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Vollständige Version anzeigen : Verbraucherschutz EU versus Verbraucherschutz USA



BlackForrester
03.05.2016, 15:10
Eines der "heißen" Themen bei TTIP ist ja u.a. der Verbraucherschutz...um was geht es dabei eigentlich?

Am Ende darum, ob das europäische Vorsorgeprinzip gilt, welches es verbietet dass riskante Technologien und Substanzen (oder auch nur vermeintlich riskante Technologien und Substanzen) auf dem Markt kommen und vor der Markteinführung sichergestellt werden muss, dass das neue Produkt mehr oder minder keine Gefahr für den einzelnen Bürger darstellt...oder um das US-Prinzip der Nachsorge, sprich man schränkt die Wirtschaft eben nicht ein, sondern überlässt es der Wirtschaft neue Technologien und Substanzen auf den Markt zu bringen, jedoch mit der Einschränkung, dass man dem Verbraucher den Klageweg offen hält, sollte die neue Technoligie, die neue Substanz gesundheitlichen wie ökologischen Schaden anrichten bzw. sollte die zugesicherten Eigenschaften nicht erfüllt werden.

Ich persönlich finde den US-Weg charmanter...denn dies zwingt Unternehmen schon im Vorfeld auf die Produktsicherheit zu achten, will man sich nicht Klagen, wegen eben mangelnder Produktsicherheit, fehlenden, zugesagten Eigenschadten etc. ausgesetzt sehen, welche am Ende zu Strafzahlungen und Entschädgungsleistungen bis hin zur vollkommenen Gewinnabschöpfung (und teilweise sogar noch darüber hinaus) führen.

Bei den Nachsorgeprinzip der EU ist am Ende doch Niemand verantwortlich und betrügerisch handelnde und agierende Unternehmen werden in den seltensten Fälle voll in Regreß genommen, sondern mit "Nachbesserung" bestraft, während der betrogende Verbraucher in der Regel in die Röhre schaut.

Warum - so frage ich mich - eine wahnsinnige Bürokratie für das Vorsorgeprinzip aufbauen, wenn man dies über Nachsorge und einer entsprechend hohen Entschädigungsleistung effektiver und effizienter zu erreichen ist.

black_swan
03.05.2016, 18:10
Eines der "heißen" Themen bei TTIP ist ja u.a. der Verbraucherschutz...um was geht es dabei eigentlich?

Am Ende darum, ob das europäische Vorsorgeprinzip gilt, welches es verbietet dass riskante Technologien und Substanzen (oder auch nur vermeintlich riskante Technologien und Substanzen) auf dem Markt kommen und vor der Markteinführung sichergestellt werden muss, dass das neue Produkt mehr oder minder keine Gefahr für den einzelnen Bürger darstellt...oder um das US-Prinzip der Nachsorge, sprich man schränkt die Wirtschaft eben nicht ein, sondern überlässt es der Wirtschaft neue Technologien und Substanzen auf den Markt zu bringen, jedoch mit der Einschränkung, dass man dem Verbraucher den Klageweg offen hält, sollte die neue Technoligie, die neue Substanz gesundheitlichen wie ökologischen Schaden anrichten bzw. sollte die zugesicherten Eigenschaften nicht erfüllt werden.

Ich persönlich finde den US-Weg charmanter...denn dies zwingt Unternehmen schon im Vorfeld auf die Produktsicherheit zu achten, will man sich nicht Klagen, wegen eben mangelnder Produktsicherheit, fehlenden, zugesagten Eigenschadten etc. ausgesetzt sehen, welche am Ende zu Strafzahlungen und Entschädgungsleistungen bis hin zur vollkommenen Gewinnabschöpfung (und teilweise sogar noch darüber hinaus) führen.

Bei den Nachsorgeprinzip der EU ist am Ende doch Niemand verantwortlich und betrügerisch handelnde und agierende Unternehmen werden in den seltensten Fälle voll in Regreß genommen, sondern mit "Nachbesserung" bestraft, während der betrogende Verbraucher in der Regel in die Röhre schaut.

