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Vollständige Version anzeigen : 20 Jahre Mauerfall - feiern wie auf der Fanmeile?



Reinhard Rupsch
28.06.2006, 16:06
Vor dem Hintergrund der Feierlaune der Deutschen bei der Fußball-WM hat der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, eine große Straßenfeier zum 20. Jahrestag des Mauerfalls vorgeschlagen.
Wenn Politiker einen Anlass bräuchten, „den Deutschen mehr Zuversicht einzuhauchen“, könnte dies das Jubiläum im November 2009 sein, schrieb Knabe in einem Gastbeitrag für den Berliner Tagesspiegel.

Wenn die Bürger ihre Nation feiern, dann ist das weltweit etwas völlig Normales!
Also finde ich die Idee, den 20. Jahrestag des Mauerfalls groß zu feiern, gut!

Warum sollten die Deutschen da einen Sonderweg beschreiten?
Andere Nationen feiern solche Tage - warum nicht wir auch?
Warum nicht mit einem Meer von Nationalfahnen?
Unter Schwarz/Rot/Gold wurde bis 1999 nie ein Angriffskrieg geführt, es waren immer die Farben der Demokratie und der Bürgerfreiheit - was man von Schwarz/Weiß/Rot und vielen anderen offiziellen Nationalffarben Europas nicht behaupten kann.

Als damals am 10. November 1989 meine Freunde und ich mit einer schwarz/rot/goldenen Fahne am Kranzlereck standen, da waren wir Aliens, Außeridische, die von zornigen westberliner Studenten angemacht wurden.

Damals wie heute sind die Spaßbremsen eben nicht die "Rechten", wenn sie Schwarz/Rot/Gold tragen, sondern die Antideutschen, die Linksradikalen, die Nationsvergessenen waren und sind die Miesmacher.
Mittlerweile haben die Mediengewaltigen gemerkt, daß Spaß an der deutschen Nation nicht mehr wegzupöbeln ist.

Ich freue mich, daß entgegen den jahrelangen Pöbeleien von griesgrämigen Feuilletonisten, entgegen den volkspädagogischen Bemühungen der Nationalmasochisten die Deutschen die Freude an der eigenen Identität, an ihrer eigenen Nation gefunden haben.
Unverkrampft, fröhlich, freundlich - ohne Chauvinismus!

Manch einer springt jetzt auf den fröhlichen Zug der Fahnenschwenker auf und will Glauben machen, er sei eigentlich immer schon dafür gewesen...

Macht nichts, Leute:
Jeder der sich über dieses wundervolle Land freut ist willkommen!
Einigkeit und Recht und Freiheit - was sonst?

Beste Grüße
Reinhard Rupsch

Andreas63
28.06.2006, 16:29
Schön wäre es, wenn in Zukunft auch nach der WM die Deutsche Fahne zu sehen ist.
An eine Feier zum Mauerfall kann ich allerdings nicht so recht glauben, da inzwischen viele die Mauer am liebsten wieder aufbauen würden.
Der 9. November ist aber eindeutig der bessere Feiertag. Wen interessiert schon der 3. Oktober?

twoxego
28.06.2006, 17:06
Manch einer springt jetzt auf den fröhlichen Zug der Fahnenschwenker auf und will Glauben machen, er sei eigentlich immer schon dafür gewesen...



falls du damit auf herrn Knabe anspielst, kannst du nicht allzuviel über ihn wissen.

Reinhard Rupsch
28.06.2006, 21:32
falls du damit auf herrn Knabe anspielst, kannst du nicht allzuviel über ihn wissen.
Nein, Herrn Knabe meinte ich nicht.
Ich dachte eher an Feuilletonisten wie z.B. Herrn Matthias Matussek, SPIEGEL, der jetzt sein Herz für den "neuen Patriotismus" entdeckt hat.
Immer nach dem Motto: "Damals schwenkten nur schlechtgelaunte "Ewig Gestrige" die deutsche Fahne, heute aber tun es die richtigen Leute mit den richtigen Gedanken.

"Nichts hält eine Idee auf, wenn ihre Zeit gekommen ist" sagte vor 150 Jahren Victor Hugo.
Das liegt daran, daß, wenn die "kritische Masse" überschritten ist, jede Menge Trittbrett-Surfer aufspringen und damit der Trend unumkehrbar gemacht wird. ;)

Ich glaube allerdings, daß der Trend zu einem gesunden und im internationalen Vergleich normalen Patriotismus noch nicht ungefährdet ist.
Wie wir an den Hunnen-Meldungen vor der WM (No-go-areas, rechtsextreme Gewalt, Nationalhymne, etc.) gesehen haben, gibt es immer noch ewig gestrige Linke, die zurück in die nationsvergessenen 80er Jahre wollen.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem DAS kroch... :rolleyes:

Manfred_g
28.06.2006, 21:58
Der Weg zu einem gesunden, unverkrampften und konstruktiven Patriotismus dürfte in Deutschland noch sehr lang sein. Zunächst gilt es aber, das durch nichts begründete, aber langjährig mit viel Penetranz und Moralheuchelei zur einzig politisch korrekten Grundhaltung zementierte "ich-hasse-mich-und-meine-Heimat-Schema" aufzubrechen und es all jenen derart um die Ohren zu hauen, daß ein langfristiger Lerneffekt eintritt.

Es ist aber in Deutschland mE nicht nur so, daß eine liebenswerte heimat und ein wohlgesonnener Staat, vom Bürger (wegen ebenjener, oben beschriebenen Ressentiments) nicht zu seinem Recht käme. Es ist schon auch der Staat selbst, der noch verdammt viel tun kann um wirklich "liebenswürdig", achtens- und verteidigenswert zu werden.
Im Moment benimmt sich der Deutsche Staat noch viel zu oft so, als wolle er der Feind seiner eigenen Bürger sein. Wen wunderts, daß die Bürger dem nicht immer wohlgesonnen gegenüberstehen können?

twoxego
28.06.2006, 22:36
das sehe ich nicht so. allerdings sind meine wertungen, als alter ostzonaler
eh andere.
es wird immer vergessen, dass es zwei verschiedene blickwinkel gäben könnte;
so wie es eben, vor nicht allzulanger zeit, auch zwei verschiedene länder ( nicht staaten ) gab.
daran, dass hier fast immer alles nur auf die problemchen der westdeutschen bezogen wird, habe ich mich allerdings inzwischen schon gewöhnt.
um es ganz kurz zu machen:
unter einem widerlichen system zu leben und patriot zu sein, schliesst sich nicht aus.
mit " widerlich " ist hier natürlich nicht die bundesdeutsche realität gemeint.
die ist allenfals etwas merkwürdig.
den jahrestag werde ich übrigens, egal was der rest macht, auf jeden fall mit einigen
freunden feiern.
das wird privat sein und, wie ich hoffe, eine nette party.

Reinhard Rupsch
30.06.2006, 08:51
Unter einem widerlichen system zu leben und patriot zu sein, schliesst sich nicht aus.
Im Gegenteil: in dieser Situation zeigt sich erst der wahre Patriotismus!

meckerle
30.06.2006, 21:05
Schön wäre es, wenn in Zukunft auch nach der WM die Deutsche Fahne zu sehen ist.
An eine Feier zum Mauerfall kann ich allerdings nicht so recht glauben, da inzwischen viele die Mauer am liebsten wieder aufbauen würden.
Der 9. November ist aber eindeutig der bessere Feiertag. Wen interessiert schon der 3. Oktober?
Vor allem die Wessis ! Begründung braucht man dazu keine liefern !