neutronen
entstehen, verschlimmert die Sache nur noch zusätzlich, denn diese zerstören alle bekannte Materie
ebenfalls in sehr kurzer Zeit und machen die meisten Metalle radioaktiv.
Wie gesagt, die Sonne hat tausende Kilometer Materie um die elektromagnetische Strahlungsenergie abzuschirmen.
So etwas kann man auf der Erde nicht wirtschaftlich nachbauen.
Ich habe gestern bei einem Vortrag zum aktuellen Chemiennobelpreis gelernt, dass ein 1 m³-Würfel aus MOFs eine gesamt Ober- (d.h. = inkl. Innen-) Fläche von 1.500 Hektar(!) habe, d.h. ungefähr 18 schleswig-holsteinische Bauernhöfe gross (bzw. ausgedehnt) sei.
Will sagen: Nur weil's man sich erstmal nicht gut vorstellen kann, heisst ja nicht, dass es nicht ginge! Allerdings auch umgekehrt...