Warum - so frage ich mich - eine wahnsinnige Bürokratie für das Vorsorgeprinzip aufbauen, wenn man dies über Nachsorge und einer entsprechend hohen Entschädigungsleistung effektiver und effizienter zu erreichen ist.

gibt es in den USA überhaupt Verbraucherschutz ????:crazy:

Towarish
03.05.2016, 18:17
Ich persönlich finde den US-Weg charmanter...denn dies zwingt Unternehmen schon im Vorfeld auf die Produktsicherheit zu achten, will man sich nicht Klagen, wegen eben mangelnder Produktsicherheit, fehlenden, zugesagten Eigenschadten etc. ausgesetzt sehen, welche am Ende zu Strafzahlungen und Entschädgungsleistungen bis hin zur vollkommenen Gewinnabschöpfung (und teilweise sogar noch darüber hinaus) führen.

Genau umgekehrt, es werden teilweise Produkte auf den Makrt gebracht, dessen langfristige Nebenwirkungen unbekannt sind. Diesen Unternehmen ist es meist auch egal, ob es langfristig Probleme geben könnte, sonst würden die uns ja nicht mit den ganzen Chemikalien und manipulierten Lebensmitteln vollstopfen.


Bei den Nachsorgeprinzip der EU ist am Ende doch Niemand verantwortlich und betrügerisch handelnde und agierende Unternehmen werden in den seltensten Fälle voll in Regreß genommen, sondern mit "Nachbesserung" bestraft, während der betrogende Verbraucher in der Regel in die Röhre schaut.

Hier kann es ebenfalls zu Klagen kommen, davon ist kein Unternehmen geschützt.

BlackForrester
03.05.2016, 21:33
Genau umgekehrt, es werden teilweise Produkte auf den Makrt gebracht, dessen langfristige Nebenwirkungen unbekannt sind. Diesen Unternehmen ist es meist auch egal, ob es langfristig Probleme geben könnte, sonst würden die uns ja nicht mit den ganzen Chemikalien und manipulierten Lebensmitteln vollstopfen.

Vor "Langfristfolgen" schützt Dich aber auch das Vorsorgeprinzip nicht.



Hier kann es ebenfalls zu Klagen kommen, davon ist kein Unternehmen geschützt.

Vor Klagen nicht - aber alleine schon die Beweisführung kann Dich an den Rande des Ruins bringen UND - die Summen, welche Dir dann zugesprochen werden sind mit dem Begriff "lächerlich" noch geschönt beschrieben.
Nehmen wir nur als Beispiel den größten deutschen Arzneimittelskandal Contergan - in den USA müsste sich ein Contergan-Geschädigter zumindest um seine finanzielle Zukunft keinerlei Gedanlen mehr machen...in Deutschland?
Schmerzensgeld 25 000 DM (gut, was waren um 1970 viel Geld) und eine Art Rente in heutiger Höhe des ALGII-Satzes...für Menschen, welche zeitlebens mit teilweise extremster Behinderung leben müssen - und dies alles nur wegen dem Profitstreben eines Unternehmens.

Oder nehmen wir aktuell VW...in Deutschland kannst Du zwar klagen, ob Du aber was bekommen wirst steht in den Sternen...in den USA hat VW bereitweillig die Schatulle aufgemacht, wissend, wenn es zu Klagen kommt wird der vorsätzliche Betrug am Kunden noch teurer.

BlackForrester
03.05.2016, 21:37
gibt es in den USA überhaupt Verbraucherschutz ????:crazy:


Tja, VW bekommt es gerade zu spüren...da hat man den Kunden bewusst 0betrogen und ein Produkt verkauft, welches die zugesicherten Eigenschaften NICHT erfüllt Mindestens 5 000 Dollar Schadenersatz, Recht auf Rückkauf des Wagens durch VW und ähnliches...wo wird der Verbraucher am Ende besser gestellt bzw. besser geschützt?

