Zitat:
„Als Muslime kennen wir keine Grenzen und keinen Nationalismus. Vielmehr glauben wir, dass der Islam gut für die ganze Menschheit ist. Unser Ziel ist deswegen die Herrschaft des Islams über die ganze Welt. Wo immer wir uns befinden, sei es in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland, rufen wir die Menschen auf, sich zum Islam zu bekennen. Und wenn der islamische Staat einmal errichtet ist, wird unsere Außenpolitik darauf ausgerichtet sein, alle anderen Länder zu annektieren. Sollte das zuerst in Großbritannien passieren, haben wir auch Deutschland im Blick.“
„Schauen Sie sich unsere Geschichte an, in 1302 Jahren sind weniger als 200 Hände abgehackt worden. Außerdem berichten die Quellen von weniger als 60 Vergewaltigungen. In White Chapel kommt so etwas allein in einer Woche öfter vor. Wir reden also über ein System, das die Gesellschaft von den Früchten der westlichen Zivilisation säubert, als da wären Glücksspiel, Pornografie, Alkohol, Promiskuität und die ganze Korruption. Wir werden das durch ein perfektes göttliches System ersetzen, das der Natur der Menschen entspricht.“
Kürzlich war Anjem Choudary auch in Deutschland, wo er sich nach eigenen Angaben mit Vertretern von Millatu Ibrahim traf. Dieses Treffen erregte keinerlei Aufsehen. Und das, obwohl Anjem Choudary zum Beispiel in Belgien einem lebenslangen Einreiseverbot unterliegt. Der Kopf von sharia4belgium sitzt dort wegen seiner radikalen Aktivitäten im Gefängnis.
Bis zum 11. September 2001 nahmen britische Sicherheitsexperten die al-Muhajirun kaum ernst. Heute sieht das anders aus. Statistiken besagen, dass 15 Prozent der in England verurteilten islamistischen Extremisten Beziehungen zu den al Muhajiruun unterhielten.
Anjem Choudary glaubt, dass das sogar noch untertrieben ist.
Ein Video der englischen Webseite salafimedia.com vom 1. Mai 2012. An diesem Tag kam es in Solingen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Anhängern von Millatu Ibrahim. Auslöser war die rechtspopulistische Partei Pro- NRW, die vor der Moschee Plakate mit Mohammedkarikaturen in die Höhe hielt. In dem Video kommt ein gewisser Abu Waleed zu Wort, ein junger, charismatischer Redner in schwarzem Gewand, der seinen Brüdern in Deutschland Mut zuspricht. Sie seien auf dem richtigen Weg, sagt er: auf dem Weg der Millatu Ibrahim, der Religion Abrahams.
Abu Waleed stellte seine Webseite im Herbst 2009 ins Netz. Kurz darauf nahm er Kontakt zu Gleichgesinnten in Deutschland auf. Aber erst im Herbst 2011, als ein gewisser Abu Usama al-Gharib in Österreich aus dem Gefängnis entlassen worden war, nahm die Kooperation richtig Fahrt auf. Der Austro-Ägypter betrieb bis zu seiner Verhaftung die Webseite „Globale Islamische Medienfront“, auf der er Propaganda für al-Qaida machte. Dafür wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Im September 2011 siedelte er nach Deutschland über und übernahm kurze Zeit später die Moschee in Solingen.