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Vollständige Version anzeigen : Mark Twain, Genie im Kometenlicht



carpe diem
22.04.2010, 00:49
Genie im Kometenlicht

Auch hundert Jahre nach seinem Tod strahlt Mark Twains Ruhm wie ein heller Komet über dem literarischen Himmel. Dazu passt ganz gut, dass der Halleysche Komet zur Geburt, aber auch beim Tod des großen Satirikers Licht versprühend an der Erde vorbeizog.

http://i42.tinypic.com/2dgp4j4.jpg

War Twain Schriftsteller, Humorist oder Satiriker? Wohl alles zusammen und jedes für sich genommen auf beeindruckende Weise. Das zeigte sich zum Beispiel bei seinen Reden. Dort glänzte er mit einer Bissigkeit, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleiben musste. So sagte er einmal auf einem Bankett anlässlich des US-amerikanischen Nationalfeiertages: „Wir haben die beste Strafprozessordnung der Welt. Ihr einziger Nachteil ist die Schwierigkeit, jeden Tag zwölf Geschworene zu finden, die nichts wissen und die nicht lesen können.“

[weiterlesen] (http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,371779)

Mark Twain
"Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt"

Manchmal betrachte ich in meinem Bücherschrank: Tom Sawyer und Huckleberry Finn, die Bücher , die mir soviel Freude bereitet haben.

kotzfisch
22.04.2010, 14:46
Richtig- eine Hommage an den brillantesten Denker, den Amerika hervorgebracht hat.

Haspelbein
22.04.2010, 15:22
Zumindest hatte der Mann Humor, was man von vielen Autoren der Gegenwart oftmals nicht behaupten kann.

Sathington Willoughby
22.04.2010, 15:46
Am Liebsten sind mir seine geflügelten Worte, immer ein Treffer, ironisch verpackt. SO einen Wortwitz hat kaum ein anderer Schriftsteller gehabt, zudem war er der Begründer (wenn man Literaten Glauben scnken darf) der amerikanischen Literatur.
Er hat seine Figuren in der Zeitsprache reden lassen, wie sie auch in der WIrklichkeit geredet hätten, ohne Foskeln und Schnörkel wie z.B. bei deutschen Dichtern und hat damit seine Kollegen beeinflusst.

Haspelbein
22.04.2010, 15:51
Am Liebsten sind mir seine geflügelten Worte, immer ein Treffer, ironisch verpackt. SO einen Wortwitz hat kaum ein anderer Schriftsteller gehabt, zudem war er der Begründer (wenn man Literaten Glauben scnken darf) der amerikanischen Literatur. [...]

Ob er der Begruender der amerikanischen Literatur war, mag dahingestellt sein, jedoch hat er auf jeden Fall mit der Tendenz in den USA gebrochen, einfach den Stil der europaeischen Literatur zu kopieren.

twoxego
22.04.2010, 16:55
das kann man so nicht sagen.
die amerkianische literatur in ihren anfängen, war im wesentlichen im ausland geschriebene britische literatur.
zur "amerikanischen" wurde sie zuerst durch ihre sujets.
als humorist ist vor allem Washington Irving hervorgetreten. er war knappe vierzig jahre älter als Twain und fing entsprechend früher an zu veröffentlichen.
gemeinsam ist beiden, dass sie zuerst für zeitungen schrieben.

carpe diem
25.04.2010, 11:18
Hunderte spielten Mark Twains Begräbnis nach

Genau 100 Jahre nach seinem ersten Begräbnis haben Hunderte Menschen an einer inszenierten zweiten Bestattung Mark Twains teilgenommen. Die nach Veranstalterangaben fast 1.000 Anhänger aus den ganzen USA pilgerten am Samstag zum Grab des Schriftstellers im Städtchen Elmira im Staat New York und spielten die Beerdigung nach.



Hier war Twain, der am 21. April 1910 gestorben war, auf den Tag genau 100 Jahre zuvor beigesetzt worden. Ein Sarg wurde wie damals mit einer schwarzen Kutsche zum Friedhof gefahren, viele Gäste kamen in historischen Kostümen. Ein Redner hielt die gleiche Trauerrede wie vor 100 Jahren.

Der Autor von "Huckleberry Finn", der eigentlich Samuel Langhorne Clemens hieß, hatte als Setzer und Journalist begonnen, bevor er seine kritischen und sarkastischen Bücher schrieb. Seine vielen Reisen führten ihn unter anderem nach Wien, wo er von 1897 bis 1899 lebte. In Elmira hatte Twain 1870 Olivia geheiratet, die er - sie war nach einem Sturz teilweise gelähmt - bis zu ihrem Tod 1904 aufopfernd pflegte. In Elmira sind auch beide bestattet.

100 Jahre später waren auf dem Woodlawn Cemetery praktisch alle Gäste und selbst Journalisten wie Trauernde in Schwarz gekleidet. Die Veranstalter hatten an die ersten 75 Gäste Regenschirme verteilt. Bei der Beisetzung Twains 1910 hatte es in Strömen geregnet. Jetzt stand auf den schwarzen Schirmen jeweils eines der Lebensjahre Twains. Diesmal verwöhnte der Himmel die Anwesenden allerdings mit strahlendem Sonnenschein. Die meisten spannten ihren schwarzen Schirm dennoch auf.

http://nachrichten.at.msn.com/kunstundkultur/article.aspx?cp-documentid=153161956

Klopperhorst
25.04.2010, 11:47
Amerikanischer Humor? Das ist ja noch gruseliger als britischer Humor.

Ansonsten: Tom Sawyer & Co sind nette Abenteuerromane, aber völlig unbedeutend für die geistige Bildung.

Der einzige Schriftsteller des amerikanischen Kontinents, dem ich Tiefgang zuspreche, ist Hemingway.


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twoxego
25.04.2010, 11:54
Poe, Williams, Faulkner und noch einige gibt es aber auch noch.

Klopperhorst
25.04.2010, 11:58
Stimmt. "Im Wirbel des Malstroms", unvergesslich.

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twoxego
25.04.2010, 12:00
über den "tiefgang" bei Bukoswki mag ich nicht streiten.