In Deutschland kann Niemand seinen Wagen zurückgeben, wenn man diesen unter Einsatz betrügerischer Mittel Eigenschaften vorgespiegelt hat, welche dieses Fahrzeug niemals erreicht - von einem Rückgabe oder Wandlungsrecht gar nicht zu reden.

Schwabenpower
03.05.2016, 21:39
Tja, VW bekommt es gerade zu spüren...da hat man den Kunden bewusst 0betrogen und ein Produkt verkauft, welches die zugesicherten Eigenschaften NICHT erfüllt Mindestens 5 000 Dollar Schadenersatz, Recht auf Rückkauf des Wagens durch VW und ähnliches...wo wird der Verbraucher am Ende besser gestellt bzw. besser geschützt?

In Deutschland kann Niemand seinen Wagen zurückgeben, wenn man diesen unter Einsatz betrügerischer Mittel Eigenschaften vorgespiegelt hat, welche dieses Fahrzeug niemals erreicht - von einem Rückgabe oder Wandlungsrecht gar nicht zu reden.
Theoretisch kann man wandeln. Wären wir in einem Rechtsstaat, in dem bestehende Gesetze auch angewendet werden.

Towarish
03.05.2016, 22:37
Vor "Langfristfolgen" schützt Dich aber auch das Vorsorgeprinzip nicht.

Dadurch kommen weniger Schundprodukte auf den Markt, aber das kann man wohl nicht völlig verhindern.


Vor Klagen nicht - aber alleine schon die Beweisführung kann Dich an den Rande des Ruins bringen UND - die Summen, welche Dir dann zugesprochen werden sind mit dem Begriff "lächerlich" noch geschönt beschrieben.
Nehmen wir nur als Beispiel den größten deutschen Arzneimittelskandal Contergan - in den USA müsste sich ein Contergan-Geschädigter zumindest um seine finanzielle Zukunft keinerlei Gedanlen mehr machen...in Deutschland?

Damit er die Klappe hält.


Schmerzensgeld 25 000 DM (gut, was waren um 1970 viel Geld) und eine Art Rente in heutiger Höhe des ALGII-Satzes...für Menschen, welche zeitlebens mit teilweise extremster Behinderung leben müssen - und dies alles nur wegen dem Profitstreben eines Unternehmens.


Und du meinst dies wird sich bessern, wenn Produkte von Unternehmen in Zukunft weniger kontrolliert werden? Ich kann bei dir lediglich den Wunsch von Erhöhung des Schmerzensgeldes herauslesen.

Wieso man deshalb Regelungen für die Zulassung von Produkten lockern sollte, erschließt sich mir nicht.


Oder nehmen wir aktuell VW...in Deutschland kannst Du zwar klagen, ob Du aber was bekommen wirst steht in den Sternen...in den USA hat VW bereitweillig die Schatulle aufgemacht, wissend, wenn es zu Klagen kommt wird der vorsätzliche Betrug am Kunden noch teurer.

Interessant, dass die VW Geschichte sich während der Gespräche zu TTIP ereignet hat.

BlackForrester
03.05.2016, 23:31
Dadurch kommen weniger Schundprodukte auf den Markt, aber das kann man wohl nicht völlig verhindern.

Das mag sein - es kann aber, gerade im Gesundheitssektor, dazu führen, dass es Jahre über Jahre dauert bis man die "behördliche" Zulassung für ein Medikament erhält, welches bei einem früheren Einsatz leben hätte retten können...es ist also eine Frage der Abwägung.



Und du meinst dies wird sich bessern, wenn Produkte von Unternehmen in Zukunft weniger kontrolliert werden? Ich kann bei dir lediglich den Wunsch von Erhöhung des Schmerzensgeldes herauslesen.

Wo trifft man Unternehmen? Am Geldbeutel und nur am Geldbeutel, denn Strafen heißen es werden Gewinne geschmälert oder gar auf 0 gefahren und daran haben weder ein Unternehmen noch die Anteilseigner mangels nicht vorhandener Gewinnausschüttung Interesse und Du dann auch noch als Anteilseigner die Möglichkeit hast den Verantwortlichen bzw. Verursacher auch noch in Haftung zu nehmen.



