Klopperhorst
24.02.2008, 12:34
... aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden.
(Johannes 16, 33)
ist der einzige Satz, der mich mit dem Neuen Testament aussöhnt. Der Weltüberwindungs- oder Erlösungsgedanke ist ein zentraler Gedanke in vielen Religionen. Im Brahmaismus/Buddhismus ist es das Nirvana, was soviel wie "Erloschen" bedeutet und welches wie im Christentum das Ziel alles Strebens und Ringens bedeutet, als eine Art finaler Endpunkt der menschl. Entwicklung.
Die germanische Mythologie kennt keinen Erlösungsgedanken, wenngleich das Ragnarök als Weltenbrand einen Endpunkt darstellt. Jedoch folgt dem Geschlecht der Asen ein neues Geschlecht, eine ewige Wiederkehr, die offenbar keinen ethischen Zweck, keinen Entwicklungsgedanken beinhaltet, als einen stetigen Kampf zwischen Gut und Böse.
Was heisst aber "Überwindung der Welt"?
Offenbar handelt es sich um ein Problem der Freiheit des Menschen. Der Mensch wird in Unfreiheit geboren, als ein Tier, ausgestattet mit animalischen Instinkten, denen er ausgeliefert ist. Wenn von Freiheit im Menschen die Rede ist, kann nur das gemeint sein, was uns von den Tieren unterscheidet, die Vernunft, sich von seinen Instinken frei zu machen, die Welt der Reflektion vor die unmittelbare Reaktion zu stellen, nicht mehr nur in der Gegenwart zu leben sondern in Raum und Zeit eine abgesonderte Gedankensphäre zu entwickeln, welche auch das eigene Dasein, den Urgrund dieses Daseins, zum Begriff und Problem hat.
Dies ist die Basis alles Erkennens und Philosophierens.
Erst aus der Reflektion wird dem Menschen bewusst, daß er sich selbst zum Feind hat, sein animalisches Erbe in ihm sich gegen ihn stellt, ihn in Unfreiheit bannt, ob nun undividuell als Charakterschwäche oder gesellschaftlich als Leidenskollektiv, das aus den individuellen Schwächen herrührt.
Dies ist die Erkenntnis der Sünde in uns, ein weiterer zentraler Begriff der Welterlösungsreligionen.
Die Überwindung der Welt ist somit einer Abkehr von den eigenen Sünden zu verstehen, zunächst durch die Erkenntnis, danach durch die daraus erwachsende Freiheit, bei erreichter Selbsterkenntnis, sich für oder gegen diese Sünde zu entscheiden oder wie es Schopenhauer ausdrückte, für die Bejahung oder Verneinung des Willens zum Leben, welches gleichbedeutend ist mit Bejahung und Verneinung der Sünde.
Es wird ersichtlich, daß das Leben an sich bereits Sünde ist, durch die animalische Geburt des Daseins. Demgemäß musste der Erlöser dieser Welt "unbefleckt" geboren worden sein.
Der Mensch, also durch Sünde, seine Leidenschaften, Instinkte und animalischen Triebe an diese Welt in Unfreiheit gebunden, hat dennoch eine Freiheit in sich, diese Welt zu erkennen, zu durchschauen, das große Rad des Leides, das er dreht, stillstehen zu lassen, das Rad des Ixion, den Willen zum Leben in sich als Grundübel zu erkennen und zu überwinden.
Und wie geschieht diese Überwindung?
Offenbar durch zwei Möglichkeiten. Ethische Wiedergeburt in einem Erlöser (Jesus) und empfangen des hl. Geistes als Überwindungsgedanke oder Auflösung alles Wollens durch Erlöschen im Nirvana, durch die erlangte Erkenntnis nach vielen leidenshaften Wiedergeburten in der animalischen Welt.
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(Johannes 16, 33)
ist der einzige Satz, der mich mit dem Neuen Testament aussöhnt. Der Weltüberwindungs- oder Erlösungsgedanke ist ein zentraler Gedanke in vielen Religionen. Im Brahmaismus/Buddhismus ist es das Nirvana, was soviel wie "Erloschen" bedeutet und welches wie im Christentum das Ziel alles Strebens und Ringens bedeutet, als eine Art finaler Endpunkt der menschl. Entwicklung.
Die germanische Mythologie kennt keinen Erlösungsgedanken, wenngleich das Ragnarök als Weltenbrand einen Endpunkt darstellt. Jedoch folgt dem Geschlecht der Asen ein neues Geschlecht, eine ewige Wiederkehr, die offenbar keinen ethischen Zweck, keinen Entwicklungsgedanken beinhaltet, als einen stetigen Kampf zwischen Gut und Böse.
Was heisst aber "Überwindung der Welt"?
Offenbar handelt es sich um ein Problem der Freiheit des Menschen. Der Mensch wird in Unfreiheit geboren, als ein Tier, ausgestattet mit animalischen Instinkten, denen er ausgeliefert ist. Wenn von Freiheit im Menschen die Rede ist, kann nur das gemeint sein, was uns von den Tieren unterscheidet, die Vernunft, sich von seinen Instinken frei zu machen, die Welt der Reflektion vor die unmittelbare Reaktion zu stellen, nicht mehr nur in der Gegenwart zu leben sondern in Raum und Zeit eine abgesonderte Gedankensphäre zu entwickeln, welche auch das eigene Dasein, den Urgrund dieses Daseins, zum Begriff und Problem hat.
Dies ist die Basis alles Erkennens und Philosophierens.
Erst aus der Reflektion wird dem Menschen bewusst, daß er sich selbst zum Feind hat, sein animalisches Erbe in ihm sich gegen ihn stellt, ihn in Unfreiheit bannt, ob nun undividuell als Charakterschwäche oder gesellschaftlich als Leidenskollektiv, das aus den individuellen Schwächen herrührt.
Dies ist die Erkenntnis der Sünde in uns, ein weiterer zentraler Begriff der Welterlösungsreligionen.
Die Überwindung der Welt ist somit einer Abkehr von den eigenen Sünden zu verstehen, zunächst durch die Erkenntnis, danach durch die daraus erwachsende Freiheit, bei erreichter Selbsterkenntnis, sich für oder gegen diese Sünde zu entscheiden oder wie es Schopenhauer ausdrückte, für die Bejahung oder Verneinung des Willens zum Leben, welches gleichbedeutend ist mit Bejahung und Verneinung der Sünde.
Es wird ersichtlich, daß das Leben an sich bereits Sünde ist, durch die animalische Geburt des Daseins. Demgemäß musste der Erlöser dieser Welt "unbefleckt" geboren worden sein.
Der Mensch, also durch Sünde, seine Leidenschaften, Instinkte und animalischen Triebe an diese Welt in Unfreiheit gebunden, hat dennoch eine Freiheit in sich, diese Welt zu erkennen, zu durchschauen, das große Rad des Leides, das er dreht, stillstehen zu lassen, das Rad des Ixion, den Willen zum Leben in sich als Grundübel zu erkennen und zu überwinden.
Und wie geschieht diese Überwindung?
Offenbar durch zwei Möglichkeiten. Ethische Wiedergeburt in einem Erlöser (Jesus) und empfangen des hl. Geistes als Überwindungsgedanke oder Auflösung alles Wollens durch Erlöschen im Nirvana, durch die erlangte Erkenntnis nach vielen leidenshaften Wiedergeburten in der animalischen Welt.
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