Wieso man deshalb Regelungen für die Zulassung von Produkten lockern sollte, erschließt sich mir nicht.

Wozu führt dies?
Nehmen wir einmal das weite Feld des Gesundheitssektors. Unternehmen müssen Studien über Studien erstellen und am Ende des Tages fällt dann die staatliche Entscheidung über zu Zulassung oder Nichtzulassung anhand dieser Studien. Da kann ich doch gleich den Spieß umdrehen und sagen - macht was ihr wollt, wenn es schief läuft haftet Ihr dafür - dann wird dies wohl zu deutlich mehr Ehrlichkeit bei der Produkteinführung führen, denn welches Unternehmen wird schon gerne infolge eines fehlerhaften Produktes in Haftung genommen (wenn dies natürlich mit einer entsprechend hohen Strafzahlung verbunden ist.



Interessant, dass die VW Geschichte sich während der Gespräche zu TTIP ereignet hat.

Naja, die Entscheidung bei VW den Kunden zu betrügen datiert ja im Jahre 2008 oder 2009 und es mag vielleicht auch ein Zusammenhang mit TTIP bestehen...am Ende hat VW aber wissentlich und willentlich betrogen und seltsamerweise steht bis heute NIEMAND vor Gericht NOCH ermittelt die Staatsanwaltschaft, obwohl hier - um es drastisch auszudrücken - bandenmässiger Betrug am Kunden vorliegt.
Verhält sich ein Management in den USA so, dann ist ein Verfahren gegen die Betrüger zumindest nicht ausgeschlossen...in Deutschland wird man da dann eher mit goldenem Handschlag verabschiedet.

Am Ende geht es mir darum, Unternehmen an die Kandarre zu nehmen den Verbraucher eben nicht zu betrügen und da halte ich den US-Weg für deutlich zielführender, auch wenn ich diesen anders gestalten würde.
Nehmen wir VW als Beispiel - nach meinen Vorstellungen würde sich die Strafe an den Dividendenzahlungen bemessen, sprich, für die nächsten 10 Jahren würden die ausgeschütteteten Dividenden nicht in die Tasche der Anteilseigner fließen, sondern in einen Fond, woraus die Ansprüche der wissentlich, willentlich und vorsätzlich geschädigten und betrogenen Verbraucher bedient werden...was glaubst Du was dies für eine Wirkung hätte.
Die Anteilseigner würden dann die Verantwortlichen mit Klagen über Klagen überziehen um diese in Haftung und Verantwortung zu nehmen und sich an deren "Vermögen" schadlos zu halten und zeitgleich dafür Sorge tragen, dass solcherlei betrügerische Machenschaften nie wieder passieren.

Mit einem staatlichen Vorsorgeprinzip wäre dies deutlich schwerer durchzusetzen, da man ja sozusagen die "staatliche Erlaubnis" hat sein betrügerisches Produkt zu verkaufen.

ALI_WITZGÜR
03.05.2016, 23:53
Die Eurokraten wollen uns bevormunden.

JensF
04.05.2016, 21:35
Der Verbraucherschutz in EU ist nur eine 1-zu-1-Abbildung der totalitären Machtträume der hiesigen Ökofaschos. Beziehungsweise: Ein aus deren Ecke extra grenzenlos geschürter Gesundheitswahn und aller wildeste GesundheitsHysterien sind über die Degeneration der CDU zum billionenfachen ÖkoidiotieMultiplikator inzwischen zur realen Diktatur in EULand aufgestiegen, und so soll es nach dem Willen dieser Ökofaschos und GreenPiss natürlich auch unbedingt bleiben. Und so kommt es, dass aus deren Richtung bezüglich TTIP auch eigentlich immer nur die Angst um ihre bis dato herrausterrorisierten Diktatur-Privilegien formuliert. Quasi sowas wie ÖkoDiktatur-Pseudorechte, die nämlich über TTIP ein gesundes Stück weit eingedampft werden könnte ...und weshalb einem TTIP sogar schon wieder richtig gehend sympathisch werden kann.